Jessy Martens rockt in der Ziegelei

Eine Sängerin wie eine Lava-Eruption

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Powerfrau Jessy Martens zog in der Ziegelei nicht nur das Publikum in ihren Bann.

Twistringen - Von Ulf Kaack. Das hat mächtig gerockt in der Alten Ziegelei am Sonnabend. Schwer befeuert von The Wake Woods, der Vorgruppe, brachte die Ausnahme-Sängerin Jessy Martens den historischen Industriekomplex und die 500 Fans zum Sieden.

Wer sich im Vorverkauf keine Karte besorgt hatte, den bestrafte das Leben: Das Konzert war restlos ausverkauft. Angekündigt waren powervoller Rock, Blues und Soul. Ein Versprechen, das eingehalten wurde.

Los ging es mit The Wake Woods, den angesagten Garagen-Rockern aus Berlin. Das Quartett im klassischen Line-up mit Bass, Schlagzeug und zwei Gitarren überzeugten von der ersten Note an mit erdig-bluesorientiertem Rock, Leidenschaft und Spielfreude.

Und dann kam sie: Jessy Martens. Wie eine Lawine, wie ein Erdrutsch, wie eine Lava-Eruption. Sie benötigte nur Sekunden, um das Auditorium für sich und ihre Musik einzunehmen. Ein Entkommen war für die nächsten zwei Stunden nicht möglich.

Es war vor allem die Stimme der gebürtigen Hamburgerin, die den Zuhörer sofort vereinnahmte. Jessy Martens – mit zahlreichen Preisen ihres Genres ausgezeichnet – verfügt über gesangliche Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen: Volumen, Intonationssicherheit, Tonumfang und die enorme Dynamik erlebt man in dieser Kombination nicht alle Tage. Vergleiche zu Amy Winehouse, Tina Turner und Janis Joplin werden ihrem Talent uneingeschränkt gerecht.

Hinzu kommt ihre eindrucksvolle Bühnenpräsenz. Sichtbar hat Jessy Martens Spaß an ihrem Job. Sie agiert mit ungebremster Energie und voller Überzeugung für das Dargebotene. Mal sinnlich und introvertiert, explodiert die 28-Jährige im nächsten Moment, bricht aus sich heraus und peitscht ihre Band, ebenso wie das Publikum, in den roten Drehzahlbereich.

Unüberhörbar ist die kleine Powerfrau mit der Riesenstimme tief im elektrifizierten Blues verwurzelt. Doch sie darauf zu reduzieren, würde ihrer Sache nicht gerecht. Jessy Martens bedient sich beim Hard-Rock, ebenso beim Rhythm and Blues und beim Soul. Feinsinnige, mit Tiefgang vorgetragene Balladen runden ihr Programm ab.

Heimspiel für „Keile“ Stuffel

Bei aller Euphorie für das außerordentliche Talent der agilen Frontfrau darf an dieser Stelle eine deutliche Anerkennung der Qualitäten ihrer Band nicht fehlen. Bassist Christian Hon Adameit und Schlagzeuger Christian Kolf sorgten für ein solides rhythmisches Fundament, auf dem sich neben der Sängerin auch Keyboarder Markus Schröder mit klassischen Pianoklängen und dem kultigen Lesley-Sound der Hammond-Orgel austoben konnte.

Ein Heimspiel hatte der mit virtuosen Soli glänzende Gitarrist Kai „Keile“ Stuffel. Der 39-Jährige ist in Twistringen geboren und groß geworden. Im Alter von 14 Jahren begann er mit dem Gitarrespielen, 1992 gründete er in seiner Heimatstadt die Gruppe Riot A.C.T.. Ende der 1990er-Jahre studierte er am Musicians Institute in Los Angeles bei Meistern seines Fachs. Heute lebt Kai Stuffel in Hamburg, arbeitet als Studio- und Tourmusiker, Songwriter und Gitarrenlehrer.

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