Flüchtlinge wollen in Deutschland ankommen

„Auto und Freundin wären ein Traum“

Im Abendcafé treffen sich Menschen unterschiedlicher Nationen. Foto: Nölker
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Im Abendcafé treffen sich Menschen unterschiedlicher Nationen.

Wahid aus dem Iran lässt sich in Twistringen zum Bäcker und Konditor ausbilden. Der aus Syrien geflüchtete Khalid hat noch keinen Erfolg gehabt. Er möchte Mechatroniker werden. Johannes Kaluza von der Caritas hofft 2019 auf mehr Unterstützung aus Betrieben und auf weitere Flüchtlingshelfer.

Twistringen – Von Sabine Nölker. Johannes Kaluza wünscht sich mehr Unterstützung in der Sprachförderung von Geflüchteten. „Immer mehr Geflüchtete machen Praktika, finden Arbeit oder machen sogar eine Ausbildung.“ Er sieht aber zu wenig Angebote in den Betrieben. Und was wünschen sich die Geflüchteten?

Der Iraner Wahid (24) lebt seit zweieinhalb Jahren in Twistringen. Stolz berichtet er, dass er seit dem Sommer bei der Bäckerei Weymann eine Ausbildung zum Bäcker und Konditor absolviert. Nebenbei lernt er Deutsch.

Der frühere Schmuckverkäufer hatte selbst bei Weymann nach einem Praktikumsplatz gefragt. Nach dem zweiten stand für ihn fest, dass er den Beruf erlernen möchte. „Ich fühle mich dort aufgehoben“, sagt er. „Ich habe keine Probleme gehabt.“ Alle seien freundlich und hilfsbereit. 2019 möchte er den deutschen Führerschein machen. „Ein Auto und eine Freundin wären ein Traum.“

Khaled (29) aus Aleppo in Syrien ist weniger glücklich. Mit bewegter Stimme erzählt er von seiner Flucht, von seiner Frau und den zwei Kindern, die nicht nachkommen können und von vergeblichen Versuchen, eine Ausbildung zum Mechatroniker zu machen.

Abendcafé als wichtiger Treffpunkt

Das Abendcafé der Lebenswege, seit 2018 in der Trägerschaft der Caritas, sei für ihn ein wichtiger Treffpunkt. „Mir versuchen ganz viele liebe Menschen zu helfen.“ Seine Ziele aber seien noch in weiter Ferne. Seine Wünsche für 2019: „Ein weiterer Deutschkurs, eine Ausbildung und als allererstes, meine Familie wiedersehen.“ Sein Dank geht an Andrea Bellersen, die ihn im Alltag unterstützt, bei Behördengängen zum Beispiel. Und sie übt auch fleißig Deutsch mit ihm. Ein weiterer Wunsch von Khaled: „Dass alle meine Landsleute in den Flüchtlingslagern in eine friedliche Heimat zurückkehren können. Damit unsere Kinder endlich wieder zur Schule gehen.“

Mansur Ahmadi und Takhir Nari, beide 33, stammen aus Afghanistan. Sie lernten sich im Flüchtlingslager in Celle kennen. Seitdem sind die Familien unzertrennlich.“ Vielleicht, weil sie das gleiche Schicksal ereilt hat – eine kräftezehrende Flucht. 25 .000 Euro mussten die Familien aufbringen, um in Deutschland anzukommen. Mansur Ahmadi, in der Heimat gut situiert, hat alles verloren. „Aber ich bin glücklich hier“, strahlt er. „Hier ist es sicher.“ Ebenso stolz berichtet er, dass er nicht nur den Integrationskurs abgeschlossen, sondern auch den Führerschein gemacht hat. Mansur und Takhir möchten Tischler lernen, haben dafür einen sechsmonatigen Kurs beim Institut für angewandte Pädagogik in Syke absolviert.

„Man sieht, es ist Potenzial da – es wird verschenkt“, sagt Lemmy Lehmkuhl. Der Flüchtlingshelfer ist sich mit Johannes Kaluza einig, dass die Sprache der Schlüssel zu allem sei. Deshalb drängen sie die Geflüchteten, viele Kurse zu belegen.

Im Abendcafé treffen sich die unterschiedlichsten Nationen, spielen Kicker oder anderes, kochen oder musizieren. Für 2019 ist ein Angebot für geflüchtete Frauen angedacht. „Dafür können wir noch Ehrenamtliche gebrauchen“, so Kaluza.

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