„Land-Art“-Ausstellung im Heiligenloher Atelier Birkenhof / Karin-Maria Menks Werke muss man erst entdecken

Windengel und Waschmaschinen

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Bei der „Land-Art“-Ausstellung von Karin-Maria Menk (6.v.l.) im Atelier Birkenhof können Kunstliebhaber auf Entdeckungsreise gehen. Elf Künstler zeigen eine große Vielfalt an Bildern und Skulpturen, wie diese von Ulrich Graf Nottrodt (r.) als „Organic“ bezeichneten Objekte.

Heiligenloh - Von Heiner Büntemeyer. An zwei Wochenenden präsentieren elf Künstlerinnen und Künstler im Atelier Birkenhof in Heiligenloh eine interessante und anregende Vielfalt an Bildern und Skulpturen. Gastgeberin Karin-Maria Menk ist es gelungen, sieben Mitglieder der Bremer Künstlergemeinschaft Cap Hoorn ART für eine Teilnahme an dieser Ausstellung unter dem Titel „Land-Art“ zu gewinnen.

Natürlich stellt die Gastgeberin auch eigene Arbeiten vor. Während ihre Gäste Werke in der Reithalle ausstellen, hat sie ihre Bilder in einem kleinen Nebenraum aufgehängt, wo die Besucher sie fast erst entdecken müssen.

Sie dürfen dann die kleinen Werke der Künstlerin bewundern, viele davon sind in erdigen Farben gehalten, einige sind raffinierte Collagen. Dabei verwandelt sie die nahezu grafischen Muster eines Stuhlgeflechts, um daraus fantasievoll Brücken zu konstruieren. Nach eigener Aussage malt sie nur sonntags, „dann aber mit Leidenschaft“.

Passend dazu zeigte die Dötlinger Künstlerin Anne Hollmann zwei „Windengel im Boot“. Diese Skulpturen stehen auf einem grazilen dreibeinigen Stativ und scheinen anmutig durch die Wellen zu fliegen. Sie verwendet unterschiedliche Materialien, aber egal, ob sie mit Papier oder mit Beton arbeitet, durch das Verwenden von Patina verleiht sie ihren fantasievollen Skulpturen einen unverwechselbaren eigenen Stil.

Die Gröpelinger Künstler stellen sich in der Reithalle mit zum Ambiente passenden zumeist großformatigen Bildern vor. Sie verwenden ganz unterschiedliche Materialien, wobei die Malstile vom Gegenständlichen bis Pop-Art reichen. Die herrlichen „Kraniche“ und andere Tiere von Andrea Liebig könnten fast einem anatomischen Lehrbuch entstammen, wobei der Titel „Platt gemacht“ für das Abbild einer Scholle zum Schmunzeln anregt.

Motive aus der Natur verwendet auch Gudrun Salgmann, wenn sie die kahlen Zweige einer Baumkrone oder die raffiniert angeordneten Schraffuren an Baumstämmen darstellt. Dagegen erinnern die Installationen von Gisela Job an Warhol. Die Reihe der präzise dargestellten Waschmaschinen steht symbolisch für die Fließbandproduktion, in der die Geräte hergestellt werden.

Strukturbilder zeigt Gudrun Bleeker. Sie verarbeitet Alltagsmaterialien, zeigt in ihren Bildern aber auch eine sehr dekorative Form der Wischtechnik.

Auffällig sind die Holzplastiken von Ulrich Graf Nottrodt. Erstaunlich, wie es ihm gelingt, aus einem Baumstamm ineinander verschlungene Kettenglieder oder zwei gegenläufig sich windende Spiralen so zu gestalten, dass ihre Ausläufer sich in der Höhe fast zu berühren scheinen.

Auch die von Graf Nottrodt als „Organic“ bezeichneten und ebenfalls aus einem Stück gefertigten Holzarbeiten zeigen nicht nur künstlerisches, sondern auch handwerkliches Können. Im Außenbereich hat Rolf Gübler seine Plastiken ausgestellt. Er verwendet bei seinen Objekten Materialien, die er gefunden und zusammengefügt hat.

Geöffnet ist die Ausstellung noch am Sonnabend, 12. September (14 bis 18 Uhr), und Sonntag, 13. September (11 bis 18 Uhr).

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