Konrad Hammann möchte wieder mit Hilfstransport nach Litauen / Wünsche 2016: Gesundheit, Ehrenamt und Familie

„Wir sind dort nicht als reiner Lieferant“

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Den Vorsitz des Freundeskreises Litauen und sein Amt als Schiedsmann hat er 2015 abgegeben: Konrad Hammann engagiert sich aber weiter ehrenamtlich und bleibt Kassenwart des Freundeskreises.

Twistringen - Von Theo Wilke. „Ich wollte nicht mehr an erster Stelle stehen, sondern Jüngeren Platz machen – aus gesundheitlichen und Altersgründen“, sagt Konrad Hammann. Der 74-Jährige von der Hohen Straße in Twistringen hat im Oktober nach 15 Jahren seinen Vorsitz beim Freundeskreis Litauen an Carsten Werft abgegeben. Er bleibt aber Kassenwart, und auf jeden Fall möchte er sich weiter ehrenamtlich für seine Mitmenschen engagieren, auch im 1400 Kilometer entfernten Kaisiadorys.

Nach zahlreichen Operationen im vergangenen Jahr wünscht sich Hammann für 2016 in erster Linie Gesundheit. „Wir sind und bleiben Optimisten“, spricht er auch für seine Frau Irene. Die 70-Jährige setzt sich schon lange unter anderem bei den Maltesern für die Senioren in Twistringen und ebenfalls für die Hilfstransporte nach Litauen ein.

Auf der Wunschliste der beiden steht ganz oben die Familie – „und dass wir unsere drei Enkelkinder weiter begleiten. Das liegt uns sehr am Herzen“, so der zweifache Familienvater, der 2015 nach 33 Jahren auch seinen Schiedsmannsposten aufgegeben hat. „Ich musste abspecken“, erklärt er. Der ausgesprochene Zahlenmensch zeigt in seinem Hausbüro auf die vielen farbig unterschiedlichen Ordner in den Wandregalen. Der Inhalt: Informationen, Zeitungsausschnitte und Schriften aus mehreren Jahrzehnten zur Feuerwehr, zur Litauenhilfe, auch über die Malteser.

Seit 1963 ist Hammann in der Ortsfeuerwehr, war mehr als 40 Jahre Schrift- und Kassenwart und brachte es bis zum Hauptfeuerwehrmann. Der pensionierte Volksbanker (25 Jahre im Vorstand) erinnert sich schmunzelnd, dass er bei Feueralarm die Freiheit hatte, seinen Arbeitsplatz sofort zu verlassen – auch wenn er gerade das Geld eines Kunden zählte. Dann ließ er alles stehen und liegen.

Vor gut 20 Jahren ist von Aktiven in der katholischen Kirchengemeinde die erste Nothilfe für Litauen angeleiert worden. „Seitdem sind wir schon 22Mal da gewesen“, erzählt der 74-jährige Hammann. Im Jahre 2000 wurde ein eigener Verein, der Freundeskreis, gegründet und Hammann wurde Vorsitzender. Über seinen Nachfolger, Carsten Werft, Fachbereichsleiter im Rathaus, freut er sich: „Es kann nicht schlecht sein, als Verein direkten Kontakt bei der Stadtverwaltung zu haben.“

Im Juni wird es den nächsten Hilfstransport nach Kaisiadorys geben. „Die Frage, ob Hilfslieferrungen in ein Land der europäischen Union noch zeitgemäß sind, ist bei oberflächlicher Betrachtung sicher gerechtfertigt“, betont Konrad Hammann. Jedoch hätten die Eindrücke und Erlebnisse, „denen wir auf unseren Fahrten begegnet sind, gezeigt, dass Arbeitslosigkeit, Armut und zum Teil Hoffnungslosigkeit immer noch den Lebensalltag vieler Menschen in Litauen bestimmen“.

Im Juni möchte der Ex-Vorsitzende mit seiner Frau erneut mitfahren und Freunde besuchen. „Das ist wie ein großes Familientreffen.“

Das Anliegen von Freundeskreis und Maltesern sei nicht nur, Hilfsgüter zu bringen, sondern sich dort auch kulturell auszutauschen, Land und Leute kennenzulernen. „Wir pflegen persönliche Beziehungen, wir sind dort nicht als reiner Lieferant“, so Hammann.

Was der Twistringer heute ein bisschen bedauert und vermisst: weitere kulturelle Partnerschaften, etwa zwischen dem Twistringer Blasorchester und litauischen Musikern – oder auch intensivere Kontakte vom Strohmuseum aus nach Kaisiadorys. Das habe bislang leider noch nicht geklappt.

Umso mehr freut ihn der Jugendaustausch zwischen einer Band aus Kaisiadorys und der Rockgruppe Die for Pie vom Gymnasium.

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