Lichtdurchflutet und mit Dachgarten

Zentralklinik-Modell überzeugt: „Schöner habe ich es noch nie gesehen“

Ein Modell zeigt das mögliche Gebäude der Zentralklinik in Twistringen-Borwede.
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Der Clou sind das Sockelgeschoss (unten links) und der Dachgarten: Das Krankenhaus-Planungsunternehmen Ludes Architekten Ingenieure aus Recklinghausen hat den ersten Preis gewonnen. Prämiert sind bereits seine Entwürfe für Kliniken in Offenburg und München.

Im Landkreis Diepholz soll ein zentrales Krankenhaus entstehen. Während die Standortwahl vielen nicht sehr gut gefällt, überzeugt ein nun vorgestelltes Modell der Zentralklinik.

Landkreis  Diepholz – Lichtdurchflutet, klar strukturiert und mit einem Dachgarten versehen: Dieses Modell überzeugte im Architektenwettbewerb für die neue Zentralklinik in Borwede die Fachjury. Entworfen hat es das Krankenhaus-Planungsunternehmen Ludes Architekten Ingenieure aus Recklinghausen.

Zur Wahl standen zwölf Zentralklinik-Entwürfe. Zwei Tage lang wurden sie von Fachleuten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und nach verschiedensten Kriterien geprüft – eine Mammutaufgabe, in die auch Vertreter der Kreistagsfraktionen eingebunden waren. Allerdings ohne Stimmrecht, darauf hatten sie nicht bestanden.

Sieger-Modelle für Zentralklinik in Twistringen vorgestellt

„Das ist ein großer Vertrauensbeweis“, betonte Landrat Cord Bockhop am Mittwoch bei der Vorstellung der Sieger-Modelle im Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium – und verriet, dass sich die Beteiligten allein am ersten Begutachtungstag elf Stunden lang mit den Modellen und Planungsunterlagen auseinandergesetzt hatten.

Vier Modelle waren in die engere Wahl gekommen, zwei davon erhielten eine – auch monetäre – Anerkennung. Aus den anderen beiden wählte die Fachjury, in der Architekten, Vertreter des Landes sowie der Ärzte und Pflegekräfte mitwirkten, das Siegermodell (mit 100.000 Euro dotiert) aus. Das auf Platz zwei (80.000 Euro) besteht aus drei miteinander verbundenen Bauquadern. Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft bieten beide.

Die Klinikmodell-Fassade des Siegermodells.

„Es sind beides sehr gute Vorschläge“, so Landrat Cord Bockhop. Welcher davon realisiert wird, steht noch nicht fest. Das hängt von zahlreichen, bereits festgelegten baurelevanten Kriterien ab. Aber das Ludes-Modell ist der klare Favorit.

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Charakteristisch für diesen Krankenhaus-Entwurf ist ein flacher Baukörper, der sich harmonisch in die Weite der Umgebung einfügt. „Es entsteht – im Gegensatz zum weitverbreiteten Bild eines Krankenhauses – ein niederschwelliges und menschliches Gebäude, das den ankommenden Patienten und Besuchern die Angst nimmt und ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit schafft“, beschreibt das Planungsbüro Ludes seinen Entwurf. Geprägt ist er durch eine lichtdurchflutete Fassade mit viel Glas und Holz – eine Optik, die sich in den Patientenzimmern fortsetzt. Akzente setzen sogenannte Höfe – Einschnitte in den Gebäudekörper. Das Zentrum des oberen Gebäudeteils bildet ein parkähnlicher, weitläufiger Garten: „Ein besonderes, zusätzliches Angebot für Patienten, Besucher und Personal zum Verweilen.“

Gliederung der Klinik-Funktionsbereiche ermöglicht kurze Wege

Bestechend ist für Klinikverbund-Geschäftsführer Uwe Lorenz vor allem die klare Gliederung der Funktionsbereiche, die ein Krankenhaus der kurzen Wege schafft: Über dem Untergeschoss (für Logistik und Technik) entsteht ein Sockelgeschoss – medizinisches Herzstück des Hauses. Notaufnahme, Radiologie, Geburtshilfe, Diagnostik sowie andere notwendige Abteilungen und Einrichtungen werden dort untergebracht – ausgerichtet nach Synergieeffekten.

Die Klinikmodell-Fassade gefällt (v.l.) Landrat Cord Bockhop, Aufsichtsratsvorsitzendem Wolfram van Lessen und den Geschäftsführern Ralph Ehring sowie Uwe Lorenz.

Im Erdgeschoss sind unter anderem Café und Verwaltung sowie die Geriatrie vorgesehen, im ersten und zweiten Obergeschoss die Patientenzimmer. Die Pflege soll „ein Ort des Wohnens, der Ruhe und der Heilung sein“, so das Planungsbüro. Auf beiden Pflegeebenen entstehen jeweils vier Stationen, die ringförmig um den zentralen Patientengarten angelegt werden.

Michael Höge, Chefarzt der Kardiologie, ist beeindruckt von der „Medizin der ultrakurzen Wege“, die dieses Modell ermögliche: „Schöner habe ich es noch nie gesehen.“ Durch die Trennung der einzelnen Bereiche könne eine Ruhe geschaffen werden, so Pflegedienstleiterin Brunhilde Ebenthal, „wie ich sie noch nie in einem Krankenhaus erlebt habe.“

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