Chorkonzert „Kathedralklänge“ begeistert 140 Zuhörer in der St.-Anna-Kirche

Majestätisch, kräftig, spannungsvoll

Oldenburger Chöre schwärmen von der Akustik der Twistringer St.-Anna-Kirche. - Foto: Hoffmeier

Twistringen - Von Anette Hoffmeier. Ein beeindruckendes Konzert erlebten am Sonntagabend etwa 140 Besucher in der St. Anna-Kirche. Unter dem Motto „Kathedralklänge“ waren der Schulchor der Graf-Anton-Günther-Schule und der Graf-Anton-Günther-Kammerchor Oldenburg mit 90 Sängern nach Twistringen gekommen.

Chorleiter Oliver Dierks schwärmte schon in der Begrüßung von der St.-Anna-Kirche, „die man beinahe zu einer Kathedrale erheben könnte“.

In die gespannte Erwartung der Zuhörer setzte die große Orgel (gespielt vom Oldenburger Dekanatskirchenmusiker Manuel Uhing) ein und entführte das Publikum nach Paris in die französische Romantik.

Von Louis Vierne erklangen aus der „Messe solennelle“ Kyrie, Gloria und Agnus Dei. Feierliche Musik erfüllte sogleich die gesamte Kirche, kam es doch in den ersten beiden Stücken zu Wechseln zwischen majestätischen Orgelklängen von der Orgelempore und dem überaus kräftigen Gesang der 90 Stimmen aus dem Chorraum.

Erstaunlich war die präzise Zusammenarbeit auf die doch recht große Entfernung. Dies wurde möglich durch den Einsatz von moderner Technik wie Videoübertragung des Dirigats auf die Orgelempore.

Nach dem Schlusston des wunderbar ruhigen Agnus Dei hielten einige Zuhörer den Atem an, so spannungsvoll war die Atmosphäre in der Kirche.

Aus Frankreich erklangen noch „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré und zwei grandiose Orgelstücke von Gabriel Pierné, „Cantilène“ und „Prelude“, bevor die musikalische Reise dann über Amerika nach England ging.

Der amerikanische Komponist Samuel Barber hatte sein berühmtes „Adagio for Strings“ selbst mit dem lateinischen Text des „Agnus Dei“ unterlegt. In halbierter Besetzung führte der Chor dieses Werk a cappella auf und zeigte dabei eine extreme dynamische Bandbreite, einen sehr großen Stimmumfang und eine außerordentlich gute Intonation.

Werke der englischen Komponisten C.H. Parry, Edward Elgar und John Rutter bildeten den letzten Teil des Konzertes. Die klaren, hellen Stimmen der vielen Schülerinnen im Sopran ragten vor allem bei Rutters „This is the Day“ besonders heraus.

Eindrucksvoll war auch der Nachhall in der Kirche, der die teils gewaltige Musik (die Orgel musste und konnte in einigen Stücken ein ganzes Orchester ersetzen) noch einige Sekunden lang durch den Raum trug, bevor er verhallte.

Stehend klatschte das Publikum begeistert Beifall und brachte die Mitwirkenden dazu, als Zugabe noch ein Segenslied von John Rutter zu singen. Es war ein wunderbarer Abend, nach dem man gerne noch mehr „Kathedralklänge“ in St. Anna hören möchte.

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