Informationsabend über die Arbeitsmarkt-Integration geflüchteter Menschen

„98 Prozent haben eine hohe Arbeits-Motivation“

Organisatoren und Referenten (v.l.): Torsten Reuter, Johannes Kaluza, Karin Bockhorst, Christian Siemers, Christoph Koldewey, Birger Schröder, Susanne Baumbach und Hubert Stubbe. - Foto: Nölker

Twistringen - Von Sabine Nölker. „Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen“ lautete das Thema des Infoabends, zu dem GUT (Gemeinschaft der Unternehmen in Twistringen) und Caritas am Dienstag im Strohmuseum eingeladen hatten. Christian Siemers und Birger Schröder von der GUT begrüßten zahlreiche Gäste.

„Ein Thema, das uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird“, stieg Moderatorin und Caritas-Geschäftsführerin Karin Bockhorst in den Abend ein. Die aktuelle Frage laute: „Wie können Flüchtlinge in Ausbildung oder Arbeit kommen?“ Laut Johannes Kaluza von der Caritas leben aktuell rund 200 Flüchtlinge in Twistringen. Von denen seien mindestens 100 im erwerbsfähigen Alter. Das Bildungsniveau sei sehr unterschiedlich. „Es reicht von Analphabeten bis zu Akademikern.“ Leider hätten die Flüchtlinge selten Nachweise über ihre Berufsabschlüsse. „Von Ausbildungsplätzen sind wir noch weit entfernt“, vorab stehe der Erwerb der deutschen Sprache und eine Berufsorientierung, so Kaluza. Aktuell beschäftigen Firmen wie Plöger Bau, Gemüse Meyer, A.H. Meyer und Göbber Flüchtlinge im zweistelligen Bereich.

Christoph Koldewey, Teamleiter der Ausländerbehörde beim Landkreis Diepholz, ging auf das Thema „Arbeit – Praktikum – Ausbildung für Asylbewerber und geduldete Ausländer“ ein.

Das Praktikum ist für ihn aktuell das wichtigste Thema. Allerdings unterscheide er zwischen Probebeschäftigung, Berufsorientierungspraktikum, Hospitation und Einstiegsqualifizierung. Den Arbeitgebern riet er: „Informieren Sie sich vorher bei uns oder beim JobCenter, wir helfen weiter.“ Das Zauberwort sei „vorab“ – „danach“ würde schwierig werden.

Thorsten Reuter vom JobCenter Syke brach eine Lanze für die Flüchtlinge. „Wir haben bei 98  Prozent der Flüchtlinge eine hohe Motivation, in Arbeit zu kommen“. Und die Motivation derer, die einen Arbeitsplatz hätten, sei „traumhaft“.

Auch Frauen seien auf dem Vormarsch. So habe er aktuell sechs Flüchtlinge, davon vier Frauen, die eine Ausbildung beginnen. „Trotz Ehemann und Kinder.“

Es gebe viele Fragen und Fragezeichen, aber die Bundesagentur nehme den Arbeitgebern alles Behördliche ab, so Reuter. Nicht zu vergessen die Ehrenamtlichen der FiT (Flüchtlingsinitiative Twistringen), die jederzeit für Fragen zur Verfügung stünden. Laut Kaluza hätten sich aktuell vier Ehrenamtliche dafür gemeldet, Flüchtlinge aktiv bei der Suche, Bewerbung und Vorstellung zu unterstützen und zu begleiten.

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