Kein Platz für Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit

Zentrale Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in Twistringen und Bassum

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Kranzniederlegung am Denkmal in Twistringen.

Twistringen/Bassum - Von Sabine Nölker und Frauke Albrecht. In Twistringen hatte Bürgermeister Martin Schlake zur Gedenkfeier zum Volkstrauertag ins Rathaus eingeladen. „Krieg ist die Extremform der Gewalt“, erklärte er. „Diese Gewalt frisst die Völker, die Seelen, die Leiber und die Träume. Krieg zerstört und traumatisiert!“.

„Diese Gewalt frisst die Völker, die Seelen, die Leiber und die Träume. Krieg zerstört und traumatisiert!“. Der Tag diene dem Gedenken an die Millionen Menschen, die in zwei Weltkriegen ihr Leben auf grausame Weise verloren haben.

Der Tag gelte aber auch dem Gedenken an die unermesslichen Opfer, die der Terror des Nationalsozialismus, des Rassismus und der Verfolgung auf unerbittliche Weise gefordert habe. „Die schändlichsten Kapitel unserer eigenen Geschichte müssen uns Mahnung und Verpflichtung sein, überall auf der Welt für den Frieden einzutreten“, fuhr Schlake fort.

Demokratie, Rechtsstaat und ein soziales Miteinander seien die wichtigsten Eckpfeiler für ein friedliches Zusammenleben. Sorge bereite ihm, dass ganz offen über eine europaweite Aufrüstung gesprochen werde, was eine Steigerung der Rüstungs- und Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttosozialproduktes bedeute. Für 2017 sei der Wehretat auf die Summe von 39,5 Milliarden Euro angewachsen. 

„Frieden ist, wenn Gerechtigkeit wahr ist“

„Renommierte Friedensforscher warnen aktuell vor kriegerischen und militärischen Entwicklungen weltweit und damit auch in Europa.“ Schlake wies darauf hin, dass Deutschlands direkte und indirekte Waffenlieferungen in die Kriegsregionen einen Beitrag leisten, der nachdenklich stimmen müsse. Er erzählte von einem Gespräch mit einem 18-jährigen syrischen Flüchtling, der dankbar sei, in Deutschland zu sein und eine Ausbildung machen zu dürfen. Die Bilder der Grausamkeiten, die er seit früher Kindheit erlebt habe, hätten ihn stark geprägt. 

Gemeinsamer Marsch zum Ehrenmal in Bassum.

„Frieden zwischen Menschen und Völkern muss zur Selbstverständlichkeit werden“, fuhr der Bürgermeister fort. Frieden bedeute aber nicht nur das Schweigen von Waffen. „Frieden ist, wenn Gerechtigkeit wahr ist“, Gerechtigkeit sucht ein Volk, Gerechtigkeit kenne keine Gier nach Geld, sie sei das Gegenprogramm. „Hass, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“ Deshalb dürfe keiner wegschauen.

Im Anschluss wurden am Hindenburg-Denkmal, der Germanie sowie an der Gedenkstätte an der Bachstraße Kränze niedergelegt. Zum zweiten Mal feierte die Stadt Bassum den Volkstrauertag in Form eines ökumenischen Gottesdienstes. Gestern versammelten sich die Teilnehmer der Gedenkfeier in der katholischen Kirche an der Mittelstraße.

Mit den Opfern der Kriege solidarisch zeigen

In ihren Andachten hoben Diakon Bernhard Sauer und Pastorin Ines Maria Kuschmann, jeder auf seine Weise, die Bedeutung des Tages hervor und mahnten, die Opfer der Kriege nicht zu vergessen. In Zeiten, in denen der Rechtspopulismus immer mehr um sich greife und selbst eine Bundestagspartei eine erinnerungspolitische Wende fordere, sei das Gedenken ein wichtiges Zeichen, sich mit den Opfern der Kriege solidarisch zu zeigen, so Sauer.

Albert Schweitzer hat gesagt: „Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens.“ „Sind sie das wirklich?“, fragte Kuschmann. „Wir sehen täglich im Fernsehen die Bilder des Terrors aus der Distanz.“ Wer von den Jüngeren könne wirklich das Leid nachempfinden? „Hilflos, unsicher, ratlos stellen wir uns die Fragen, wie das alles entstehen konnte“, so Kuschmann und betonte: „Es ist wichtig, sich auf die Begegnung mit der Geschichte einzulassen“ – und auf das zu hören, was die Opfer zu sagen haben. Eindringlich mahnte sie, sich in den Dienst des Guten zu stellen und sich dem Zeitgeist entgegenzustellen – Barmherzigkeit statt Egoismus.

Nach der Feierstunde, die vom Posaunenchor und dem Männergesangverein Liedertafel musikalisch begleitet wurde, startete der gemeinsame Umzug zur Kranzniederlegung am Ehrenmal an der Bahnhofstraße.

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