Klaus-Dieter Knoll eröffnet Kiosk im Twistringer Bahnhof – und sucht weiterhin Pächter

Kaffee gibt‘s – Kaugummi fehlt noch

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Im Dezember soll der Eventbereich fertig werden.

Twistringen - Von Maik Hanke. Sprachlos ist Klaus-Dieter Knoll nur selten. Doch diesmal wird er von einer ganz einfachen Frage überrumpelt. „Haben Sie auch Kaugummi?“ Der Inhaber des Twistringer Bahnhofs stutzt eine Sekunde. „Das kommt gleich auf die Liste“, antwortet er einer jungen Frau. Noch läuft nicht alles optimal – aber immerhin läuft etwas: Seit dem 1. September betreibt Knoll einen neuen Bahnhofskiosk.

So ganz fertig ist der Laden allerdings noch nicht, sagt Knoll. Die Ausstattung und vor allem das Angebot will er noch ausweiten. Statt Kaugummis sind es zurzeit Korn und Wodka, die einem als erstes in der Auslage auffallen, wenn man den Raum durch den Seiteneingang betritt. Außerdem gibt es Brötchen und Kaffee, Süßigkeiten, Chips und in einem Kühlschrank Getränke.

„Das ist absolut nicht einfach“, gibt Knoll zu. Eigentlich wollte der Bassumer Autohändler den Kiosk ja nicht selber betreiben. Aber nachdem ein Pächter aus gesundheitlichen Gründen kurz vor der Eröffnung ausgefallen war, sprang Knoll ein, um später einem Interessenten einen fertigen Laden präsentieren zu können.

Wobei Knoll nicht selbst hinter dem Tresen steht. „Ich verkaufe Autos und Immobilien – aber doch kein Snickers.“ Er hat zwei junge Frauen eingestellt, die ab kommender Woche in zwei Schichten arbeiten: von8 bis 14 und 14 bis 18 Uhr. „Das soll demnächst noch früher losgehen, um 5 oder 6“, sagt Knoll. Zu jeder Zeit könne man auch warmes Essen bestellen – etwa Currywurst und Schnitzel.

Mit dem Kiosk schließt Knoll eine weitere Baustelle im teilsanierten Bahnhof. Probleme hat er aber immer noch mit Vandalen. Nur zwei Tage, nachdem Handwerker den Kioskbereich neu verglast und mit Sicherheitstüren ausgestattet hatten, wurde die frisch verputzte und gestrichene Wand um eine Tür herum schon wieder ruiniert: beschmiert mit schwarzen Streifen. „Das ist das, was wirklich keinen Spaß macht“, seufzt Knoll.

Aber für Probleme findet er Lösungen: Demnächst wird der Bahnhof nachts abgeschlossen. Und um Einbrecher abzuhalten, hängen Gitter vor den Scheiben des Kiosks.

Gut voran kommt Knoll außerdem mit dem Eventbereich, der im Bahnhof entstehen soll. „Ich hoffe, dass wir dieses Jahr noch damit durch sind.“ Knoll plant sogar schon: Mit geladenen Gästen will er dort Silvester feiern.

Für die Zeit danach sucht der Bahnhofsbesitzer einen Pächter. Eine Ballettschule zeige bereits Interesse.

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