Kaplan Marc Weber lässt sein erstes Jahr in Twistringen Revue passieren

Starker Zusammenhalt in der Gemeinde

Kaplan Marc Weber fühlt sich wohl in Twistringen.
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Kaplan Marc Weber fühlt sich wohl in Twistringen.

Twistringen - Von Sophie Filipiak. Dass die Gemeindemitglieder zu ihren Hirten aufschauen, passiert schon mal. Für Kaplan Marc Weber ist das aber an der Tagesordnung – schließlich beträgt seine Körpergröße genau zwei Meter. Vor mehr als einem Jahr wurde der gebürtige Emsländer feierlich in der St.-Anna-Kirche in die Gemeinde eingeführt. Zeit für einen Rückblick und einen optimistischen Blick in die Zukunft.

„Es gefällt mir gut in Twis-tringen“, so Weber. „Es gibt hier sehr viele offene Menschen, die einen willkommen heißen.“

Dass die Twistringer ein eigener Schlag Menschen sind, hat er aber schnell gelernt. Bedingt dadurch, dass Twistringen lange Zeit und auch heute noch eine sehr katholisch geprägte Stadt in einem protestantischen Umland ist, fühlen sich die Bewohner auch oft ausgegrenzt. „Das Gefühl hat sich in ihre Seele gebrannt“, hat Weber das Gefühl.

Als Kaplan ist er vor allem für die Jugendarbeit in seiner Gemeinde zuständig und hält eigentlich jeden Tag Gottesdienste ab. Daneben stehen oft auch Hausbesuche und die Arbeit in den verschiedenen Gremien der Gemeinde an. Kaum Zeit also, sich seiner Doktorarbeit zu widmen. Diese befasst sich mit der Bedeutung der Ikonografie in der Philosophie und auch der Christologie.

Und als wäre das nicht schon genug, ist er als Präses bei der Kolpingsfamilie für die Seelsorger und deren Mitglieder zuständig. „Ich möchte das Profil des Verbandes stärken, und das geht vor allem über die Frage: Wie sind wir zukunftsfähig?“

Das Kolpingswerk war 1846 als Gesellenwerk gegründet und nach dem ersten Präses Adolph Kolping benannt worden. Früher kümmerte sich das Werk vor allem um Gesellen, heutzutage gehe es mehr „um die Unterstützung der Familien“.

Mit dem neuen Dekanatsjugendreferenten Martin Holtermann hat Weber schon Gespräche über die zukünftige Zusammenarbeit geführt. „Wie haben viele Ideen, aber man weiß ja nie, was sich umsetzen lässt.“ Aber Holtermann sollte sich erst einmal Zeit nehmen, in Twistringen anzukommen und sich in der Gemeinde zurechtzufinden. „Mir ging es ja vor einem Jahr genauso.“

Angst davor, dass seine Schäfchen reihenweise – wie es seit Jahren vieler Orts passiert – der Kirche fernbleiben, hat er nicht. „Seit den 80er-Jahren gibt es diesen Rückgang, auch in Twistringen“, so Weber.

Aber er sieht darin durchaus auch positive Aspekte: „Früher herrschte ja ein Zwang, zur Kirche zu gehen. Da beobachteten sich die Nachbarn gegenseitig, ob man bei der Predigt ist oder im Wirtshaus.“ Dieser Zwang bestehe nun nicht mehr, wer nun Teil der Gemeinde sein möchte, tut dies aus freien Stücken. „Dadurch herrscht ein stärkerer Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde.“

Wie betätigt sich ein zwei Meter großer Mann sportlich in seiner Freizeit? Richtig, er spielt Basketball. Mittlerweile hat er auch einen Verein gefunden, in dem er regelmäßig als Center-Spieler trainiert – der SC Wildeshausen. „Das Lustige ist, dass auch ein evangelischer Pastor mit im Team spielt.“ Laut Kaplan Weber verstehen sich die beiden aber sehr gut.

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