Marina Nölker hält sich die störrischen Esel „Pipo“ und „Henry“

Die „Anti-Burn-out“-Tiere

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Lassen sich nicht vor jedermanns Karren spannen: die Esel „Pipo“ und „Henry“ von Marina Nölker.

Scharrendorf - Von Heiner Büntemeyer. Esel und Weihnachten passen irgendwie zusammen. Aber Esel sind selten gehaltene Haustiere, und bei Ausfahrten mit der Kutsche wird Marina Nölker immer wieder von Passanten angesprochen. „Alle sind irgendwie von den beiden Langohren berührt“, hat sie festgestellt.

Ihre beiden Esel „Pipo“ und „Henry“ tragen inzwischen das puschelige, warme, weiche Winterfell. Die kühle Witterung macht ihnen nichts aus. Sie laufen auf der Weide hinter dem Stall, der ihnen nachts als Unterstand dient. „Nur Regen und Nässe mögen sie überhaupt nicht“, berichtet Marina Nölker über ihre beiden Siebenjährigen.

Regelmäßig spannt sie die beiden vor die Kutsche, aber nicht jede Kutschfahrt verläuft störungsfrei. „Pipo“ und „Henry“ sind eben störrische Esel. „Vor jeder Pfütze gibt es Diskussionen, da wollen die absolut nicht durch“, lacht Marina Nölker.

Diese „Diskussionen“ gibt es aber auch vor anderen für die Esel unerwarteten Hindernissen, denn sie sind sehr, sehr vorsichtig. „Erst mal gucken – und das kann länger dauern“, berichtet Nölker. Aber sie liebt ihre beiden Esel. „Pipo“ hat sie in Heiligenloh gekauft und seinen Partner „Henry“ im Internet gefunden.

Esel haben ein anderes Sozialverhalten als Pferde, berichtet ihre Halterin. Sie brauchen keinen Herdenführer, gehen auch allein auf Futtersuche und verständigen sich durch sehr laute Rufe.

Sie sind genügsam und müssen kurz gehalten werden, weil sie schnell dicker werden. Spät gemähtes Heu, Stroh, etwas Mineralfutter und Möhren als Leckerli – das reicht. Daher dürfen sie im Sommer auch nur stundenweise ins fette Gras auf die Weide. Würden sie zu schwer, dann würden ihre Hufe darunter leiden. Diese Hufe sind klein und sehr hart, weil sie steinige, feste Böden gewohnt sind.

Marina Nölker hat sich Esel als Haustiere ganz bewusst ausgesucht. „Es sind sehr liebe Tiere mit einem liebenswerten Gemüt“, erklärt sie. Wenn sie „Henry“ krault, dann krault er zurück. Im Gegensatz zu Pferden sind Esel keine Fluchttiere. Marina Nölker bezeichnet ihre beiden Grauen eher als „Stehenbleibtiere“, denn wenn sie irgendwo eine Gefahr spüren, bleiben sie stehen, um sich zu vergewissern. „Wie lange das dauert, entscheiden sie allein.“

Esel sind nach Aussage ihrer Halterin wunderbare „Anti-Burn-out“-Tiere, denn wenn es hektisch wird und einmal besonders schnell gehen soll, dann klappt nichts.

Esel können bis zu 40 Jahre alt werden. Wer sich entschließt, einen Esel zu halten, sollte sich dessen bewusst sein, dass er damit möglicherweise ein Tier fürs ganze Leben erwirbt.

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