Baubeginn hängt von OOWV ab 

Sanierung der B51: „Man muss von 2022 ausgehen“

Auf großes Interesse stoßen die Ausbaupläne. Foto: Wilke

„Man muss von 2022 ausgehen. Ein Baubeginn in 2021 würde mich sehr verwundern“, erklärt Jürgen Callies am Mittwochabend im Forum des Twistringer Gymnasium bei der Vorstellung der Sanierungspläne für die B51. Der Sachgebietsleiter Planung bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg erklärt den mehr als 150  Zuhörern das vorläufige Zeitfenster.

Twistringen - Seit Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens durch den Landkreis liegen die Pläne für den Abschnitt Süd (Harpstedter Straße bis Einmündung Nienburger Straße/Mörsen) im Twistringer Rathaus aus. Die Präsentation der Planung im Gymnasium stößt auf wenig Kritik. Fachgebietsleiterin Jana Winkler und ihre Kollegen Jürgen Callies, Burkhard Dettmer und Monno Bertus beantworten am Ende noch zahlreiche spezielle Fragen, vor allem von Anwohnern.

Alle Einwendungen und Anregungen bis zum 17. Dezember würden anschließend von der Landesbehörde bearbeitet, möglicherweise nach gemeinsamen Gesprächen berücksichtigt oder auch nicht, so Jana Winkler. Danach folgen Planfeststellungsbeschluss und Erteilung des Baurechts.

Am Centralplatz (rot) sind Radfahrstreifen auf der B 51 vorgesehen.

Jürgen Callies betont, dass man noch nichts konkret zur eigentlichen Baumaßnahme sagen könne. Im südlichen Bereich der B51 hänge dies vor allem vom Versorger Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) ab. Denn die alten Kanäle müssten komplett erneuert werden. Vom OOWV habe man noch keine konkreten Infos. Es sei durchaus möglich, dass die Vorplanung für den nördlichen Bereich zwischen Harpstedter Straße und Osterkamp in Richtung Bassum früher abgeschlossen werde. Und: „Wer schneller fertig ist, beginnt“, so Diplom-Ingenieur Callies.

B51-Bauzeit: „Zwei Jahre plus X“

Er rechnet mit einer gesamten Bauzeit von „zwei Jahren plus X“. Nach dem Planfeststellungsbeschluss in einem Jahr müssten unter anderem Vereinbarungen zwischen allen Beteiligten geschlossen sowie Grunderwerb, Ausschreibung, Auftragserteilung und die Abstimmung der Bauabläufe erledigt und – ebenso wichtig – die nötigen Umleitungen gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis geklärt werden. Vor Baubeginn werden insbesondere noch einmal alle Anwohner informiert.

Unabhängig von einer zukünftigen Ortsumgehung (vielleicht frühestens ab 2025 in der Planung) müsse die Bundesstraße grundsätzlich erneuert werden, macht Callies deutlich. Vor vier Jahren habe eine Verkehrszählung knapp 15 700 Pkw und knapp 1400 Lkw täglich ergeben – die Prognose für 2030 gehe von fast 16 300 Autos und etwa 1500 Lastern aus. Die Funktion der Ortsdurchfahrt Twistringen als Bundesstraße mit überörtlicher Verbindungsfunktion müsse gewahrt bleiben. Mit allen Beteiligten habe man nun einen Kompromiss erreicht.

Unter anderem seien Radfahrstreifen in Höhe Centralplatz und Rathaus vorteilhaft, weil auf Fahrbahnniveau, und sinnvoll für die Radfahrer. Im Übrigen biete die B51-Sanierung der Stadt die Chance, die heute zum Teil maroden Nebenanlagen zu erneuern. Laut Callies legt die Landesbehörde ein besonderes Augenmerk darauf, mobilitätseinschränkende Bereiche vor allem für Menschen mit Handicap zu beseitigen, dabei Geh- und Fahrstreifen ausreichend breit anzulegen.

Ab Mörsener Kirchweg sind Rad- und Gehweg beidseitig kombiniert geplant.

Anwohner Heinfried Dießelberg wundert sich, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Schadstoffe durch den Verkehr nicht verpflichtend ist. Sachgebietsleiter Callies bietet an: „Da können wir noch ins Verfahren gehen.“ Fritz Wüppenhorst von der Bremer Straße: „An der Nienburger Straße müsste schnell ein Kreisel gebaut werden, am besten noch vorher. Das vermisse ich in der Planung.“ Darauf Callies: Das Problem sei so nicht bekannt. Man werde noch mal alle Bedürfnisse abfragen. Die Twistringer sollten unbedingt die Auslegungsfrist bis Mitte Dezember nutzen.

Info: Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren für den

Abschnitt Süd der B51 in Twistringen zwischen Harpstedter Straße und Nienburger Straße

dauert gut ein Jahr. Bis zum 17. Dezember nimmt die Landesbehörde Straßenbau und Verkehr Vorschläge, Einwände und Anregungen schriftlich entgegen. Die Ausbaupläne liegen im Rathaus aus.

Beidseitig sind Rad- und Gehweg (jeweils in Fahrtrichtung) zwischen Nienburger Straße und Mörsener Kirchweg vorgesehen.

Radfahrstreifen auf der Fahrbahn sollen zwischen Kirchweg und Harpstedter Straße angelegt werden.

Klagen gegen die Planung sind möglich. Sie haben aufschiebende Wirkung laut Fachgebietsleiterin Jana Winkler. 45 von 92 Parkplätzen bleiben erhalten – und noch 56 von 84 Bäumen. 28 Bäume werden vor Ort ersetzt, 27 auf Ausgleichsflächen.

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