Architekten stellen Entwürfe vor

Ideen fürs Heiligenloher Feuerwehrhaus

Der favorisierte Entwurf vom Architektenbüro Meyer-Ratz. Hinter der großen Scheibe in der Fahrzeughalle könnte ein Feuerwehr-Oldtimer präsentiert werden. GRAFIK: Meyer-Ratz
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Der favorisierte Entwurf vom Architektenbüro Meyer-Ratz. Hinter der großen Scheibe in der Fahrzeughalle könnte ein Feuerwehr-Oldtimer präsentiert werden.

Heiligenloh – Wie soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Heiligenloh aussehen? Darum ging es am Dienstagabend im Gymnasium bei einer Sitzung des Twistringer Ausschusses für Bau, Ordnung, Feuerwehr und Umwelt. Drei Architekten stellten dort ihre Ideen vor. Der Ausschuss stimmte letztlich für den Favoriten der Freiwilligen Feuerwehr.

Dabei handelt es sich um einen Entwurf des Architektenbüros Meyer-Ratz aus Twistringen-Lechenhausen. Ob dieser tatsächlich das Rennen macht, entscheidet sich nächste Woche im Verwaltungsausschuss.

Das neue Feuerwehrhaus kommt an die Hauptstraße in Heiligenloh. Es wird so ziemlich das Erste sein, was die Leute sehen, die aus Richtung Drentwede kommend in den Ort fahren. Momentan steht dort noch eine alte Scheune. Sie wird abgerissen.

Alte Scheune weicht für neues Feuerwehrhaus in Heiligenloh

Architekt Christian Meyer-Ratz hat sich bei der Wahl der Dachform in seinem Entwurf an der Silhouette der alten Scheune orientiert. „Ich bin gebürtiger Heiligenloher und kenne die Ortseinfahrt ohne die Rudnick-Scheune nicht“, sagte er. Ihm schwebt eine große freie Fläche im Außenbereich vor, welche die Feuerwehr für Feierlichkeiten oder Altpapiersammlungen nutzen könnte. Meyer-Ratz hat den Alarmbereich des Gebäudes in seinen Plänen so ausgerichtet, dass die Einsatzkräfte das Haus aus zwei Richtungen anfahren können. Damit geht er auf die Zusammenlegung der Ortswehren aus Ridderade und Heiligenloh ein.

Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen wäre es lieber, die Parkplätze gebündelt an einer Stelle zu haben. Außerdem liege in dem Entwurf ein Flur ungünstig. Einsatzkräfte könnten sich im Alarmfall in die Quere kommen, kritisierte er.  „Es wäre mir wichtig, den zu verlegen.“  Solch eine Änderung wäre bautechnisch kein Problem, meinte Meyer-Ratz.

Insgesamt findet die Feuerwehr seinen Entwurf am besten. Ein entscheidender Grund dafür: Die Nutzfläche wäre etwa 100 Quadratmeter größer als bei den anderen. Außerdem wäre die Fahrzeughalle leicht zu erweitern.

1,1 Millionen Euro Budget für Gebäude und technische Ausstattung

Dafür sind die Baukosten bei diesem Entwurf auch am höchsten. Bei der Ausschreibung hat die Stadt für das Gebäude und die technische Ausstattung ein Budget von 1,1 Millionen Euro vorgegeben. Die Kostenschätzung für Meyer Ratz’ Entwurf liegt 21 000 Euro drüber.

Der Entwurf des Architektenbüros Funke. Rechts bei den großen Fenstern wäre der Schulungsraum.

Das Konzept des Architektenbüros Funke aus Steinfeld ist mit Bauwerkskosten von 1039500 Euro günstiger. Er sticht durch eine umlaufende Blaulicht-Signalleiste an der Fassade hervor. Die soll im Alarmfall aufblinken und der Umgebung signalisieren: Achtung, hier passiert was. Vorgesehen ist außerdem ein flaches Gründach mit einem Oberlichtband – also einem Fenster in der Decke, das eine gute Querlüftung ermöglichen würde. Die Feuerwehr findet den Entwurf nicht schlecht, bemängelt aber, dass das Zusatzlager im Keller liegt. Laut Funke könnte es in ein Obergeschoss verlegt werden.

Der Entwurf des Architekturbüros Rubbert. Der Schulungsraum wäre im Obergeschoss.

Am ungewöhnlichsten ist der Entwurf des Architekturbüros Rubbert (Natenstedt). Verfasser des Entwurfs war Ulrich Hock. Er sieht das Feuerwehrhaus als Gebäude mit geschwungenen Wänden und einem Schulungsraum im Obergeschoss. Auch die Parkbuchten in der Fahrzeughalle wären schräg angeordnet. Aus den Reihen des Ausschusses gab es Bedenken: Könnte das Einparken dadurch schwieriger werden? Und können Spinde an gerundete Wände gestellt werden, ohne dass Stolperfallen entstehen? „Reden wir darüber, wie das Gebäude wirken soll, nicht ob der Spind in den Umkleideraum passt“, sagte Hock. Das würde man passend hinkriegen. Er würde für Heiligenloh gerne etwas „Neues, Modernes“ entwickeln. Stadtbrandmeister Meyer-Hanschen findet den Schulungsraum im Obergeschoss ungünstig. Man müsste ständig Sachen von der Küche im Untergeschoss nach oben schleppen.

Zu wenig Rangierraum

Was dem Ersten Stadtrat Harm Dirk-Hüppe bei allen drei Entwürfen nicht gefällt, ist der Platz vor der Fahrzeughalle. In seinen Augen gibt es überall zu wenig Rangierraum. Das Projekt von Funke sei da am besten durchdacht. Mit Sicht auf Kosten und Funktionalität ist es Hüppes Ansicht nach der passendste Entwurf.

Bis auf Hermann Niederwestberg von den Grünen stimmten alle Ausschussmitglieder für den Entwurf von Meyer-Ratz. Niederwestberg enthielt sich. Er argumentierte mit den Kosten und der Rangierfläche.

Abhängig von der Bauleitplanung könnten die Bauarbeiten im Herbst beginnen.

Wieso ein Neubau?

Seit mehr als 40 Jahren hat die Ortsfeuerwehr ihren Standort an der Straße Am Kiekbusch in Heiligenloh. Das 2002 erneuerte Gebäude hält den heutigen gesetzlichen Anforderungen allerdings nicht mehr stand. Es ist zu alt, zu klein und abgängig. Ein neues muss her. Entstehen soll laut der Stadtverwaltung ein zukunftsweisendes Gebäude, das den gewachsenen Aufgaben der Feuerwehr gerecht wird. Der Neubau soll eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen bieten, Alarmgarderoben, eine Werkstatt, Lagerräume, Platz für Ausbildung und Aufenthalt, ein Büro sowie Verwaltungs- und Sanitärräume. 

Von Katharina Schmidt

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