Heidestadion: Abbenhauser Dorfjugend baut mit Syker Gruppe einen Biker-Park

„Die Idee zündete sofort“

Vor drei Wochen war es nur ein einfacher Sandhügel. Im Bild v.l.: Kilian Hille, Maik Timmermann und Jan Wessels, dahinter Heinz Timmermann. FOTOS: THEO WILKE

Abbenhausen - Von Theo Wilke. Die mächtige hölzerne Startrampe ist bereits aufgebaut. Der künftige Parcours dahinter deutet sich in Wellenform an. Im Abbenhauser Mountain-Bike-Park in Üssinghausen sind Jugendliche und Erwachsene ganz fleißig. Mithilfe von Syker Bikern wird eine moderne Freizeitanlage gebaut.

Vor gut zwei Jahren entstand beim Schützenfest in Abbenhausen die Idee für den Bike Park auf dem Gelände des ehemaligen Heidestadions. Heinz Timmermann: „Ein Freund sprach mich an. Was können wir mit dem Gelände machen? Es war Markus Schröder vom Ortsrat. Die Idee für den Biker-Park zündete sofort.“ Mitte 2018 befasste sich der Ortsrat mit der möglichen Gestaltung des Heidestadions.

Früher Sandabbaugebiet an der Straße nach Üssinghausen, wurde es später zu einem beliebten Ausflugsziel. Da wurde viel Fußball gebolzt und gegrillt. Lange Zeit danach war das Gelände „in einem desolaten Zustand“, betonte Ortsbürgermeister Bernhard Kunst damals im Ortsrat. Schließlich konnte sich das Gremium nicht so sehr für eine Insektenwiese oder Blühstreifen begeistern, sondern viel mehr für die aus der Dorfjugend vorgeschlagene Mountainbike-Anlage. Heinz Timmermann von der Harpstedter Straße hatte einige Jugendliche mitgebracht, die das Vorhaben erklärten.

Timmermanns Sohn Maik sprach für 40 bis 50 junge Menschen aus der ganzen Twistringer Region. Viele würden sich im Bahnhofsbereich treffen. Vater Heinz ergänzte: „Wenn die Jungs mit ihren Mountainbikes auf einen richtigen Parcours wollen, müssen sie nach Bremen oder Hannover. Man muss der Jugend vor Ort schon was bieten.“

Und das geschieht seit dem vergangenen Jahr. „Alles ging Schlag auf Schlag“, erinnert sich Heinz Timmermann vom Orgateam. Die RWG in Twistringen spendete gleich 1000 Euro und zusätzlich einen Gutschein über 200 Euro. Die Biker-Gruppe kaufte davon zunächst eine Garage, die sie als Materiallager im Heidestadion aufstellte. Die Restsumme, heißt es, soll für die große Eröffnungsfeier möglichst noch in diesem Jahr sein.

2018 wurde das Gelände für einen ersten Parcours hergerichtet und viel Erde bewegt. Unterstützung gab es von Gemüse Meyer, vom THW in Bassum. Karl-Heinz Knabe half mit, auch Georg Wilkens. Die Firma Coldewey stellte unter anderem einen Radlader zur Verfügung.

Anfang 2019 fanden sich die ersten Biker auf der provisorischen Bahn ein. Etwa 20 seien es wohl gewesen, danach noch so zehn Stammgäste, sagt der 17-jährige Kilian Hille. Maik Timmermann (18) und Jan Wessels (15) gehören zu der noch kleinen Gruppe, die in Zukunft größer werden möchte.

Anfang dieses Jahres stoppte die Corona-Pandemie die begeisterten Jugendlichen. Inzwischen nimmt der Bike Park, nur rund 800 Meter entfernt von der B 51, langsam Form an – dank der Hilfe aus Syke. Es soll eine Anlage auch für jüngere Biker und Neueinsteiger werden.

Peter Retzlaff, seit 30 Jahren Mountainbiker und Sprecher der Syker Gruppe, auf die Frage nach dem Engagement in Abbenhausen: „Die Szene ist ziemlich verstreut.“ Man wolle sich mit anderen Gruppen zusammentun und für eine bessere Lobby der Jugendlichen sorgen. „Wir möchten unser jahrzehntelanges Wissen gerne weitergeben und haben uns entschlossen, gemeinsam mit den Mountainbikern in Abbenhausen eine der modernsten Anlagen anzulegen.“

Leider sei Corona dazwischen gekommen. Die Zeichnungen für den Bike Park seien fertig, erklärte Retzlaff noch vor Kurzem. Da war er sich mit Heinz Timmermann und den Jugendlichen auf Twistringer Seite einig, sobald wie möglich mit den Arbeiten zu beginnen.

Seitdem ist nun einiges, unbemerkt von der Öffentlichkeit, passiert. Retzlaff drückt nicht ohne Grund aufs Tempo: Die Anlage müsse rechtzeitig zum Start der Sommerferien stehen, damit die Jugendlichen endlich fahren können.

Und noch ein Ziel haben die Biker: eine überregionale Vernetzung, um die Szene auf breitere Füße zu stellen sowie Talente zu fördern. „Ich wünsche mir in der Bevölkerung mehr Engagement für Kinder und Jugendliche“, betont Peter Retzlaff.

Twistringens Bürgermeister Jens Bley hat am Mittwochabend in der Sitzung des Abbenhauser Ortsrates das Biker-Projekt ausdrücklich gelobt. Die Resonanz sei erfreulich. Es habe sogar eine Anfrage von einem Interessenten gegeben, der die Anlage auf einem Motorrad mit Spikes nutzen wollte. Dies habe man klar verneint.

Wenn die Anlage im Heidestadion komplett sei, so Bley weiter, werde es eine Begehung geben. Es müssten für die künftige Nutzung Regeln aufgestellt werden. Außerdem gehe es um den Versicherungsschutz, falls da mal etwas passiere. Schließlich müsse der TÜV den Bike Park abnehmen. Es wird schon die Gründung eines Vereins angedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Blumenkohl liefert Aroma mit Köpfchen

Blumenkohl liefert Aroma mit Köpfchen

Erst das Game, dann die Hardware: Gibt es die VR-Killer-App?

Erst das Game, dann die Hardware: Gibt es die VR-Killer-App?

Das magische Farbspiel des Staudenphlox

Das magische Farbspiel des Staudenphlox

Keltische Traditionen und malerische Schönheit

Keltische Traditionen und malerische Schönheit

Meistgelesene Artikel

Corona taucht in Gestalt eines Drachens auf

Corona taucht in Gestalt eines Drachens auf

Sechs Hocker für den Tisch des Herrn

Sechs Hocker für den Tisch des Herrn

Langjährig Unternehmer und Bürgermeister

Langjährig Unternehmer und Bürgermeister

Neuer Mut beim Malen

Neuer Mut beim Malen

Kommentare