In der Twistringer Stadtbücherei

Lesung mit Christiane Palm-Hoffmeister: Kaleidoskop aus 70 Jahren Zeitgeschichte

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Christiane Palm-Hoffmeister mit ihrem neuen Buch „Ende gut. Alles!?“ 

Twistringen - „Ende gut. Alles!? – eine heimliche Liebe in Zeiten des Krieges“ heißt die szenische Lesung mit Christiane Palm-Hoffmeister und Martin Heckmann am kommenden Dienstag um 19.30  Uhr in der Twistringer Stadtbücherei.

Dazu laden Förderverein und Bücherei sowie die VHS ein. Karten kosten acht Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse zehn Euro. Zu bekommen sind sie in der Bücherei (04243/ 413146), beim Bürgerservice der Stadt (04243/ 413170) oder auch bei der VHS (04242/ 976 4444).

In der Romancollage von Christiane Palm-Hoffmeister geht es um die Frage: Jekyll oder Hyde – Dichter oder Henker? Und wer verbirgt sich hinter dem Schreiber der zärtlichen Briefe, die die Tochter lange nach dem Tod des Vaters aufspürt?

Auf der Suche nach Antworten enthüllen sich ihr 70 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte und das Schicksal ihrer ledigen Mutter; unerwartete Erkenntnisse über das tatsächliche Wesen des Nazi-Richters zwischen Mitläufern und Widerstandskämpfern lassen dieses neue Buch von Christiane Palm-Hoffmeister zu einem Kaleidoskop der Zeitgeschichte werden.

Briefe des Vaters fördern Brsantes zutage

Liebesgeschichten und Lebensschicksale, die exemplarisch für die durch Krieg und Nationalsozialismus geprägten Erfahrungen deutscher Familien im 20. Jahrhundert stehen, werden anschaulich neben die persönliche Geschichte der Autorin gestellt.

Brisantes fördern die Briefe des Vaters zutage. Noch mehr Zündstoff für die Beurteilung seiner Rolle im Justizapparat der NS-Zeit liefert seine Entnazifizierungsakte.

Ehe man es sich versieht, ist man beim Lesen mittendrin: Sowohl der Beruf des Vaters als Richter am Kammergericht als auch das Kunststudium der Mutter – und besonders deren uneheliche Schwangerschaft – ziehen den Leser unweigerlich hinein in das politische und juristische Geschehen der NS-Zeit und die Endphase des Zweiten Weltkriegs.

Verlogenheit und Verwirrtheit der Akteure in den 1950er-Jahren

Für Christiane Palm-Hoffmeister, geboren im Februar 1945, entrollt sich bei der Suche nach dem wahren Wesen ihres Vaters die ganze Verlogenheit und Verwirrtheit der Akteure in den 1950er-Jahren angesichts einer schier unbewältigbaren Vergangenheit.

Der ehemalige Richter, dem es nicht gelingt, seine ursprüngliche Berufstätigkeit wieder aufzunehmen, die Kunststudentin, die durch die Schwangerschaft von ihrer Berufslaufbahn abgebracht wird und das Los einer unehelichen Mutter erdulden muss, die Verstrickung des Richters in die Nazi-Justiz und den vermeintlich kommunistischen Widerstand – all das sind Stolpersteine, die bewältigt werden müssen.

Was als harmlose Vatersuche geplant war, gerät mehr und mehr zu einem menschlichen Kaleidoskop der Zeitgeschichte von 70 Jahren in Deutschland.

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