Flurbereinigung Heiligenloh startet / Rund 800 000 Euro / Wegebau kommt zuerst

„In einem Rutsch“

Die ersten Baustellen (schwarz markiert): Der Wegebau läuft den Sommer über in einem Rutsch. 
Karte: ARL
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Die ersten Baustellen (schwarz markiert): Der Wegebau läuft den Sommer über in einem Rutsch. Karte: ARL

Heiligenloh – Die ersten Wirtschaftswege werden an der der Kreisstraße nach Natenstedt schon ausgebaut. In Heiligenloh ist die Flurbereinigung gestartet. Das freut nicht nur das Amt für Landesentwicklung (ARL) Leine-Weser in Sulingen, sondern mehr noch Ortsbürgermeisterin Anke Borchers und Robert Ohlendiek, den Vorsitzenden der knapp 100-köpfigen Teilnehmergemeinschaft. Insgesamt rund 800 000 Euro werden in den kommenden Jahren investiert.

Auf dem Prote-Weg und gegenüber, hin zum Hof Ohlendiek, saniert die beauftragte Baufirma Koldewei aus Schwaförden bereits. „Wir gehen davon aus, dass der Wegebau bis Ende August abgeschlossen wird“, sagt Karl-Heinz Schütte, Geschäftsführer des Verbandes der Teilnehmergemeinschaften mit Sitz in Sulingen.

Von den Gesamtkosten des Verfahrens finanzieren EU, Bund und Land 600 000 Euro oder 75 Prozent. 120 000 Euro (15 Prozent) steuert die Stadt Twistringen bei, 80 000 Euro (10 Prozent) übernehmen die Grundstückseigentümer Die Flurbereinigung umfasst insgesamt 430 Hektar.

Der Wegebau werde „in einem Rutsch“ in den Sommermonaten erledigt, betont die Ortsbürgermeisterin. „Lieber einmal Unruhe im Dorf!“, meint sie Und die Maßnahmen seien vor allem äußerst positiv für die Landwirtschaft.

Anke Borchers bittet die Bevölkerung um Verständnis, weil an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut wird und es bisweilen zu Wegesperrungen, Einschränkungen für Anlieger und Verkehrsbehinderungen kommen wird. Es sei ganz wichtig, zunächst den Wirtschaftswegebau anzupacken. Marode Strecken müssten dringend saniert werden und einen tragfähigeren Untergrund bekommen, so die Ortsbürgermeisterin weiter. Die Ausbaubreite beträgt drei Meter.

Bereits seit 2016 hat der Arbeitskreis mehrfach getagt. Ein Jahr später als geplant startet nun das Vorhaben. „Weil Rüssen abgesprungen ist“, bedauert Borchers. Sie zeigt auf die Alte Dorfstraße in Richtung Henckemühle-Abzweigung. Ein sanierungsbedürftiger Weg, mit Rotstein gepflastert, mit vielen Dellen und Versackungen.

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft hat im August 2019 den Beschluss zur Herstellung der ersten Wege gefasst. Die Plangenehmigung wurde vom ARL Leine-Weser in Sulingen im Dezember erteilt. Der Wegeausbau erfolgt unter anderem auf der Alten Dorfstraße, vom Feuerwehrhaus bis zum Malerbetrieb Sander. Und weiter: In der Sohlriede, An der Henckemühle, Auf der Heide. Außerdem gehören dazu zwei Wege, die nur die Bezeichnung „Heiligenloh“ haben. Die Gesamtlänge der Wege: 4525 Meter.

„Neben den Planungen für die Renaturierung der Heiligenloher Beeke erfolgt derzeit die Wertermittlung der Grundstücke als Grundlage für die Flächentausche“, erläutert Heiner Leffering vor Ort. Leffering leitet beim Landesamt in Sulingen die Flurbereinigung Heiligenloh.

Die Vermessung des Wege- und Gewässerplanes sowie der Verfahrensgrenze seien bereits abgeschlossen worden. Die Renaturierung der Heiligenloher Beeke als „prioritäres Gewässer“ sei ein Highlight des Projektes.

Für die Beeke zwischen der Henckemühle und dem Mühlendamm läuft laut Leffering schon eine aufwendige Planung. „Da kommt die Beeke in ihr altes Bett zurück“, unterstreicht Anke Borchers. Die Umsetzung sowie weitere Grünmaßnahmen im Rahmen der Flurbereinigung sind für 2023 geplant. Bis 2028 soll das komplette Verfahren abgeschlossen sein, kündigt Heiner Leffering an.

Wie sehen die Verfahrensziele für Heiligenloh aus? Es geht um die Zusammenlegung von landwirtschaftlichen Flächen unter Berücksichtigung der Pachtsituation. Es geht ebenso um den Ausbau und die Anpassung des ländlichen Wegenetzes im Hinblick auf die Erfordernisse des modernen landwirtschaftlichen Verkehrs.

Unterstützt werden die gemeindlichen Entwicklungsinteressen durch einen Kompensationsflächenpool. Schließlich soll Heiligenloh für Freizeit und Erholung aufgewertet werden.

Von Theo Wilke

Die Flurbereinigung hat begonnen.
Sie freuen sich: Heiner Leffering (v.l.), Karl-Heinz Schütte, Anke Borchers und Robert Ohlendiek. Fotos: Wilke

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