Pfarrei St. Anna

Klaus Willmann ist neuer Pastor in Twistringen

Klaus Willmann in der St. Anna Kirche, einer seiner neuen Wirkungsstätten.
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Klaus Willmann in der St. Anna Kirche, einer seiner neuen Wirkungsstätten.

Klaus Willmann ist neuer Pastor in der Pfarrei St. Anna. Ihm liegt unter anderem die Seelsorge und die Kirchenmusik besonders am Herzen.

Twistringen –  Morgens um sieben läuft jeden Sonntag im holländischen Radio Musik von Johann Sebastian Bach. Klaus Willmann schaltet stets ein, selbst wenn es am Abend zuvor mal später geworden ist. Dafür stellt er sich gern den Wecker. Er liebt Klassik. Und das Reisen. Aber allen voran liebt er es, unter Menschen zu sein. Deswegen hat er sich entschlossen, Pastor zu werden.

Nach zuletzt zehn Jahren in einem Pfarrverbund an der holländischen Grenze ist der 60-Jährige jetzt zur Pfarrei St. Anna nach Twistringen gewechselt.

Zunächst Lehre zum Schriftsetzer

Klaus Willmann kommt aus Osnabrück. Als Kind ging es für ihn sonntags immer mit seinen Eltern zur Kirche, außerdem sang er im Kirchenchor. Nach seiner Mittleren Reife machte er eine Lehre zum Schriftsetzer. „Währenddessen bin ich in der Kirchenjugendarbeit angefangen“, erinnert er sich.

Ihm gefiel die Arbeit als Schriftsetzer, doch sie wurde zunehmend digitaler. „Ich wollte nicht so viel am PC sitzen. Ich wollte etwas mit Menschen zu tun haben“, blickt er zurück. Also machte er in Neuss bei Düsseldorf sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Ein Theologiestudium in Münster und Innsbruck schloss sich an. Es folgten mehrere berufliche Stationen, zuletzt als Pfarrer. Es ist recht üblich, dass ein Pfarrer nach etwa 10 bis 15 Jahren eine neue Aufgabe übernimmt. Deshalb nun Twistringen.

Offen für Neues

Bevor der Wechsel im Raum stand, war Twistringen für Willmann kein Begriff. „Dann habe ich mich hier mal umgeschaut, und es sagte mir alles zu. Ich bin zuversichtlich, dass es eine gute Zeit wird“, so der neue Pastor. Er sei offen für Neues.

Offenheit ist ein Aspekt, den er auch bei der Kirchenarbeit schätzt, ebenso wie Ehrlichkeit. Weiter führt er aus: „Gute Kirchenmusik ist mir zudem ganz wichtig – was ich in Twistringen auch vorfinde.“ Im Übrigen hört er nicht nur Klassik, so hat er zum Beispiel am Wochenende auch beim Eurovision Song Contest eingeschaltet.

„Ich will Seelsorger für alle sein“

Besonders am Herzen liegt ihm die Seelsorge. „Ich will Seelsorger für alle sein und nicht nur im engen Dunstkreis der kirchlichen Gremien schwimmen“, verdeutlicht er und berichtet davon, dass er in der Ortsfeuerwehr Rütenbrock zum Beispiel Ehrenmitglied war. Zu den Einsätzen fuhr er nicht mit, aber nach harten Einsätzen stand er den Feuerwehrleuten zur Seite. Auch in Twistringen möchte er gerne den Kontakt zur Feuerwehr suchen.

Das Kennenlernen von Menschen, das Miteinander und auch gemeinsame Feste – in Zeiten von Corona gestaltet sich das schwierig. Er gehe offen auf Menschen zu, sagt Willmann, und man glaubt ihm das sofort. „Mit Maske fällt das aber schwerer. Das wird hoffentlich bald wieder anders.“

Ein großes Hobby ist das Reisen

Seine ersten Tage in Twistringen hat er auch genutzt, um Umzugskartons auszupacken und in seinem neuen Garten dem Unkraut Herr zu werden. Wenn das Wetter beständiger wird, möchte er gerne stärker die Gegend erkunden. In seinem Leben hat er schon viele Winkel der Welt entdeckt. „Mein großes Hobby ist das Reisen“, sagt er. Bei privaten Reisen liebe er die See, allen voran die holländische Nordseeküste. „Meine halbe Familie kommt aus Holland“, berichtet der Pastor, der fließend Holländisch spricht.

Willmann hat auch einige Gruppenreisen von kirchlicher Seite aus organisiert, unter anderem nach Griechenland auf den Spuren des Paulus, nach Israel, Irland oder in die Toskana. „Ich hoffe, solche Reisen nach Corona auch hier anbieten zu können.“ Da viel Organisation dahinter stecke und die Pandemie zu Unsicherheiten führt, rechnet er in diesem und dem kommenden Jahr aber noch nicht damit.

Berufliche Stationen

- 1988 Diakonweihe und Priesterweihe

- Diakon in Herzlake (Emsland)

- Erste Kaplanstelle in Emsbühren

- Danach Kaplan in Georgsmarienhütte und geistiger Rektor der Landvolkhochschule Oesede

- Ein halbes Jahr Kaplan in Papenburg

- Erste Pfarrerstelle in Holte-Lastrup, gleichzeitig Jugendpfarrer in Marstall Clemenswerth

- Zweite Pfarrstelle in Melle-Wellingholzhausen

- Anschließend zehn Jahre in Haren-Rütenbrock an der holländischen Grenze.

- Jetzt: Pastor in Twistringen

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