Twistringen im Selbstversuch: Ilka Rickers probiert die Trendsportart Piloxing aus

Kopf abschalten und Zähne zusammenbeißen

Ilka Rickers hält gut mit, obwohl die Handschuhe mit Granulat gefüllt sind und von Minute zu Minute schwerer werden.

Twistringen - Von Ilka Rickers. Piloxing heißt eine neue Trendsportart aus Hollywood. Dabei werden Box-Bewegungen mit Pilates-Übungen kombiniert. Wie das genau funktioniert, und ob dabei wirklich die Pfunde purzeln, verrät unsere Mitarbeiterin Ilka Rickers. Sie war beim Probetraining dabei.

Ich bin eher der unsportliche Typ. Hin und wieder mache ich mal Zumba, fahre Inliner oder gehe im Sommer schwimmen. Doch mich interessieren neue Trends. Seit vergangenem Herbst wird Piloxing in dem Tanzstudio, wo ich auch Zumba mache, angeboten. Mich packte die Neugier. Ich wollte die neue Sportart unbedingt ausprobieren. Mich reizt die Kombination aus Boxen und Pilates. Beides habe ich zuvor noch nicht ausprobiert. Ich fange also bei Null an.

Im Tanzstudio an der Gottlieb-Daimler-Straße werde ich von Jacqueline Wüppenhorst begrüßt. Sie leitet die Kurse jeden Donnerstag und Freitag. Ihr Mann Jens gibt Unterricht in der Kampfsportart Mixed-Martial-Arts. Deshalb ist der Kursraum auch mit Hanteln und Boxsäcken ausgestattet. Ich stutze. Doch die werden wir beim Piloxing nicht benutzen, wird mir versichert.

Mit Herzklopfen betrete ich die große Halle. In der Mitte steht ein Podest, auf das sich Wüppenhorst stellt, um die Übungen vorzumachen. An den Wänden sind große Spiegel angebracht, damit wir uns bei unseren Übungen genau beobachten können. Zum Glück ist es noch recht kühl, denke ich. Meine Sportschuhe konnte ich zu Hause lassen. Ich sollte mir Stoppersocken mitbringen oder barfuß trainieren.

Jacqueline drückt mir spezielle Handschuhe in die Hand. Auf jeder Seite sind sie mit 300 Gramm Granulat gefüllt. Das hört sich zunächst nicht viel an, doch bereits nach kurzer Zeit merke ich das Gewicht. „Oha“, denke ich, „das wird eine anstrengende Stunde werden“.

Meine Kurspartnerinnen sind schon ganz gespannt auf meinen ersten Eindruck. Sie haben bereits mehrere Stunden hinter sich und sind geübt. Wir fangen mit kleinen Aufwärmübungen an. Zu lauter Techno-, House- und Dance-Music bewegen wir unsere Arme und Beine. Ich muss mich sehr stark konzentrieren, dass ich die gerade Haltung beibehalte. Schon jetzt merke ich das Gewicht der Handschuhe. Die Armbewegungen haben es in sich. Nur nichts anmerken lassen. – Lächeln!

Nun nehmen wir alle eine typische Boxhaltung ein. Die Hände sind zu Fäusten geballt und werden vor die untere Hälfte des Gesichts gehalten. Das rechte Bein nach vorne und das linke nach hinten. Nun holen wir mit der rechten Faust zum Schlag aus. „Pro Sekunde mindestens drei Schläge, und dabei natürlich nicht die Beinarbeit vernachlässigen“, höre ich die Trainerin. Im gleichen Tempo tripple ich von einem Fuß auf den anderen. Der Schweiß rinnt. Es sind erst zehn Minuten vergangen! Leichte Panik steigt in mir auf: „Wie soll ich das nur durchhalten?“ Der Anstrengungsgrad steigert sich noch weiter. Jetzt bleiben die Beine in der Ausgangsposition stehen. Der rechte Arm holt zu einem Schlag aus. Ich muss in die Hocke gehen und einen weiteren Schlag ausüben. Ich zähle 50 Schläge, dann wird zum linken Arm gewechselt. Meine Arme werden immer schwerer. Ich beiß’ die Zähne zusammen. „Nur nicht aufgeben!“

Die Trainerin spornt uns immer wieder an. Das gibt neue Kraft. In den letzten 15 Minuten machen wir ohne Handschuhe Übungen auf dem Boden. „Oh, wie schön, liegen“, denke ich. Doch nur kurz. Von Erholung keine Spur! Nun werden die Arm-, Bein- und Bauchmuskulatur noch einmal völlig ausgereizt. Mein Kopf hat längst abgeschaltet. Ich denke gar nichts mehr, konzentriere mich nur noch darauf, durchzuhalten.

Nach einer Stunde habe ich es endlich geschafft. Zwischendurch musste ich kleine Verschnaufpausen einlegen, doch das war auch bei den anderen Teilnehmerinnen der Fall. Sie sind stolz auf mich. Ich bin stolz auf mich.

Mein Fazit am nächsten Tag: Der Muskelkater hat jede Stelle meines Körpers erreicht. Jede Bewegung schmerzt. Doch das Training war super. Ich werde weitermachen. Piloxing kann ich jedem empfehlen, der es liebt, sich völlig auszupowern!

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