Mörsener kandidiert als Unabhängiger

Bürgermeister-Wahl: Jens Bley will auf den Chefsessel

Die Twistringer haben mit mir ein Ass im Ärmel, und es liegt nun an mir, sie davon zu überzeugen, diese Karte zu spielen.Jens Bley

Twistringen - Von Theo Wilke. Das Kandidaten-Karussell für die Twistringer Bürgermeister-Wahl am 26.  Mai kommt langsam in Fahrt. Nach Frank Hömer springt ein weiterer Christdemokrat als Unabhängiger auf: Jens Bley (40) aus Mörsen strebt das höchste Amt im Rathaus an. Zahlreiche Bürger hätten ihn ermuntert. Bis zum 22. April muss Bley – ohne offizielle Unterstützung der Partei – 130 Unterstützer-Unterschriften sammeln. Er werde Kontakt zum politischen Umfeld suchen, auch Vereine und Gruppen ansprechen sowie Veranstaltungen besuchen, kündigt Bley an.

„Ich habe mir schon länger Gedanken gemacht und mich beruflich früh für andere Menschen eingesetzt. Der Begriff Bürgermeister trifft es. Das passt sehr gut und das treibt mich an“, erklärt der 40-Jährige. Was sagt die Familie dazu? Darauf Bley: „Meine Frau Jana hat meine Entscheidung nicht wirklich überrascht. Sie stärkt mir den Rücken.“ Sie wisse um sein Engagement mit und für andere, und dass er die nötigen Führungsqualitäten besitze.

Auf die Frage, warum er denke, für den Vollzeitjob eines hauptamtlichen Bürgermeisters geeignet zu sein, nennt Mörsens Ortsbürgermeister mehrere Gründe: Als Polizeibeamter in Bremen habe er zeitig die Führungslaufbahn eingeschlagen.

Der Diplomverwaltungsfachwirt und seit 2014 vom Polizei-Einsatzdienst freigestellte Personalrat, der Gewerkschafter und Länderverbindungsbeamter im Bundesinnenministerium (ein Jahr in Berlin) hat schließlich gemerkt, „wie Politik und Verwaltung miteinander“ agieren. Seine Erfahrungen schöpft Jens Bley ebenfalls aus seinem berufsbegleitenden Studium Öffentliche Verwaltung und Management (2008 bis 2010, Uni Kassel).

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Und natürlich als Mörsens Ortsbürgermeister seit 2016 weiß Bley, wie Kommunalpolitik vor Ort funktioniert. Sein stetes Streben sei das öffentliche Gestalten mit den Bürgern. „Wir müssen noch mehr darauf hören, was die Menschen umtreibt. Die Bürgerbeteiligung kommt noch viel zu kurz.“ Für Bley ist das ein zentrales Thema. Daneben stehen etwa die Stärkung von Ehrenamt und Ortsräten. Bley schwebt ein digitaler Bürgerservice vor, vor allem zur besseren Terminabsprache im Rathaus.

Wichtig sind ihm auch eine starke interkommunale Zusammenarbeit und ein besseres Stadtmarketing, verbunden mit einer forcierten Wohnraumbewirtschaftung gegen Leerstandsimmobilien. Twistringen habe ein Defizit bei Single-Wohnungen, sagt Bley. Die Stadt müsse den Wohnungsbau für Familien gezielter vorantreiben.

Die Wirtschaftsförderung möchte er zur Chefsache machen und den Breitbandausbau beschleunigen. Der zweifache Familienvater würde ein Fördermanagement im Rathaus einrichten. Denn erfahrungsgemäß würden beantragte Fördersummen von den Kommunen viel zu wenig abgerufen.

Der Mörsener macht sich Gedanken über zukunftsweisende Verwaltungsstrukturen. Beschäftigt hat er sich schon mal mit einer App, die Einwohnern schneller ermögliche, mit der Verwaltung in Kontakt zu treten und zum Beispiel auf Mängel im Ortsbild hinzuweisen. Als Ortsratsvorsitzender hat er auch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), einen von Städten, Gemeinden und Landkreisen getragenen Fachverband, im Auge.

Der Bürgermeister-Kandidat meint selbstbewusst: „Die Twistringer haben mit mir ein Ass im Ärmel, und es liegt nun an mir, sie davon zu überzeugen, diese Karte zu spielen.“ Überzeugt ist Jens Bley, dass er das Zeug zum Bürgermeister habe und jetzt der richtige Zeitpunkt sei, beruflich einen Schnitt zu machen und seinen nächsten Entwicklungsschritt zu wagen.

Mit Blick auf seine bisherige Vita betont der 40-Jährige: „Ich habe mich immer weiter entwickelt.“ Es liege ihm auch, förderfähige Projekte für die Kommune umzusetzen, die über das normale Maß hinausgehen. In seiner bisherigen Laufbahn habe er gelernt, Situationen abzuwägen, einzuschätzen und letztlich auch die richtige Entscheidung zu treffen. Nicht nur bei der Polizei, auch im Kommunalbereich basiere alles auf Rechtsgrundlagen. Als Polizist sei er ohnehin schon zur Neutralität verpflichtet, sagt der gebürtige Cloppenburger.

„Für mich ist das Bürgermeisteramt eine große Herausforderung“, betont Jens Bley. Werde er am 26. Mai gewählt, werde er sich dieser Herausforderung mit gewisser Demut stellen. Nein, nicht scheu, aber mit Respekt würde er an die Arbeit gehen.

Mehr Infos

Wer mehr über den Kandidaten wissen möchte schreibt eine Mail unter

jens.bley@-t-online.de

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