Ist es nur ein Nebelstreif?

Neuer Rastplatz in Heiligenloh erinnert an altes Kloster

Probieren den Rastplatz an der Klosterruine schon einmal aus: Ideengeber und Gestalter, Mitwirkende und Gäste: Jürgen Heitböhn, Burkhard Osterloh, Jens Bley, Anke von der Lage-Borchers (hinten von links), Harald Runge und Thomas Beuke (vorne von links).
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Probieren den Rastplatz an der Klosterruine schon einmal aus: Ideengeber und Gestalter, Mitwirkende und Gäste: Jürgen Heitböhn, Burkhard Osterloh, Jens Bley, Anke von der Lage-Borchers (hinten von links), Harald Runge und Thomas Beuke (vorne von links).

Heiligenloh – Einen neuen Rastplatz mit geschichtlichem Hintergrund, der sogar eine Botschaft für die Gegenwart bereithält, hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein Heiligenloh (VVH) geschaffen. Am Wochenende wurde der Rastplatz „Klosterruine vor dem Fang“ eingeweiht. Schon seit einem Jahrzehnt schwelte bei Jürgen Heitböhn, bis vor Kurzem Vorsitzender des VVH, und Burkhard Osterloh die Idee, eine Anlaufstelle für Radfahrer und Wanderer einzurichten – basierend auf der Sage „Der Fang bei Heiligenloh“.

Der Fang ist das Gebiet hinter der Grundschule, das zur Beeke hin abfällt. Dort sollen der Sage nach Mönche einst ein Kloster errichtet haben. Aus Dankbarkeit für das, was sie fischen und ernten konnten, beschlossen sie, den schwersten Hecht jedes Fangs zurück in die Beeke zu geben. Irgendwann aber, unter einem neuen Abt, gaben sie den Brauch auf und gönnten sich das Beste vom Besten selbst. Die Folge: „Der bis dahin Segen spendende Regen ließ in gewaltigen Güssen die Beeke zum Ungeheuer anschwellen, den fruchtbaren Acker aufschwemmen und in wenigen Augenblicken Mauern und Mönche im Schlamm versaufen.“ So steht es in der Sage.

Und die Seelen der schuldig gewordenen Mönche, die dort keine Ruhe finden durften, sehe man noch in den Nebelschwaden, die im Herbst über der Beeke stehen.

Fast wirkt es, als könnte gleich ein Mönch um die Ecke kommen

Soweit die Legende – die alten Steine zum Bau der Ruine fanden die Initiatoren des VVH zwar nicht im Beeketal, doch die im rechten Winkel stehenden Mauern, die die Klosterruine darstellen sollen, sind mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass es fast wirkt, als könne gleich tatsächlich ein Mönch um die Ecke kommen.

Der Entwurf stammt von Burkhard Osterloh und wurde vom Heiligenloher Bauunternehmer Daniel Ursu und seinem Team umgesetzt. Die vier mal vier Meter große Ruine steht kurz vor dem Ortseingang an der Kreisstraße von Ellinghausen kommend. Die gotischen Betonfenster, eine Figur aus Sandstein, die böse Geister abwehren soll, die gewaltigen Betonbänke – diese Details lassen das neue Bauwerk fast wie eine echte Ruine wirken. „Und wenn hier wilder Wein oder Efeu ranken…“, blickt Burkhard Osterloh freudig in die Zukunft und lässt den Satz unvollendet.

Viel Ehrenamtliches Engagement

In die Gestaltung des Geländes haben Ehrenamtliche des VVH – allen voran Thomas Beuke, Harald Runge und Jürgen Heitböhn – schon viele Stunden gesteckt, einige werden noch folgen.

Die finanzielle Umsetzung des gut 10 000 Euro teuren Vorhabens gelang dank 15 Spenderinnen und Spendern, Förderung vom Landkreis und den Mitteln des Vereins.

Ortsbürgermeisterin Anke von der Lage-Borchers lobte die Heiligenloher: „Lasst uns mal eben machen – und alle machen mit“, fasste sie das so wichtige freiwillige Engagement zusammen. Das mache Heiligenloh lebenswert.

Und auch Bürgermeister Jens Bley fand seine guten Erfahrungen mit den Heiligenlohern im Projekt bestätigt. Er zeigte sich beeindruckt von der Sage – und trug ihre Botschaft in die Gegenwart. „Der Respekt vor der Natur scheint uns manchmal verloren zu gehen“, mahnte Bley. Jeder solle sich die Frage stellen, ob man zu sehr in die Natur eingreife – gerade angesichts von Phänomenen wie Dürren oder Starkregen. „Und hier, an der Ruine, ist ein guter Platz dafür. Was wir haben, ist nicht selbstverständlich“, betonte der Bürgermeister.

Die Sage ist übrigens auf einem Schild an der Klosterruine nachzulesen. Und wenn Bürgermeister Bley dem Wunsch Burkhard Osterlohs nachkommt, dann sind auch seine Gedanken bald in einem Schild verewigt.

Von Charlotte Wolframm

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