Zwei Urgesteine

Nach Jahrzehnten in der Kommunalpolitik: Friedrich Nordmann und Werner Schütte hören auf

Stehen nicht mehr auf den Kandidatenlisten: Werner Schütte (l.) und Friedrich Nordmann.
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Stehen nicht mehr auf den Kandidatenlisten: Werner Schütte (l.) und Friedrich Nordmann.

Wenn die Twistringer am 12. September ihre Kreuze bei der Kommunalwahl machen, stehen zwei altbekannte Namen nicht mehr auf der Liste: Werner Schütte und Friedrich Nordmann. Beide haben jahrzehntelang für die SPD Kommunalpolitik in Twistringen gemacht. Und beide treten in diesem Jahr nicht wieder an. Zwei Urgesteine hören auf.

Twistringen - Friedrich Nordmann hat es auf 30 Jahre in der Kommunalpolitik gebracht. Bald wird er sich sowohl aus dem Rat verabschieden als auch von seinem Posten als stellvertretender Bürgermeister Twistringens. „Dass ich jetzt unbedingt aus Altersgründen abgehe, kann ich nicht behaupten. Die Zusammenarbeit im Rat passt mir nicht mehr. Damit will ich nichts zu tun haben“, sagt er.

Gegen den Strich ging ihn zum Beispiel die Klage von Udo Helms, weil Bürgermeister Jens Bley eine virtuelle Ratssitzung einberufen wollte. Solche Klagen würden Zeit und Arbeitskraft in der Verwaltung binden, verdeutlicht Nordmann.

Kritik an der Zusammenarbeit

Er beanstandet außerdem einen vor Kurzem gestellten Antrag der FWG. Dieser Antrag bezog sich laut Nordmann auf einen schriftlichen Hilferuf der Schule und des Turnvereins in Heiligenloh angesichts des undichten Hallendaches. Nordmanns Kritikpunkt: Diesen Hilferuf hätten er und viele andere Ratsmitglieder erst im Zusammenhang mit dem Antrag zu Gesicht bekommen. Unterm Strich hat er den Eindruck, die FWG nutze solch ein drängendes Thema aus, um sich vor der Wahl zu profilieren. Bei einem städtischen Gebäude dürften solch wichtige Hilferufe nicht über einzelne Ratsmitglieder und Fraktionen gehen. Er betont, dass die Schule keine Schuld treffe. Auch die Verwaltung kümmere sich gut.

FWG-Fraktionsvorsitzender Ulrich Helms entgegnet auf Anfrage der Kreiszeitung: Der Sachverhalt sei der Verwaltung zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits seit einer Zeit bekannt gewesen und werde dort seitdem fachgerecht bearbeitet. Im Rahmen ihres Informationsrechts habe die FWG den Antrag für den nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss gestellt. Auch Helms hat den Eindruck, dass hier Wahlkampf betrieben wird – allerdings nicht von der FWG, sondern gegen sie.

Verschiedene Positionen in all den Jahren

Kurz vor Schluss geht es also noch mal ordentlich zur Sache. Keine Frage, Nordmann scheut sich nicht, auch mal anzuecken. In den vergangenen 30 Jahren hatte er verschiedene Positionen inne, so war er zeitweise Vorsitzender des Bauausschusses, Vorsitzender des Schulausschusses und Fraktionsvorsitzender. Auch im Kreistag mischte der stellvertretende Bürgermeister mit. Darüber hinaus engagierte er sich als Schöffe beim Verwaltungs- und beim Landgericht.

„Ich war einer von den ersten acht, die das Gymnasium angeschoben haben“, erzählt er. „Die Arbeit mit der Schule war eine schöne Zeit.“ Auch auf die Erweiterung der Schule in Heiligenloh habe er gedrängt. Mit Erfolg.

Werner Schütte 35 Jahre in der Lokalpolitik

Nordmanns Parteikollege Werner Schütte ist seit 35 Jahren in der Lokalpolitik aktiv. 1991 wurde er stellvertretender Natenstedter Ortsbürgermeister, 2011 dann Ortsbürgermeister. Dieses Amt legte er im August nach einer angedrohten Klage von Udo Helms nieder. Wie berichtet, machte Helms von seinem Recht Gebrauch und forderte eine Ortsratssitzung. Schütte hatte nach einer Umfrage unter allen Ortsratsmitgliedern beschlossen, der Mehrheit zu folgen und keine Sitzung in der Sommerpause einzuberufen.

Zu Beginn seiner Zeit in der Kommunalpolitik seien Manöverschäden ein wichtiges Thema gewesen, erinnert er sich Schütte. Von Anfang an habe ihn zudem der Radweg an der L 342 beschäftigt. Der ist bis heute nicht gebaut. Schütte ärgert sich, dass dies nicht im Rahmen der Flurbereinigung passiert ist. Er hofft, der neue Rat klemmt sich dahinter – „damit das ewige Leid mal aufhört“.

Denkt Schütte an seine Zeit in der Kommunalpolitik, dann kommt ihm unter anderem auch die Dorferneuerung in den Sinn, das Wegeseitenränderkonzept, das Beschilderungskonzept oder die Entstehung der Goldregen-Skulptur. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Schlosser ist (noch) Vorsitzender der Twistringer Arbeitsgruppe Feuerwehrwesen.

Schütte und Nordmann bedanken sich bei ihren Familien. Diese hätten sie immer sehr unterstützt.

Von Katharina Schmidt

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