Samstag Jubiläumsfest mit Kinderbelustigung

Jetzt erst recht: Heiligenloher setzen Zeichen für Spielplatz

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40 Jahre Spielplatz, Alte Dorfstraße, in Heiligenloh: Hans Ambrosius, Heinrch Behrens und Wolfgang Fehner (v.l.) laden Samstag zum Jubiläumsfest unter den Buchen und Eichen ein. Im Hintergrund: Ayana (r.) und Rieka sind oft und gern auf dem Platz.

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Vor 40 Jahren hat keiner ahnen können, dass der heute von großen schattigen Buchen und Eichen geschützte Spielplatz an der Alten Dorfstraße hinter dem Heiligenloher Einkaufsmarkt so lange existieren würde. 2016 geriet die Anwohnerschaft aber in Aufruhr: Die Stadt Twistringen wollte den Spielplatz auflösen.

Aus finanziellen Gründen, und weil er zu wenig genutzt würde. Stimmt nicht, sagt die Anwohner-Initiative und betont: „Jetzt erst recht.“ Das für Samstag von 11 bis 18  Uhr geplante öffentliche Jubiläumsfest soll ein Zeichen setzen. Der Erlös ist für neue Spielgeräte gedacht.

Mit Unterstützung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVH) sorgt die Initiative für Kaffee und Kuchen, bietet gegrillte Leckereien an, ebenfalls Getränke. Marlene Huntemann, von Beruf Erzieherin, betreut die Kinderbelustigung. Es gibt auch eine Hüpfburg. Klaus Borchers kommt mit einem Oldtimer. Da dürfen Jung und Alt mal Platz nehmen für Rundfahrten durchs schönste Dorf im Landkreis.

Alle Heiligenloher und auch auswärtige Besucher sind willkommen. Anwohner Wolfgang Fehner: „Wir haben schon Spenden von Firmen erhalten, und der gesamte Festerlös soll für Spielgeräte sein.“

Spielplatz wurde 1977 errichtet

1977 sei durch ehrenamtliches Engagement der Spielplatz errichtet worden, erzählt Fehner. Der fast 65-Jährige sitzt mit dem Grundeigentümer Heinrich Behrens (79) und Hans Ambrosius (74) auf einer verwitterten Bank und erinnert an die Anfänge. Vor mehr als 40  Jahren seien die ersten neuen Häuser an der Alten Dorfstraße gebaut worden, auch das von Hans Ambrosius.

Wo ein Baugebiet entsteht, muss auch ein Spielplatz hin. Also fragte der damalige Twistringer Stadtdirektor Wolfgang Bößl den Eigentümer Behrens, ob er die etwa 1200 Quadratmeter große Fläche bereitstellen würde. Die Vereinbarung gab es mündlich. Dazu steht Behrens auch heute

Fast genau vor vier Jahrzehnten organisierten die Anwohner das erste Spielplatzfest – zu Ostern, mit einer Ostereiersuche. Die Idee hatte Hans Ambrosius.

„Damals nutzten schon um die 20 Kinder den Spielplatz“, erzählt Behrens weiter. Die heute nicht mehr so gelbe Rutsche gehörte schon zur ersten Ausstattung, daneben eine Schaukel, die „inzwischen weggerostet ist“, ergänzt Wolfgang Fehner. Und ein Klettergerüst, auch eine Seilbahn mit Rolle und Autoreifen. „Wir haben damals schon Spenden in der Bevölkerung gesammelt“, erklärt Fehner.

„Wir werden das nicht hinnehmen“

In den Folgejahren sind weitere Wohnhäuser an der Parkstraße und am Kiekbusch entstanden. „Wir haben schon einige Spielplatzfeste gefeiert. Wir haben viel Spaß gehabt, und die Gemeinschaft stimmt“, betont Behrens. Der frühere Busfahrer war auch sechs Jahre Ortsbrandmeister, bevor Wolfgang Fehner sein Nachfolger wurde – 21 Jahre lang.

Vor einigen Jahren hat die Stadt die Unterhaltung des Spielplatzes übernommen. Im Januar 2016 wehrten sich viele Heiligenloher gegen den Vorstoß aus dem Rathaus, den Spielplatz aufzuheben. Die Stadt hatte darauf verwiesen, dass 33 von 38 Bäumen Totholz aufwiesen und eine Gefahr darstellten. Ein beauftragtes Baumbüro veranschlagte die Kosten für die Totholz-Beseitigung auf knapp 2100 Euro. Zu teuer, hieß es aus dem Rathaus

„Wenn die Stadt den Spielplatz aufheben sollte, werden wir das so nicht hinnehmen“, kündigte seinerzeit schon Ortsbürgermeisterin Anke von der Lage-Borchers an.

„Das geht nicht an, dass die Kinder künftig zur Schule laufen sollen“, entrüstet sich Wolfgang Fehner. An der Hauptstraße würden die Eltern einkaufen und die Kinder solange auf den Spielplatz gehen. Zwischendurch sehe er auch Grundschulklassen und Kinder aus der Kita, so Behrens. Der Spielplatz werde nachmittags gut genutzt. „Und sonntags, auch von Radfahrern.“ Die drei Großväter sind sich einig: Der Spielplatz muss bleiben.

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