Küsterin Annemarie Behring geht in Rente / Abschied bereits am Sonntag

„Ich hätte gern noch länger gemacht“

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Noch zündet Küsterin Annemarie Behring (r.) die Kerzen in der Martin-Luther-Kirche an. Im Bild mit Pastorin Christina Ernst.

Twistringen - Von Theo Wilke. Nach dem 1. Oktober werden die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde in Twistringen ein vertrautes Gesicht vermissen: Küsterin Annemarie Behring geht in Rente. Das Tor zur Martin-Luther-Kirche wird sie dann nicht mehr aufschließen, auch nicht mehr die Glocken läuten. Verabschiedet wird Behring bereits am komenden Sonntag um 10 Uhr im Gottesdienst.

Offiziell ist erst Ende September Schluss für die 64-Jährige, nach fast zehn ereignisreichen Jahren, nach vielen für sie spannenden Begegnungen. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt. „Wir sind auf der Suche“, sagt Pastorin Christina Ernst. Die Stelle werde zurzeit ausgeschrieben. Wer sich für den Job interessiert, könne sich aber auch direkt im Pfarrhaus bewerben.

„Ich hätte auch noch länger gemacht“, bedauert Annemarie Behring. Aber sie erreiche das Rentenalter. Das sei der einzige Grund. Ihre Arbeit sei immer erfüllend gewesen, sie habe sie gern gemacht, betont die aus Syke stammende Küsterin. Nur ein paar Minuten entfernt von der Kirche wohnt die Witwe, die früher als Verkäuferin gearbeitet hat.

Schon fast 30 Jahre gehört Annemarie Behring dem Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde an – seinerzeit von Pastor Leuchtmann begründet. Und dem Frauenkreis will Behring auch weiter die Treue halten.

Nach dem Tod des damaligen Küsters Rolf Lellmann bewarb sich Behring um den vakanten Posten und wurde genommen, eingestellt für etwas mehr als sechseinhalb Stunden in der Woche.

In der Kirche muss alles in Ordnung sein

Was macht denn eine Küsterin, außer Kirche aufschließen und Glocken läuten? Die Antwort: Gottesdienstgestaltung und Reinigung der Kirche, Blumenschmuck und Kerzen besorgen, den Altar entsprechend vorbereiten. „Darauf achten, dass in der Kirche alles in Ordnung ist“, so Behring weiter. Und Fragen von Kirchenbesuchern beantworten.

„Ich habe vor einer Trauung auch schon mal zehn Minuten länger geläutet, weil das Brautpaar noch nicht da war.“ Als sie sich an den Hund erinnert, der bellend eine Taufe störte, muss die 64-Jährige lachen. Auch das „Einfangen“ von Konfirmanden gehört zu ihrer Tätigkeit, wenn die jungen Menschen zu laut sind. „Dann gibt es auch schon mal eine klare Ansage.“

Pastorin Ernst wird Annemarie Behring vermissen. Die Küsterin habe schon so manche Situation gerettet und Probleme zügig gelöst. Nach ihrem eigenen Amtsantritt habe die Küsterin sie sehr unterstützt: „Annemarie Behring hat mich eigentlich eingearbeitet.“

Auf die Frage nach weiteren Hobbys huscht ein Lächeln über Behrings Gesicht. Ja, den Frauenkreis, und seit mehr als elf Jahren arbeitet sie im Kirchenvorsand mit, wo sie sich im Friedhofsausschuss engagiert.

Was wird die Küsterin vermissen? Behring: sonntags die Vorbereitung der Gottesdienste, Kerzen anzünden, Gesangbücher an die Besucher verteilen. Und natürlich die Konfirmanden. Wenn sie pensioniert ist, möchte die Twistringerin „erstmal für eine Weile wegfahren, um Abstand zu bekommen. Und dann lasse ich mich hin und wieder mal sehen.“

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