Mit den Kandidaten Bley und Hömer

Bürgermeisterwahl in Twistringen: Mehr als 600 Bürger bei Podiumsdiskussion

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Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Twistringen mit den Kandidaten Frank Hömer und Jens Bley (v.l.). Hans Willms moderierte im voll besetzten Forum.

Twistringen - Wer hätte das gedacht: Vor weit mehr als 600  Bürgern im Forum der Haupt- und Realschule haben sich die Twistringer Bürgermeister-Kandidaten Jens Bley und Frank Hömer am Mittwochabend präsentiert und wacker geschlagen. Souverän antworteten beide auf rund 50 Fragen und lagen dabei gar nicht so weit auseinander.

Hömer möchte ziel- und dienstleistungsorientiert arbeiten, als neuer Bürgermeister sofort eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf den Weg bringen. Bley betont, nach dem 26. Mai „authentisch und ehrlich“ gemeinsam mit den Twistringern die Kommune voranzubringen – Schulter an Schulter.

„Ich bin überwältigt“, beginnt Moderator Hans Willms, Chefredakteur der Mediengruppe Kreiszeitung, die knapp zweistündige Veranstaltung. Der Besucherandrang überrascht auch die Mitorganisatoren der Podiumsdiskussion, Christian Wiese von der GUT, Gemeinschaft der Unternehmen in Twistringen, sowie Walter Beckmann für die Kolpingsfamilie. Die Aula ist pickepackevoll. Zuhörer stehen sogar im Flur und draußen an den Türen.

Bley und Hömer kommen beim Publikum an

Beide Kandidaten kommen schon in der Aufwärmrunde gut rüber: Frank Hömer mochte in der Schule kein Englisch, seine Frau kann besser kochen. Er isst am liebsten Pizza, bevorzugt Jogginghose statt Anzug und hört Marius Müller Westernhagen-Hits. „Ich werde Bürgermeister, weil ich denke, dass ich das kann“, betont Hömer.

Den Beifall holt sich auch Jens Bley ab: Sein Lieblingsfach in der Schule war Mathe, sein schönster Platz ist zuhause, im Kino sieht er am liebsten Kriegsfilme, ist weder Marathonläufer noch Kurzstreckensprinter. In der freien Wirtschaft würde er gern Programmierer sein. In der Stadt fährt Bley bevorzugt Fahrrad und Bus, zu Hause isst er gern Käse, liest Sachbücher, geht lieber in die Bierkneipe als ins Sterne-Restaurant. Bley: „Ich werde Bürgermeister, weil ich es unglaublich möchte.“

Breitbandversorgung als zentrales Thema

Frank Hömer setzt auf Wachstumskurs.

Dann führt Hans Willms durch die große Frage-Antwort-Runde. Im Bereich Wirtschaft muss laut Hömer das Breitband verbessert werden, dann würden auch mehr auswärtige Unternehmer kommen. Bley meint, die Stadt habe einen guten Branchenmix. Zunächst sollten sich vorhandene Firmen erweitern dürfen, bevor man Anreize nach außen gebe. Die Breitbandversorgung sei ganz wichtig.

Beide versprechen nichts, aber Hömer betont, dass die marode Brunnenstraße saniert werden muss. Als halbherzig wertet der 46-Jährige die Entscheidung in Hannover, das Straßenbaubeitragsgesetz nicht ganz zu kippen. Bley denkt indes bei einer Streichung an eine drohende hohe Belastung für die Kommunen.

Jens Bley möchte Schulter an Schulter arbeiten.

Bei der Schulwegsicherheit im Bereich der B  51 unterscheiden sich die Kandidaten nicht: Da muss was passieren im Zuge der Sanierung. Und Frank Hömer glaubt nicht, dass er den Baubeginn in seiner ersten Amtszeit erleben würde. Für Jens Bley läuft es zurzeit positiv und im vordringlichen Bedarf. Die Stadt könnte vielleicht mit Flächentausch in Vorleistung treten und Druck auf die zuständigen Behörden ausüben.

Frage: Wie viele Spielhallen verträgt Twistringen?

Bei der Frage, wie man angesichts schon überzeichneter Baugebiete junge Menschen und Familien am Ort halten will, sieht Hömer das Problem und die Lösung: „Wir müssen deutlich früher planen.“ Und Bley möchte ein Gesamtkonzept auflegen,

Spielhallen, so Bley, ließen sich kaum eindämmen. Ihm sei die Spielhölle in Schulnähe auch ein Dorn im Auge. Man könnte das reformierte Glücksspielgesetz anwenden und höhere Automatensteuern kassieren. Laut Hömer tut sich da schon was. Es werde ein Konzept erarbeitet mit der Frage „Wie viel Spielhallen verträgt die Stadt?“, um zukünftig besser steuern zu können.

Deutlich positioniert haben sich beide Kandidaten beim Thema Agenda-Beauftragte: Die Stelle müsse auf jeden Fall neu besetzt werden. „Schnellstmöglich“, sagt Hömer. Bley möchte sich erst die Aufgabenverteilung im Rathaus anschauen. Wenn nötig, werde die Stelle wieder besetzt. Ein klares Ja kommt von beiden zum Bau einer neuen Sporthalle an der Bahnhofstraße.

Zum Bahnhof: Hömer möchte das ganze Gelände sanieren. Gespräche laufen. Bley sieht die Chance in einer Quartiersgemeinschaft, die auch den Bahnhofsbesitzer zum Handeln zwinge. Schließlich: Ehrenamt und der Erhalt der Stadtbücherei sowie Jugendhaus sind ein Muss auch für Hömer. Er würde ein E-Auto als Dienstwagen nehmen, nutzt aber ebenso wie Bley lieber das Fahrrad in der Stadt.

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