Drei Jahre Vorbereitung für das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager zahlen sich aus

Unwetter? Kein Problem!

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Wenn es schon regnet, holt man einfach noch mehr Wasser und gönnt sich eine Dusche.

Marhorst - Von Tobias Kortas. Nein, es ist wirklich nicht alltäglich, was sich in diesen Tagen im beschaulichen Marhorst zuträgt. Etwas mehr als 700 Menschen leben im Twistringer Ortsteil. Dagegen stellen sich 1804 Jugendliche, circa 150 Helfer und um die 300 Betreuer, die für das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2015 zusammenkommen.

Dieter Wendt, stellvertretender Presssesprecher der Kreisjugendfeuerwehr im Landkreis Diepholz, wirkt sehr gelassen. Bei allen Vorfällen, Unwägbarkeiten und Problemen, die ein Zeltlager mit mehr als 2000 Leuten mit sich bringt, ist das ein Widerspruch – könnte man meinen.

Tatsächlich hat die Ruhe des Pressesprechers gute Gründe. „Die Planung für das Zeltlager ist bereits drei Jahre im Voraus angelaufen“, erklärt Wendt. „Die Kreisjugendfeuerwehr hat seitdem alles stabsmäßig geplant, selbst die Müllentsorgung. Wenn eine bestimmte Sache fehlt, funktioniert wieder eine andere nicht. Dazu muss man immer einen Puffer für Schwierigkeiten haben.“ Für die Vorbereitung des Geländes habe sich die Ortsfeuerwehr Marhorst mit Unterstützung der übrigen Twistringer Feuerwehren verantwortlich gezeigt, ob dies nun das Einsäen von Rasen oder das Verlegen von Kabeln betrifft.

So war es laut Wendt auch nicht problematisch, bei der Unwetterwarnung am Sonnabend mal eben das größte Jugendzeltlager in Niedersachsen zu evakuieren. „Für diesen Fall war alles vorgeplant, wir haben unsere festen Sammelplätze und am Freitag bereits überlegt, was wir bei einem Unwetter tun können.“ Deshalb seien der Transport aller Jugendlichen per Bus ins Gymnasium Twistringen und die Rückkehr ins Zeltlager am Sonntag auch entspannt abgelaufen. Mit so etwas müsse man in Norddeutschland eben rechnen, sagt Wendt und schmunzelt. Einen Anlass zur Freude hat die Evakuierung dann doch mit sich gebracht: „Wir hatten im Internet 47000 Zugriffe auf die von uns veröffentlichte Meldung darüber“, erklärt Klaus Krebs, stellvertretender Stadtbrandmeister der Feuerwehr Twistringen.

Beeindruckend ist ferner die Größe des Geländes für das Zeltlager. „Das erstreckt sich über elfeinhalb Hektar, sechseinhalb machen allein die Zelt- und vier die Parkplätze aus“, so Krebs. Außerdem sind noch der sogenannte Dorfplatz samt des Verpflegungszettels mit drei Mahlzeiten am Tag, einer Cafeteria, der technischen Einsatzleitung, einer Wache und der Lagerleitung auf dem Gelände zu finden. Für den Fall, dass die Jugendlichen einmal ein Wehwehchen haben, ist das Rote Kreuz mit acht Personen, die eine Arztpraxis betreiben, vor Ort.

In einem benachbarten Teich gehen Bootswettbewerbe über die Bühne. Dazu bieten Bundeswettbewerbe, Volleyball, Völkerball und Indiaca (Rückschlagspiel mit einer Art Federball) jede Menge Platz für Spaß – und Ehrgeiz. Denn am Ende gibt es unter den 55 Jugendwehren einen Gesamtsieger aus allen Wettbewerben, zudem werden Einzelsieger aus den jeweiligen Wettkämpfen ermittelt.

Gestern wussten die Jugendlichen auch trotz wiederholter Regenschauer ihre Zeit gut zu nutzen. Wer nicht gerade bei einem Spiel dabei war, entspannte sich im Zelt oder nahm spontan eine Dusche unter freiem Himmel.

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