Rudolf Göbber über den ADFC-Saisonstart und seine Art der Fortbewegung

Ein Leben auf dem Radweg

Rudolf Göbber - Foto: Göbber

Twistringen - Von Detlef Voges. Rudolf Göbber und Bernhard Timmermann sind begeisterte Radler. Ein Tandem, um im Bild zu bleiben. Erstmal im Sattel, gibt es feste Regeln, wenn sie in der Gruppe mit dem Rad unterwegs sind. „Timmermann ist der Navigator, der fährt vorn weg. Ich bin der Lumpensammler, ich bleibe lieber hinten“, sagt Göbber, seit zwei Jahren Vorsitzender der Ortsgruppe Twistringen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC).

Göbber ist froh, beginnt doch am Montag, 26. März, der ADFC Twistringen mit seinem Tourprogramm 2018. Wie immer ein moderater Start mit einer Feierabendtour. Die Radler treffen sich um 18.30 Uhr am Sportplatz. Die Strecke beträgt wie bei allen anderen 13 Abendtouren etwa 25 Kilometer, die Durchschnittsgeschwindigkeit rund 17 km/h. „Es soll ja  Spaß machen“, sagt Göbber.

Das Fahrrad gehörte für Göbber schon immer zum Leben dazu. 30 Jahre hat er bei Daimler in Bremen gearbeitet. Als er mit 57 Jahren in Rente ging, trat der Twistringer kräftig in die Pedale. „Seitdem fahre ich jedes Jahr zwischen 12 000 und 13 000 Kilometer, jeden Tag mindestens 30 Kilometer“, sagt er nicht ohne Stolz.

Sich selbst bezeichnet der ausgebildete Tourenleiter als Genuss-Radler. „Ich nehme ein Brötchen und was zu trinken mit, setz’ mich zwischendurch irgendwo hin und beobachte mit dem Fernglas ganz in Ruhe Tiere und Natur“, erklärt der Twistringer ADFC-Vorsitzende und freut sich.

Seit drei Jahren pflegt er mit seinem Navigator Timmermann auch größere Touren. 2017 war Stade das Ziel einer Viertagesfahrt. In diesem Jahr bietet der ADFC vom 1. bis 6. Juni eine Tour über den Ostseeküsten-Radweg an. Die Gruppe startet in Plön, das Ziel heißt Stralsund. Stationen auf dieser rund 300 Kilometer langen Strecke sind Lübeck, Wismar, Bad Doberan, Dierhagen, Barth, Kühlungsborn, Warnemünde und Zingst.

Obwohl es draußen zumeist noch frisch und ungemütlich ist, startet der ADFC in die Radfahr-Saison. - Foto: dpa

Eine gut 270 Kilometer weite Wochenend-Veranstaltung steht vom 10. bis 13. August an. In vier Tagen wollen die Radler einen Teil von Deutschland mit dem Fahrrad abradeln. „Wir fahren linksseitig hoch zum Dümmer und rechtsseitig wieder zurück“, berichtet Göbber und verspricht schöne Landschaften.

Für die Dümmer-Strecke haben sich 22 Radler angemeldet, für die Ostsee-Route 26. Das Alter liegt zwischen 50 und 68 Jahren. „Die Hälfte fährt mit E-Bikes, die andere mit traditionellen Rädern. „Das geht schon, weil wir ja angepasst fahren“, so Göbber.

Das Angebot der ADFC-Ortsgruppe Twistringen ist vielfältig. Es reicht von Tagesunternehmungen über 25 Kilometer bis zu den Mehrtagestouren mit 300 Kilometern Länge.

Neben den abendlichen Aktionen gibt es auch Sonntagstouren (Start um 10 Uhr), Frühstücks- und Themenfahrten. Dazu zählen zum Beispiel die Spargeltour am 12. Mai, die Fahrt nach Holschenböhl am 27. Mai, die Kranich-Route am 17. Juni und die Sparerips-Fahrt am 4. September. Beliebt sind Göbber zufolge auch die geführten Vorhaben. Erich und Wilfried starten am 22. April von der Behlmer Mühle und klappern danach die Orte Engeln, Hohenkamp, Affendorf, Haendorf, Lichtenberg, Bücken, Hoya, Hoyerhagen und Mallen ab. Ulla und Albert laden für den 10. Mai zu einer noch unbekannten 55-Kilometer-Fahrt ein. Sicher ist allerdings schon jetzt: Es gibt Kaffee und Kuchen. Ihr Ziel wollen auch Leni und Ilse für ihre Fahrt am 22. Juni noch nicht verraten. Dagegen steht Uschis Radausflug am 26. August schon fest: Über Groß Ringmar, Bramstedt, Högenhausen und Ristedt leitet sie die Gruppe nach Leeste und über Syke zurück.

Bernhard Timmermann lädt zur Reise auf der Geest für den 16. September ein. Von Oythe bei Vechta geht es vorbei an Feldern und Wiesen durch die Obstanbaugebiete rund um Langförden nach Bühren, Schwichteler, Bakum, Lohne und zurück nach Vechta. Länge: rund 60 Kilometer.

Jemand, der so viel herumkommt wie Rudolf Göbber, kennt auch die maroden Wege. „Ja“, sagt er, „die Radwege an der Dehmse und um Drentwede sind schlecht.“ Aber der ADFC-Chef weiß auch von Wegen bei Ehrenburg, die die Gemeinde von zugewachsenem Gras befreit hat. Dadurch seien die Radwege bis zu 40 Zentimeter breiter geworden, so Göbber.

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