Natenstedts Ortsbürgermeister steckt das nicht so einfach weg

Keine Flurbereinigung in Rüssen – große Enttäuschung

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Keine Flurbereinigung: Natenstedts Ortsbürgermeister Werner Schütte ist enttäuscht.

Natenstedt - Von Theo Wilke. „Das ist eine große Enttäuschung. Das hätte uns schon wegen des kaputten Straßennetzes gutgetan. Aber das ist eben Demokratie“, betont Werner Schütte (SPD). Der Natenstedter Ortsbürgermeister denkt an das überraschende Aus in Sachen Flurbereinigung Rüssen. Nun mache Heiligenloh allein weiter. Schütte steckt den Misserfolg und die vertane Chance nicht einfach weg. Der 65-Jährige äußert sich im Gespräch mit dieser Zeitung auch zu Gräbenreinigung, Ortsbudget und den seit Jahren geforderten Radweg-Lückenschluss bis zur Hunte-Brücke.

Im Herbst, so kurz vor dem Ziel, in der Endphase der Vorbereitung, habe eine Gruppe von Landwirten die Teilnahme an der Flurbereinigung für Rüssen abgesagt.

Deren Begründung: Sie würden im Rahmen einer Straßenausbaubeitragssatzung finanziell besser fahren. Denen sei jedoch die Flurbereinigung ein Dorn im Auge, schon weil die neue Fahrbahn nur 3,50 breit und viel zu schmal für die heutigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge sei, meint Schütte.

Straßensanierung „endlich anfangen“

„Nun müssen wir sehen, wie wir die Straßen saniert bekommen.“ Krasses Beispiel sei die Gemeindeverbindungsstraße Aldorf-Rüssen- Holtorf/Colnrade.

Schütte hat die marode Strecke in Rüssen direkt vor der Haustür und weiß um das starke Verkehrsaufkommen und die schweren Fahrzeuge, die die Fahrbahn nach jeder Flickschusterei wieder kaputt fahren.

Bei der Stadt sei eine Sanierung angedacht, aber Schütte rechnet in diesem Jahr nicht mehr damit.

„Solange ich im Ortsrat bin, seit 1986, ist hier noch keine Straße ausgebaut worden. Früher wollte der Ortsrat nicht, weil er dann Rennstrecken befürchtete.“

Jedes Jahr melde der Ortsrat die maroden Straßen erneut für das Sanierungsprogramm an. Aber die Stadt stelle sie dann wieder zurück, weil Straßen in anderen Ortschaften als wichtiger eingestuft würden. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Schlosser: „Es wird Zeit, dass wir in Rüssen endlich mal anfangen Da muss was passieren.“

Lückenschluss lässt auf sich warten

Der vierfache Familienvater und dreifache Opa kann aber auch Gutes berichten. Zum Beispiel den neuen Wanderrastplatz an der Hunte, am Kunstwerk „Goldregen“. Der Platz, gemeinsam mit den Nachbarn aus Goldenstedt eingerichtet, werde inzwischen gut genutzt. Das freut Werner Schütte.

Als vor gut sechs Jahren das Kunstwerk über der Hunte errichtet wurde, überlegten Rüssen und Goldenstedt bereits einen gemeinsamen Wanderweg. Nur, da gibt es bis heute ein Problem – und zwar auf Rüssener Seite: Zwischen Huntebrücke und Neuenmarhorst klafft eine enorme Radweg-Lücke. Bis zur Einmündung in Richtung Ortskern Rüssen sind es etwa 1,4 Kilometer, bis nach Marhorst insgesamt rund neun Kilometer.

Der seit Jahren gefordert Lückenschluss wird noch länger auf sich warten lassen. Dagegen ist das Goldenstedter Radwegenetz voll erschlossen und endet direkt vor der Brücke.

2017 hat der Natenstedter Ortsrat eine Verkehrszählung im Bereich der Landesstraße gefordert. Der Ortsbürgermeister will sich jetzt an den neuen Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann (CDU) wenden, damit die Radwegtrasse auf der Prioritätenliste des Landes höher eingestuft wird.

Mehr Budget für besseres Ortsbild

Ein anderes Thema, das nicht nur Schütte umtreibt: „Es ist gut, wenn wir die Gräbenunterhaltung abgeben“, sagt er. Das sei eine gewaltige Entlastung. Allein in Rüssen gebe es 10,6 Kilometer an Gräben. Die Stadt sollte den Ortschaften aber ein ausreichendes Budget überlassen, damit sie für ein besseres Ortsbild sorgen und die Vereine unterstützen könnten.

„Voll einverstanden“ ist Schütte mit dem Wegeseitenränderkonzept der Stadt beziehungsweise mit der Rückholung öffentlicher Flächen. Die Kommune brauche mehr Ausgleichsflächen. „In Rüssen läuft das schon. Ich habe bisher nichts Negatives gehört.“

Die Landwirte könnten damit leben, sagt der 65-Jährige, der 42 Jahre lang in der Maschinenfabrik Bergmann gearbeitet hat.

Für Werner Schütte ist schließlich sehr wichtig, dass die Dorfgemeinschaften in Natenstedt, Abbentheren, Duveneck, Ellerchenhausen, Lerchenhausen und Rüssen weiter gepflegt werden. Dafür setzten sich gerade die Ortsfeuerwehren, Vereine und Clubs ein – ganz besonders im Jugendbereich.

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