Jäger legen Grünfläche an

In Mörsen entsteht ein „kleines Paradies“ für den Artenschutz – zur Freude der Stadt

Vom Ackerland zur Grünfläche: Auf dem reichhaltigen Boden fühlen sich Disteln wohl. Bald sollen die vielen von den Mörsener Jägern angepflanzten Bäume und Sträucher stärker zum Vorschein kommen.
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Vom Ackerland zur Grünfläche: Auf dem reichhaltigen Boden fühlen sich Disteln wohl. Bald sollen die vielen von den Mörsener Jägern angepflanzten Bäume und Sträucher stärker zum Vorschein kommen.

Mörsen – Bislang dominieren lilafarben blühende Disteln das Bild. Aber bald werde hier ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere entstehen, ist sich der Hobby-Jäger Matthias Schütte-Mahlstedt sicher.

Hier, das ist eine fußballfeldgroße Fläche von rund 7 300 Quadratmetern An der Bahn in Mörsen. Eine Gemeinschaft Mörsener Jäger hat in diesem Frühjahr die Grundlage dafür geschaffen, dass sich auf dem ehemaligen Ackerland Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere wohlfühlen werden.

Die Fläche ist komplett von einem Zaun umgeben. Links und rechts säumt sie ein jeweils sechs Meter breiter Wildstreifen. Noch präsentiert sich die Grünfläche als Blühwiese, in der besagte Disteln den Ton angeben. Aber zwischen ihnen verbirgt sich noch weit mehr.

Denn die Jäger, eine Gruppe im Alter zwischen Anfang 20 und 80, haben 2 350 Pflanzen einzeln angepflanzt. Schütte-Mahlstedt schätzt, dass sie dafür 50 bis 60 Arbeitsstunden benötigt haben. Unter den Pflanzen sind Sträucher wie Holunder sowie Weiß- und Schwarzdorn. Aber auch eine Handvoll Eichen haben die Jäger angelegt.

Ihre Wahl fiel dabei auf Pflanzen, von denen Vögel und Insekten möglichst viel und lange etwas haben. Ein Beispiel ist die Vogelkirsche, die, wie Schütte-Mahlstedt erklärt, sowohl Blüten als auch Früchte trägt. Ein anderes die Apfelrose. Deren Vorzüge beschreibt der Jäger so: „Das ganze Jahr, bis in den Oktober, trägt die Blüten.“

Dadurch wollen die Jäger „eine Kettenreaktion“ in Gang setzen: Die Blüten bieten ein Nahrungsangebot für Insekten. Und die sorgen – neben den Beeren und Früchten – dafür, dass Vögel angelockt werden.

Goldammer und Dorngrasmücken sowie Fledermäuse haben die Mörsener Jäger bereits gesichtet. Igel, Mäuse, Zaun-Eidechsen, aber auch Rehwild, Fasane und Hasensollen folgen.

Mit ihrer Pflanz-Aktion haben die Jäger eine sogenannte Ausgleichsfläche angelegt. Zu denen sind Städte und Gemeinden verpflichtet (siehe Kasten). Deshalb, gibt der Erste Stadtrat Harm-Dirk Hüppe unumwunden zu, sei er „sowas von froh“ über das freiwillige Engagement der Jäger. Der Bauhof habe den Boden „einmal übergemulcht“, die Stadt die Materialien zur Verfügung gestellt. Alles andere – planen, organsieren, pflügen, grubbern und pflanzen – hat die Jagdgemeinschaft in Eigenregie erledigt.

Wie muss man sich also die Grünfläche in ein paar Jahren vorstellen? Als Wäldchen aus Bäumen und Sträuchern? „Als kleines Paradies“, ist Schütte-Mahlstedt überzeugt. „Ich mache das für den Artenschutz“, sagt der Hobby-Jäger, der sich jetzt schon auf die Artenvielfalt freut, die bald Einzug halten werde. Für seine Jagd-Kollegen und ihn ist es das dritte Projekt dieser Art. Sie wollen die Fläche auch weiterhin pflegen.

Am Samstag will Bürgermeister Jens Bley ihnen vor Ort für ihr Engagement danken.

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