Sanierte Kirchenorgel ist fast ein neues Instrument

Klingt besser und spielt sich leichter

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Lauter Orgelpfeifen – und dazwischen (von links): Lars Hoffmeier vom Förderverein, Herbert Herweg, Birger Schröder, Harald Lesch (alle Volksbank), Pastorin Christina Ernst, Ernst Bolte vom Förderverein, Martin Kühling (Volksbank) und Gerd Salamon (Förderverein).

Twistringen - Von Michael Walter. „Das lohnt sich eigentlich nicht mehr.“ Das ist der Satz, der immer dann fast automatisch fällt, wenn die Reparaturkosten den Wert eines Gegenstands erreichen oder gar übersteigen. Ob es nun um einen Toaster geht, ein Auto oder ein Haus. Doch machmal fällt dieser folgenschwere Satz eben auch nicht.

Die Orgel in der Twistringer Lutherkirche wäre eigentlich so ein Fall: 53 000 Mark hatte sie Ende der 1960er Jahre gekostet. Knappe 100. 000 Euro wurden jetzt für die Sanierung fällig (wir berichteten). Aber niemand war ernstlich der Meinung, das lohne sich nicht. Dabei ist die Orgel weder besonders groß noch ist sie mit gerade mal 48 Jahren nennenswert alt. Doch sie hat einen Seltenheitswert: Gebaut hat sie Hans Wolf aus Verden, und heute gibt es nur noch wenige Wolf-Orgeln.

Ein Drittel der Kosten steuerte die Landeskirche bei, zwei Drittel musste die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Möglich gemacht hat das der Förderverein, der sich geradezu ein Bein ausgerissen hat, um Spenden zu sammeln. Eine der größten Einzelspenden gab mit 10 .000 Euro die Volksbank-Stiftung. Weitere 5.000 legte die Volksbank Vechta drauf. Gestern holten Vertreter der Bank die symbolische Übergabe nach – und konnten sich dabei gleich einen Eindruck von der fertig restaurierten Orgel verschaffen.

Jede Orgel in Einzelteile zerlegt

Organistin Anette Hoffmeier war es ein Vergnügen. „Die Orgel klingt besser und spielt sich auch viel leichter als vor der Sanierung“, sagt sie. „Im Prinzip ist das fast ein neues Instrument.“

Kein Wunder, schließlich ist die Orgel ja auch komplett in ihre Einzelteile zerlegt worden. Allein jede einzelne der 1.000 Pfeifen wurde zweimal überarbeitet und nach dem Einbau neu abgestimmt.

Und wo man schon mal gerade so schön dabei war, hat man auch gleich noch ein neues zusätzliches Register eingebaut. Aus musikalischen Gründen. „Damit habe ich eine sattere Klangbasis für die Melodiestimme“, sagt Anette Hoffmeier. Ihr Mann Lars, Vize beim Förderverein, drückt das etwas plastischer aus: „Manche haben gesagt, die Orgel hat gekreischt.“ Zum Teil als Folge von Verschleißproblemen. Die sind mit der Sanierung behoben worden.

10 000 Euro hat der Förderverein aus seinem eigenen Budget dazu beigetragen. Plus weitere 3.000 für einen neuen Anstrich. „Jetzt brauchen wir nochmal 1.200 Euro für eine höhenverstellbare Orgelbank“, sagt Pastorin Christina Ernst. Und Kassenwart Ernst Bolte lächelt.

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