Kolping-Vorsitzender hört auf

Flüchtlinge, Zäsur und ein Spagat

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Walter Beckmann.

Twistringen - Von Theo Wilke. „Es geht nicht um die große Flüchtlingspolitik“, betont Kaplan Jan Witte von der Twistringer St.-Anna-Kirchengemeinde. Walter Beckmann, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, und Witte kündigen für Dienstag, 1.März, im Pfarrzentrum (19 Uhr) einen Infoabend zur Situation der Flüchtlinge an. Am Sonntag, 13. März, erfährt die 1890 gegründete Kolpingsfamilie eine Zäsur: Der Vorsitzende wird nach 20 Jahren aufhören. Damit verbunden ist eine Neuausrichtung der Gemeinschaft und eine Verkleinerung des Vorstandes.

Die Alterspyramide, der demografische Wandel, sie treiben die Kolpingsfamilie um. Auch Präses Witte. Er fordert: „Da müssen wir reagieren. Wir leiden auch darunter, dass Kirche an Relevanz verloren hat.“ Die Zeiten hätten sich gravierend verändert. Nicht nur eine auf die Zukunft ausgerichtete Kolpingsarbeit brauche mehr aktuelle Bezüge. „Wie soll sich die Kirchengemeinde weiterentwickeln?“ und „Wie wollen wir gesellschaftliche Themen gestalten?“ sind für Beckmann und Witte zentrale Fragen.

Im Vorfeld der Generalversammlung am 13. März hat es zwei Treffen gegeben. Der Kaplan nennt sie Werkstatt-Gespräche, „wo auch ordentlich gehobelt wird“. Das Feilen und Polieren sei Sache des Vorstandes.

Themenabende, wie den zur Flüchtlingsproblematik am 1.März, gab es auch schon in der Vergangenheit. „In Zukunft möchten wir auch andere Themen besprechen“, erklärt Kaplan Witte. Er denkt beispielsweise an die Verrohung der Sprache, soziale Netzwerke, Zukunftsperspektiven für Jugendliche und junge Erwachsene oder auch an den regionalen Arbeitsmarkt.

„Wir erfinden das Rad nicht neu. Aber wir müssen den Spagat zwischen dem Bewährten und den Zukunftsaufgaben hinbekommen“, betont der Kolpingpräses.

Walter Beckmann weiß: Die Kolpingsfamilie muss die Jugend mehr mit einbinden. Der Vorsitzende hat sich entschieden, nach zwei Jahrzehnten Führungsarbeit das Ehrenamt abzugeben. Ein Nachfolger ist in Sicht. Bei der Generalversammlung soll der Vorstand von bislang zwölf auf fünf Mitglieder verkleinert werden. Neben der Kernmannschaft wird es dann weitere Aktive geben, die sich projektbezogen engagieren.

„Unser neues Programm spiegelt die Ziele der Kolpingsfamilie wider“, unterstreicht Walter Beckmann. Dabei würden gezielt auch gemeinschaftsfördernde und gesellige Angebote gemacht, etwa bei einem Türkei-Vortrag am 23. Februar, einer Radtour am 5. April und einem Themenabend „Was nun, Herr Kaplan?“ am 12.April im Pfarrzentrum.

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