Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr: „Wir evakuieren!“

Nach rasantem Start kehrt in Marhorst die Routine ein

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Geordneter Rückzug beim Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr in Marhorst vom Lagergelände...

Marhorst/Twistringen - Seit zwei Tagen hatten die Lagerleitung die Wettermeldungen im Blick. Gestern um 16.30 Uhr fiel die Entscheidung: „Wir evakuieren.“ Noch vor der offiziellen Eröffnung des 35. Kreiszeltlagers der Jugendfeuerwehren in Marhorst war erst einmal Schluss mit dem Lagerleben.

Die fast 1800 Kinder, Jugendlichen und Betreuer aus 59 Feuerwehren wurden in den sicheren Wänden des Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums untergebracht.

Der spontane Umzug in die drei Kilometer entfernte Schule funktionierte zügig und reibungslos. Fünf Busse transportierten die Teilnehmer im Pendelverkehr. Mitnehmen durften sie nichts.

Die Gruppen hatten sich gerade fertig in ihren Zelten eingerichtet, die ersten hatten schon ihre Uniformen an, denn die Eröffnungsfeier sollte gleich beginnen. Da hieß es über die Lautsprecheranlage: Besucher verlassen sofort das Gelände, alle Teilnehmer zu ihren Plätzen.

„Zieht Euch einen Pulli an, nehmt Eure Wertgegenstände, und dann antreten.“ Wo, wenn nicht bei den Spezialisten für Notfälle, reichen kurze, klare Ansagen in einem solchen Fall.

KJFW-Teilnehmer zurück in der Zeltstadt in Marhorst

Filko und Marcel aus Neuenkirchen waren im ersten Moment sprachlos. „Evakuierung. Ja!“, entfuhr es ihnen dann. Wie nahezu alle Teilnehmer nahmen auch die beiden 13-Jährigen die Planänderung gelassen. Gestern hätte der Nachtorientierungsmarsch stattfinden sollen. Stattdessen ein anderes Abenteuer. So sah es auch Malguth Meyer aus Ristedt. Sie hatte sich gerade von ihrer 14-jährigen Tochter verabschiedet, als die Durchsage kam. „Ich gehe ohne Sorge“, sagte sie. „Die Kinder sind hier in guten Händen.“

Evakuierung des Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Marhorst

Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Marhorst

Das bestätigte sich während der etwa zwei Stunden dauernden Evakuierung. In der Schule bezog jede Gruppe einen Klassenraum. Dank Karten- und Handyspielen wurde es nicht langweilig. Als dann Frikadellen und Kartoffelecken auf den Abendbrottisch kamen, war die Laune so gut, dass Kreisjugendfeuerwehrwart Lars Genthe das Zeltlager offiziell eröffnete.

Nach dem rasanten Start nimmt das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager am Sonntag seine Routine auf. Noch in der Nacht wurden die evakuierten Kinder und Jugendlichen in die Zeltstadt zurück gefahren. Am Morgen waren sie zwar müde, gingen jedoch nach einem stärkenden Frühstück voller Elan an den Start zu den Bundeswettbewerben. aks

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