Konferenz zur Zukunft des Lernens

Mangelware Experte

Sascha Friesike ist Professor für Design digitaler Innovationen an der Universität der Künste Berlin. Foto: Luka Spahr

Twistringen – „Eine Schule ist nicht digitalisiert, nur weil man iPads verteilt.“ Das ist im Grunde die Kernbotschaft, die Sascha Friesike für seine rund 60 Zuhörer parat hatte. Aus dem fernen Berlin war der Professor für Design digitaler Innovationen am Mittwoch zur zweiten Bildungskonferenz nach Twistringen gereist. Auf der Veranstaltung in der Haupt- und Realschule informierte sich ein bunter Mix aus Politikern, Schulleitern, Lehrern und Vertretern aus der Wirtschaft rund um den Themenkomplex „Übergang Schule und Beruf – Wandel gestalten“. Und dass der Grad zwischen gestalten und verunstalten oft sehr schmal ist, zeigte Prof. Dr. Friesike in seinem Impulsvortrag sehr schnell.

Nachdem er einige Bereiche aufgezeigt hatte, in denen sich der Digitale Wandel bereits bemerkbar macht, kam er schnell auf das Hauptthema seines Vortrags. „Wissen im Wandel“ war die Überschrift für den „exponentiellen Wandel an neuen Erkenntnissen“ und wie wir damit umgehen. Friesike machte klar, dass die Zeit von Universal-Genies vorbei ist, weil neues Wissen in immer spezialisierteren Bereichen geschaffen wird. Der Experte wird zur Mangelware. „Das ist eine riesen Herausforderung für uns in der Lehre“, so Friesike. Aber gut, dass es die Technik gibt! Vor allem das Video sei das „Stehaufmännchen“ im Wandel der Lehre. Immer wieder wurde prophezeit, dass es klassische Unterrichtsstunden und Vorträge ablösen würde. Doch das tat es nicht.

An einem einfachen Beispiel machte Friesike schließlich das deutlich, was er „Digitalen Dilettantismus“ nennt. Wer eine Schreinerwerkstatt erbt, kann nicht automatisch hobeln. Und wer tausend technische Geräte hat, weiß diese nicht unbedingt sinnvoll einzusetzen. Bevor die Teilnehmer das Thema in einer Diskussion und in Workshops vertieften, zeigte Friesike anhand von vier „Ks“, was für ihn beim digitalen Wandel wichtig ist: Kollaboration, Kreativität, Kommunikation und – die Königsdisziplin – kritisches Denken. LUKA SPAHR

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