Landesbehörde stellt drei Varianten im Twistringer Bauausschuss vor

B51-Sanierung: Bäume und Parkplätze fallen weg

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Wie auch immer die Sanierung der B51 ausfällt: Zahlreiche Bäume müssen laut Landesbehörde gefällt werden.

Twistringen - Von Theo Wilke. Die Bundesstraße 51, die das Twistringer Stadtzentrum durchschneidet, muss dringend saniert werden. Drei Varianten hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Dienstagabend im Ratsbauausschuss vorgestellt. Dietmar Thomsik favorisiert einen Ausbau mit beidseitigem Radfahrerstreifen als „höchsten Gewinn an Sicherheit“. Wie auch immer sich die Stadt entscheide, es koste zahlreiche Bäume und Parkplätze.

„Die Zeit läuft uns weg“, meinte der stellvertretende Behördenleiter. Er brauche eine Entscheidung der Stadt Twistringen bis zum März. Das Planfeststellungsverfahren würde dann gut ein Jahr dauern. Thomsik konnte aber noch keine konkreten Pläne, Zahlen oder Kosten vorlegen. Nach ersten Gesprächen mit Kommune, Polizei, ADFC und weiteren Beteiligten betonte Thomsik im Rathaus: „Ich stelle Ihnen heute nur vor, was unsere Behörde umtreibt – wir haben bisher nur Bilder gezeichnet.“

Im ersten Abschnitt zwischen Ortseinfahrt (von Bassum aus) und Einmündung Harpstedter Straße braucht es kein Planfeststellungsverfahren, da ist schon 2016 etwas möglich. Dort werde man die gesamte Fahrbahn erneuern, in den Seitenräumen nur zum Teil reparieren, wo etwa Bordsteine verdrückt seien oder Pflaster abgesackt sei.

Völlig anders und komplizierter sieht es laut Behördensprecher auf dem rund 1,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Einmündungen der Harpstedter sowie Nienburger Straße aus. Baubeginn wäre nicht vor 2017.

Thomsik empfiehlt den Twistringern eine Ausbauweise mit richtungsbezogenen, beidseitigen und rot markierten Radfahrerstreifen (1,85 Meter breit) neben der Hauptverkehrsspur (3,75 Meter). Anschließend Gehweg und Grün. Oder: bei einer „durchmischten“ Form die Radfahrerspur mit zusätzlichem Schutz- beziehungsweise Sicherheitsstreifen auf der Straße, begrenzt durch unterbrochene Markierungslinien. Deshalb, um etwa im Begegnungsverkehr breiteren Fahrzeugen ein Ausweichen zu ermöglichen.

Die zweite Variante beinhalte den Fahrbahnausbau mit beidseitig aufwändig angelegtem Geh- und Radweg. Eine dritte Variante hat der ADFC ins Gespräch gebracht: „Alles so belassen und die Straße neu bauen in den üblichen Regelabmessungen“, erklärte Dietmar Thomsik.

Von insgesamt 92 Parkplätzen würden im ersten Fall 45, bei der zweiten 50 und bei der dritten Variante etwa 28 Einstellplätze wegfallen. Beispielsweise wird vor dem Rathaus kein Platz mehr für den vorhandenen Parkstreifen sein.

Zur Lindenallee: Bis zu 2,50 Meter Abstand müsse man bei Ausschachtungsarbeiten halten, sonst „ist ein Baum gefährdet und ist nicht zu halten, er wird sterben“, so Thomsik. Je nach Sanierungsvariante müssten wohl zwischen 27 und 37 Bäume gefällt werden.

Was die Kosten angeht, weiß der Behördensprecher heute nur, dass eine Fahrbahnerneuerung mit Radfahrerstreifen für die Kommune kostengünstiger ausfällt, weil der Bund Verursacher ist: Twistringen müsste nur in den Gehwegbereich investieren. Die zweite Variante mit beidseitigem Geh- und Radweg fällt dagegen für den Bund günstiger aus. Die dritte ist demnach die teuerste Variante für die Stadt.

Hinzu kommt noch, dass der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) schon angekündigt hat, dass er im Zuge der Baumaßnahmen zwischen Harpstedter und Nienburger Straße seine zu kleinen Leitungsrohre gegen neue mit größerem Durchmesser ersetzen muss.

Schließlich müsse man, hieß es weiter, alle bisherigen Entwürfe und Überlegungen mit Vorbehalt sehen.

Die anschließende kurze Debatte im Ausschuss zeigte, dass viele Fragen offen sind. Bedenklich fand mancher, dass bei der Radfahrerstreifen-Variante gerade Schulkinder gefährdet würden. Auf den Hinweis, sicherer sei ein Radweg, entgegnete der Vertreter der Landesbehörde aus Nienburg, dass der Bund nur dort Radwege genehmige, wo es eine ausgesprochene Gefahrensituation gebe. Dies sei hier nicht der Fall.

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