Katja Hünniger legt neuen Roman vor: „Die Botschafterin der Unsichtbaren“

Brücke zwischen den Welten

+
Katja Hünniger mit ihrem neuen Roman.

Twistringen - Von Anke Seidel. In einem Punkt sind sich die fünf großen Weltreligionen einig: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Katja Hünniger kann das nur bestätigen. Als Medium pflegt sie Kontakt zur geistigen Welt, schlägt Brücken zwischen Lebenden und Toten. Die Arbeit der medial begabten 32-Jährigen aus Twistringen polarisiert. Realisten sprechen von „Humbug“ – andere wiederum bestätigen, durch sie Kontakt zu verstorbenen Familienangehörigen erfahren zu haben. Jetzt hat die 32-Jährige ein neues Buch veröffentlicht.

Als „die Botschafterin der Unsichtbaren“ stellt sie in ihrem gleichnamigen Roman Menschen vor, deren Schicksale das ganz normale, traurige Leben spiegeln. Gustav und Helmut zum Beispiel sind an Krebs gestorben – Melanie, eine junge Mutter, genauso. Johanna wurde erschossen. Ihnen und anderen Protagonisten gibt die Autorin eine Stimme – und beschreibt deren Seelenleben im Wortsinn, stellt höchst lebendige Seelen vor.

„Die Erde empfängt uns durch die Geburt, lehrt uns als Mensch und der Tod geleitet uns aus unserem Körper zu unserem Ursprung zurück“, schreibt die Autorin über das „Seelenfeuer“ – und stellt fest: „Energie. Alles in und um uns herum besteht aus dieser Verbindung von Molekül- und Elektronenpartikeln, die sich alle nach demselben Muster verhalten. Ein Unterschied liegt lediglich in der verschiedenen Dichte und Schwingungsfrequenz.“

Die 32-Jährige ist fest davon überzeugt: „Wir gliedern uns in die hochfrequente Energiemasse unseres Universums ein und verweilen in verschiedenen Dimensionen, bereit, den steten Wandel in Zeit und Raum mit zu begleiten und zu gestalten.“

Was früher unmöglich schien, ist heute machbar

Was Realisten kategorisch als unbewiesen ablehnen und Physiker unermüdlich erforschen, bringt Menschen unweigerlich an die Grenze von belegtem Wissen und persönlichem Glauben: Ist es wirklich so, auch wenn unsere technischen Möglichkeiten das heute noch nicht beweisen können? Fakt ist: Wer hätte sich vor 50 Jahren vorstellen können, dass Menschen 2015 mit den Fingerspitzen auf einem kleinen, flachen Gerät Filme, Musik und Gedanken in Schriftform rund um den Globus schicken? Und dass genau diese Geräte, sprich Handys, so selbstverständlich im Alltag der Menschen sind wie Messer und Gabel?

Für Katja Hünniger ist der Kontakt zu den Seelen, zur präsenten Energie der Verstorbenen, Alltag. Eine Brücke zwischen den Welten schlagen und Menschen diese unglaubliche Dimension vorstellen – das möchte die Autorin als „Botschafterin der Unsichtbaren“ erreichen. Weil aber das Thema Tod und Seelenenergie so stark polarisiert, hat sie sich für die Form des Romans entschieden. Auf diese Weise ist der Leser Beobachter und kann selbst entscheiden, wie nah er die Protagonisten an sich herankommen lässt.

In verschiedenen Kapiteln erzählt die Autorin die Geschichte der Menschen wie Gustav, Melanie oder auch Grete. So unterschiedlich ihre Schicksale auch sind: Immer geht es darum, dass sie als Seelen präsent sind – und immer geht es um die Reaktion der Familienangehörigen auf ihre eigenen Gefühle. Auch um die Konflikte, die sich daraus ergeben: Eva, die Mutter des an Leukämie verstorbenen Florian, spürt die Präsenz ihres Sohnes auch nach seinem Tod. Aber ihr Mann Michael glaubt nicht daran.

Autorin verzichten auf langatmige Handlung

Auf 230 Seiten konzentriert sich die Autorin auf das Wesentliche, auf den Kern des Geschehens in den verschiedenen Kapiteln, und verzichtet bewusst auf langatmige Handlungen. Authentizität ist ihr wichtig – nicht nur, wenn es um ihre Funktion als „Botschafterin der Unsichtbaren geht“. Auch diese Botschaften seien authentisch, sagt die 32-Jährige über ihren medialen Kontakt zu den Verstorbenen: „Ich wollte den Seelen Gelegenheit geben, ihre ganze Geschichte zu vermitteln.“

Für wen hat sie ihr Buch geschrieben? „Für jeden, der an den Punkt gekommen ist: Was passiert nach dem irdischen Leben?“, antwortet Katja Hünniger, „für jeden, der Sehnsucht hat und Antworten braucht“.

Der Roman ist im Buchhandel (ISBN 978-3-00-050559-1) und über das Internet erhältlich. Er kostet 14,95 Euro.

www.spirit-is.life

Mehr zum Thema:

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

Meistgelesene Artikel

Fotograf mit Blick für kleine Wunder

Fotograf mit Blick für kleine Wunder

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Syrerin rutscht durch Handyvertrag in Schuldenfalle

Syrerin rutscht durch Handyvertrag in Schuldenfalle

B6: Dauerärgernis ist behoben, aber es gibt neue Probleme

B6: Dauerärgernis ist behoben, aber es gibt neue Probleme

Kommentare