Kita-Streik: Demo zur Ratssitzung

Erzieherinnen stoßen auf Verständnis

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Demo zum Kita-Streik mit Trillerpfeifen am Rathaus.

Twistringen - Von Theo Wilke. Trillerpfeifen, lautes Getrommel auf Plastikkanistern und Transparente vor dem Twistringer Rathaus: Streikende Erzieherinnen der Kita Pusteblume, Eltern und Unterstützer empfingen am Donnerstagabend die Stadtpolitiker vor der Ratssitzung – und ernteten Verständnis. Bürgermeister Martin Schlake: „Grundsätzlich haben wir keinen Dissens mit Ihnen.“

„Uns fehlt bis heute eine Reaktion von der Kommunalpolitik. Deshalb sind wir hier“, rief Erzieherin Heike Meyer durchs Megafon. Im Ratssaal nutzten die rund 40 Demonstranten die Einwohnerfragstunde: „Wie stehen Sie zu unseren Forderungen?“ Darauf Bürgermeister Schlake: Alle in der Ratsrunde wüssten, dass die Arbeit in den Kitas immer schwerer werde angesichts höherer Anforderungen. Was die Wertschätzung angehe, „müssen wir alle umdenken“. Bei den geldlichen Forderungen habe er aber ein Problem. Eine generelle Lohnerhöhung, so Schlake, würde die äußerst straff strukturierte finanzielle Situation durcheinanderwirbeln. Ein Hoffnungsschimmer sei, dass seit Donnerstagnachmittag ein konkreterer Vorschlag vom kommunalen Arbeitgeberverband vorliege, der laut Schlake „sehr ausgewogen aussieht“. Er hofft, dass Arbeitgeber und Gewerkschaft alsbald an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Knapp 50 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich nach dem Demo-Zug von der Vechtaer Straße über die Wildeshauser und Langenstraße zur B51 vor dem Rathaus versammelt. Heike Meyer, beschäftigt im Kinder- und Familienzentrum der Lebenshilfe, berichtete: „Wir haben vor Pfingsten nur drei Tage gestreikt, und das unentgeltlich.“ Einen Notdienst habe es nicht gegeben. Wenn der Streik weitergehe, werde im Juni die Pusteblume erneut für ein paar Tage geschlossen. Meyer: „Wir merken schon, dass die Eltern auf unserer Seite sind.“

Die Erzieherin betonte noch, dass man nicht die Rahmenbedingungen kritisiere: „Wir sind zufrieden mit dem, was uns die Stadt bietet.“ Wichtig sei eine Angleichung des Lohns an die Arbeitsanforderungen.

Schulessen jetzt in

der Mehrzweckhalle

Zum Schluss der Ratssitzung hatte Bürgermeister Schlake eine gute Neuigkeit: Der Mittagstisch an der Twistringer Grundschule am Markt wird seit Kurzem – voraussichtlich bis zu den Sommerferien – vorübergehend in der Mehrzweckhalle der Schule angeboten. Etwa 30 Kinder nehmen daran teil.

Die Gastronomenfamilie Schade hatte vor einiger Zeit den alten Standort des Gasthauses Zum Grafen verlassen und ihr neues „Klausis“ an der B51 eröffnet. Bürgermeister Martin Schlake berichtete, dass das in die Mehrzweckhalle verlegte Mittagsangebot ein erster Schritt in Richtung zu einem verbesserten Raumkonzept an der Schule sei. Die Pädagogen seien nicht mehr damit einverstanden gewesen, dass die Schüler weiterhin die Bundesstraße überqueren und im öffentlichen Lokal essen. Klaus Schade befürchtete indes zu viel Unruhe im neuen Lokal. Er hatte vorgeschlagen, dass die Jungen und Mädchen über den Hintereingang kommen. Das sei aber nicht im Sinne der Pädagogen gewesen, erklärte der Bürgermeister.

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