Neubau an Werner-von-Siemens-Straße 2022 bezugsfertig

Kita-Plätze sind knapp

So wird sie aussehen: Die neue Kita an der Werner-von-Siemens-Straße. GRAFIKen / 
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So wird sie aussehen: Die neue Kita an der Werner-von-Siemens-Straße. GRAFIKen / 

Twistringen – Es geht voran. Die Bodenplatte für den Bau der neuen Kindertagesstätte an der Werner-von-Siemens-Straße ist gegossen, und als Nächstes können sich die Maurer ans Werk machen. Bis Mai 2022 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Dann gibt es in Twistringen mehr Raum für die Kinderbetreuung. Es könnte allerdings sein, dass die Stadt schon vorher Platz braucht.

Angesichts der Anmeldezahlen für das Kitajahr 2021/2022 gibt es die Überlegung, eine zusätzliche Gruppe einzurichten. Diese könnte zum Beispiel übergangsweise im Jugendhaus unterkommen. Da der Waldkindergarten der Lebenshilfe zuletzt beliebter wurde, wäre auch denkbar, dort eine neue Gruppe unterzubringen.

Zunächst gilt es jedoch zu klären, ob eine weitere Gruppe wirklich nötig ist. Anfang nächster Woche informiert die Stadtverwaltung Eltern darüber, ob sie für ihr Kind einen Betreuungsplatz in ihrer Wunscheinrichtung bekommen. Stand jetzt gibt es 33 Absagen. Allerdings ist da laut der Verwaltung noch jede Menge Spielraum. Manche Kinder ziehen zum Beispiel noch weg. Dass noch Kitaplätze frei werden können, hängt aber vor allem mit den Flexikindern zusammen – also den Kindern, die zwischen Juli und Ende September Geburtstag haben. Deren Eltern können sich noch bis zum 1. Mai entscheiden, ob sie ihre Sprösslinge dieses Jahr einschulen oder erst nächstes.

Im Frühsommer 2022 soll schon Leben in der Kita sein.

Die Eltern, die eine Absage im Briefkasten finden, können sich ans Rathaus wenden. In ein oder zwei Wochen sollen dann die entscheidenden Fragen geklärt werden: Wird es eine weitere Gruppe geben? Und wenn ja, wo?

Die Kita-Situation war auch Thema bei der virtuellen Sitzung des Twistringer Ausschusses für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales am Donnerstag. „Der Trend scheint ja dahinzugehen, dass wir jedes Jahr zu wenig Plätze haben“, sagte Katrin Schwarze (CDU). Sie sprach sich dafür aus, eine dauerhafte zusätzliche Gruppe im Waldkindergarten zu schaffen, anstatt Geld in eine Übergangslösung am Jugendhaus zu stecken – zumal der Waldkindergarten beliebter werde. Roswitha Hormann, die als Personalvertretung der Kitas im Ausschuss ist, meinte hingegen, dass der Aufwärtstrend beim Waldkindergarten mit der Corona-Pandemie zu tun habe. Im Gegensatz zu Schwarze bezweifelt sie, dass der Trend weiter nach oben gehen wird. Jugendvertreter Paul Gerkens plädierte dafür, aktiv zu handeln, damit der Zuwachs auch nach Corona bleibt – zum Beispiel, in dem man eben eine neue Gruppe schafft.

Die Bodenplatte für die Kita ist gegossen.

Es sind überwiegend jüngere Kinder, für die es zunächst noch keine Zusage für einen Betreuungsplatz gibt. Dahingehend könnte eine zusätzliche Gruppe im Waldkindergarten schwierig werden – denn für den Wald müssen Kinder mindestens drei Jahre alt sein. Bei der Lösung mit dem Jugendhaus bestünde dieses Problem nicht.

Um sich für alle Fälle zu wappnen, hat die Verwaltung einen Betrag von 140 000 Euro vorsorglich in den Haushalt eingeplant. Davon könnte sie bei Bedarf die Erstausstattung, die Betriebskosten und den Bau eines Spielplatzes bezahlen. Der Ausschuss gab am Donnerstag seine Zustimmung dafür, das Geld erst mal einzukalkulieren.

Insgesamt gibt es in Twistringen aktuell 482 Kindergartenplätze. Hinzu kommen 45 Plätze in Krippen und 40 in Horten. Kinder, deren Eltern jetzt zunächst eine Absage von der Verwaltung bekommen, bei Tagespflegepersonen unterzubringen, wäre natürlich auch eine Option. Viele Kapazitäten gibt es aber laut der Verwaltung auch dort nicht mehr.

Wasserschaden

Die Frage, wo man Kinder unterbringt, stellte sich nun auch in der Kita St. Marien in Marhorst. Allerdings in einem anderen Zusammenhang: In einer leer stehenden Wohnung im Obergeschoss war ein Heizungsrohr geplatzt. Wasser lief runter ins Reich der gelben Gruppe. Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange. Die Kinder kommen vorübergehend im Jugendheim der Kirche unter.

Küche in Kita St. Anna

Handwerkliche Arbeiten stehen ebenso bei der Kita St. Anna an. Dort wird bekanntlich die Küche umgebaut. Die Vorbereitungen laufen. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Küche Ende April montiert werden kann.

Corona-Schnelltest

Schnelltests sollen beim Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen. Laut dem Ersten Stadtrat Harm-Dirk Hüppe sind kürzlich vier Personen zum Abstrich für solche Tests in Kitas ausgebildet worden. Dabei handelt es sich um drei Kita-Mitarbeiterinnen sowie Stadtjugendpflegerin Claudia Möllenkamp. „Nächste Woche wollen wir starten“, sagt Hüppe.

Die Kinder, die im kommenden Jahr in den Kita-Neubau an der Werner-von-Siemens-Straße umziehen sollen, sind derzeit in Mobilbauten der Schule in Scharrendorf untergebracht. Sobald die neue Kindertagesstätte fertig ist, sollen die Container wieder der Schule zur Verfügung stehen.

„Wir haben auf jeden Fall Bedarf und warten darauf, dass wir sie irgendwann wieder zurückbekommen“, sagt Rektorin Marita Schröder-Geisler. Es gebe Überlegungen, wie der Ganztagsunterricht noch aufgewertet werden kann. „Dieses Konzept und diese Überlegungen können eigentlich dann erst wieder vollständig umgesetzt werden, wenn wir diese Räumlichkeiten wieder zurückbekommen.“

Von Katharina Schmidt

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