„Klatsche“ für Frank Hömer

Jens Bley ist neuer Twistringer Bürgermeister

Der Sieger: Jens Bley mit Ehefrau Jana. Foto: Jantje Ehlers
+
Der Sieger: Jens Bley mit Ehefrau Jana. 

Mit dieser faustdicken Überraschung hat am Sonntagabend im Twistringer Rathaus niemand gerechnet: Jens Bley aus Mörsen heißt der neue hauptamtliche Bürgermeister. Der 40-jährige Polizist hat die Wahl haushoch gewonnen. Bley erhielt 5174  Stimmen (78,38 Prozent). Frank Hömer, ebenfalls unabhängiger Bewerber und in der CDU, brachte es auf schlappe 1427 Stimmen (21,62 Prozent). „Ich bin schwer enttäuscht. Das ist eine Klatsche ohne Ende“, so der Unternehmer (46).

Twistringen - „Ich bin sehr gerührt – ein Zeichen dafür, dass ich meine neue Aufgabe unglaublich gerne machen möchte“, betont Jens Bley – in der Hand einen Blumenstrauß, von Interimsbürgermeister Horst Wiesch bei der Verkündung des Gesamtergebnisses um 20.47 Uhr überreicht. Zuvor hat er seine Frau Jana heftig geküsst und viele Hände von Gratulanten geschüttelt. Bei der Geburt seiner beiden Töchter habe er geweint. Und an diesem Abend. Bley dankt seinem tollen Wahlkampfteam und seiner Frau und zollt den Twistringern „Respekt und Anerkennung“. Jana habe den „emotionalen Terror“ der vergangenen Stunden mit ihm durchgestanden. Der Wahlkampf mit Frank Hömer sei sehr intensiv gewesen.

Um 19 Uhr kommt aus dem Wahllokal in Borwede das erste Ergebnis: Der Stimmenanteil für Bley liegt bei 66, Hömer bei 34 Prozent. Zwei Minuten später folgt Stelle: 122 zu 34 Stimmen. Nach vier Wahllokalen wird es schlimmer für Hömer. Selbst in den Wahllokalen in der Innenstadt unterliegt der Unternehmer deutlich. Interimsbürgermeister Wiesch weiß gegen 19.30 schon mehr: „Das setzt sich so fort.“ Da bahnt sich das Wahldebakel für Frank Hömer an. Er hofft noch, dass es für ihn am Ende besser ausgehen wird. Als seine Niederlage feststeht, sagt Hömer: „Ein unglaublich krasses Ergebnis.“

Schwer enttäuscht: Frank und Christina Hömer (l.).

Erwartungsgemäß siegt Bley in seinem Heimatdorf Mörsen, am Markt haben sogar mehr als 500 Twistringer für ihn gestimmt, ebenfalls in der Krippe St. Marien.

Lesen Sie auch: Alles zur Wahl im Ticker

CDU-Ratsfraktionschef Bernhard Kunst hat schon geahnt, wie es kommen wird. Ob Hömers Zeitungsanzeige am Samstag mit Unterstützung einiger Ortsbürgermeister – dies löste einen Shitstorm im Netz aus – geschadet habe, vermochte Kunst nicht zu sagen. Nur, es habe ihm nicht geholfen. „Wir hatten zwei gute Kandidaten, jetzt haben wir einen guten und kompetenten Bürgermeister.“ FWG-Vorsitzender Ulrich Helms meint: „Ich freue mich über das Ergebnis. Ich habe Respekt vor beiden Kandidaten. Gut, dass Twistringen die Wahl hatte.“ Für Grünen-Sprecher Hermann Niederwestberg ist die größte Erkenntnis, dass die CDU bei der vierten Wahl mit ihrem Wunschkandidaten durchgefallen sei.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kein Friseurtermin in Sicht: Finger weg von der Bastelschere

Kein Friseurtermin in Sicht: Finger weg von der Bastelschere

So klappt es mit der neuen Fremdsprache

So klappt es mit der neuen Fremdsprache

Raumtrenner sind mehr als nur Raumtrenner

Raumtrenner sind mehr als nur Raumtrenner

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Meistgelesene Artikel

Wendiger Flitzer für schwieriges Terrain

Wendiger Flitzer für schwieriges Terrain

Coronavirus erfasst alle Branchen: „Als Künstler ist man immer auch Überlebenskünstler“

Coronavirus erfasst alle Branchen: „Als Künstler ist man immer auch Überlebenskünstler“

Mutter übt scharfe Kritik: Kita-Gebühren trotz Schließung eingezogen

Mutter übt scharfe Kritik: Kita-Gebühren trotz Schließung eingezogen

Es dröhnt in der Stube

Es dröhnt in der Stube

Kommentare