Anwohner wollen für Weg-Sanierung nicht zahlen 

Kein paradiesischer Zustand: Schlaglöcher – kaputtes Pflaster

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Ein Paradiesweg mit tiefen Schlaglöchern.

Tiefe Schlaglöcher, erhebliche Versackungen: Das Postauto rumpelt über das marode Pflaster. Jeden Tag. Eine Anwohnerin kommt gerade nach Hause, sie kennt das und ärgert sich schon länger über den Straßenzustand. Auch ein Ehepaar aus der Nachbarschaft übt deutliche Kritik. Das wird sich so schnell aber nicht ändern. Die Stadt Twistringen hat den Paradiesweg solange auf Eis gelegt, bis das reformierte Straßenbaubeitragspaket in Hannover zum Kommunalabgabengesetz vorliegt.

Scharrendorf - Hatten auch Anlieger anderer sanierungsbedürftiger Straßen darauf gehofft, dass die niedersächsische rot-schwarze Regierung das Gesetz ändert und die Anwohnerbeiträge ersatzlos streicht, sollen Anwohner beziehungsweise Grundeigentümer bei Straßensanierungen weiterhin zahlen. Das Reformpaket sieht allerdings flexiblere Regelungen für die Beitragserhebung durch die Kommune vor, etwa eine großzügigere Stundungs- und Ratenzahlungsmöglichkeit.

Eine Abschaffung der Anliegerbeiträge sei nach Überzeugung des Innenministeriums „ein schwerer Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung und gefährdet die Sicherung der Infrastruktur“.

Die Anlieger des Paradieswegs dürfte dies nicht zufriedenstellen. Wenn die Straße als innerörtlich eingestuft ist, müssen sie anteilig bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten aufbringen.

Schwerlastverkehr sorgt für Schäden

Die Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, weil sie Repressalien fürchtet, argumentiert, sie und die Nachbarn hätten schon einmal selbst für eine Fahrbahnsanierung gesorgt. Die Stadt habe sich bislang nur um den Seitenraum gekümmert. Stellenweise sei an der Entwässerung und den Gullys gearbeitet worden, um die nach Regenschauern gebildeten Seenplatten im Bereich der Fahrbahn zu beseitigen.

Der Paradiesweg ist heute nach Meinung von einigen Anwohnern alles andere als ein paradiesischer Weg. Der werde nicht nur von den Anwohnern genutzt, sondern heute viel stärker vom Durchgangsverkehr, als willkommene Verbindung zwischen Stöttinghauser und Sulinger in Richtung Nienburger Straße. Nachvollziehbar sei das, schon wegen der Landwirtschaft, aber gerade der Schwerlastverkehr, beispielsweise Traktoren mit Güllefass, sorgen für erhebliche Schäden an der Fahrbahn. Deshalb sei auch niemand bereit, für Schäden zu zahlen, die er selbst nicht verursacht habe.

Komplette Asphaltierung des Paradiesweges?

Der Wegezweckverband Syke hat im Auftrag der Stadt Twistringen im vergangenen Jahr nach einer Bereisung ein Straßenunterhaltungskonzept vorgelegt. Danach dürfte die Erneuerung des Pflasters auf einem Teilstück, auf rund 220  Metern Länge, Kosten von etwa 100 000 Euro verursachen. Hinzu käme eine Teilasphaltierung auf etwa 450 Metern. Kostenpunkt: rund 36 000 Euro.

Im Scharrendorfer Ortsrat wurde vor Kurzem auch die komplette Asphaltierung des Paradiesweges angedacht. Ortsbürgermeister Rolf Meyer betonte, seit 2016 habe es bereits sechs Sitzungen wegen der Straße gegeben.

Inzwischen steht sie in der Prioritätenliste der Stadt Twistringen ganz oben. Noch vor den Sommerferien soll es eine Anliegerversammlung geben. Nun heißt es: Warten auf das geänderte Kommunalabgabengesetz.

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