Landkreis investiert 5,6 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung der Haupt- und Realschule in Twistringen

Auf dem Weg zur Ganztags-Oberschule

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Der 16er-Trakt (r.) soll abgerissen werden. Auch der Altbau (l.), der zurzeit für Flüchtlinge genutzt wird.

Twistringen - Von Theo Wilke. Für rund 5,6 Millionen Euro wird der Landkreis die Twistringer Haupt- und Realschule sanieren und erweitern – für den Betrieb einer Oberschule als Ganztagsschule mit Mensa und Küche bis spätestens 1. August 2018. Dies hat der Kreistag vor Weihnachten noch beschlossen.

Altbau und 16er-Klassentrakt werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die kleine alte Sporthalle an der Hohen Straße aber noch nicht. Nach dem Kreistagsbeschluss soll die Verwaltung zunächst mit der Stadt Twistringen über den weiteren Umgang mit der Turnhalle verhandeln. Von Seiten der Stadt gibt es dazu ebenfalls noch keine Entscheidung.

Für eine mögliche Sanierung (unter anderem Anbau von Umkleideräumen) sind die Kosten bereits ermittelt: etwa 363000 Euro. Rat und Verwaltung haben die Summe allerdings nicht im Stadthaushalt 2016 veranschlagt, weil nicht absehbar ist, wie lange die Turnhalle noch als Flüchtlingsnotunterkunft genutzt wird.

Am Twistringer Schulzentrum möchte man gern das erfolgreich praktizierte Lehrerraumprinzip beibehalten. Schulleiter Jörg Lorenz hatte dies schon im Kreisschulausschuss erklärt und zusätzlichen Raumbedarf angemeldet. Danach werden allgemeine Unterrichtsräume nicht mehr Schulklassen zugeordnet, sondern Lehrkräfte haben ihre festen Räume. Sie wechseln nicht mehr, sondern die Schüler kommen zu ihnen.

Dieses pädagogische Konzept ist bundesweit noch nicht so verbreitet, zunehmend wird es aber schon von weiteren Schulen ausprobiert. In vielen Nachbarländern ist das Lehrerraumprinzip schon die Regel.

Die Twistringer Haupt- und Realschule wird langfristig dreizügig sein und 18 Klassenverbände haben. Ausgehend vom Lehrerraumprinzip ist die Umsetzung des Sanierungs- und Erweiterungskonzepts für die zukünftige Ganztags-Oberschule vorgesehen. Das Hauptgebäude mit Aula sowie die große Sporthalle bleiben. Neben dem 16er-Trakt aus den 1970er-Jahren – 2009 zum Teil saniert und energetisch auf dem Stand von vor 60 Jahren – werden auch der marode Altbau aus den 1950er-Jahren sowie der Trakt (früher Stadtbücherei und Lehrküche) an der Hohen Straße verschwinden. Nur die Ein-Feld-Turnhalle könnte noch sinnvoll genutzt werden.

Der Neubau soll eine Mensa (für rund 100 Personen pro Schicht), eine entsprechende Küche sowie jeweils einen Fachunterrichtsraum für Kunst, Textiles Gestalten und Hauswirtschaft enthalten. Außerdem sechs allgemeine Unterrichtsräume. Damit will der Landkreis den Raumbedarf der aktuellen Situation anpassen. Zwei Alternativlösungen (ein Neubau mit Erhalt des 16er-Trakts oder: Neubau mit 16 allgemeinen Räumen) wurden aus Kostengründen verworfen.

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