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Hygiene-Anhänger soll Twistringer Einsatzkräfte vor Feuerwehrkrebs schützen

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Von: Katharina Schmidt

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Noch hat die Feuerwehr ihr Domizil in Heiligenloh am Kiekbusch. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten für einen Neubau an der Hauptstraße beginnen. Archivfoto: Schmidt
Noch hat die Feuerwehr ihr Domizil in Heiligenloh am Kiekbusch. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten für einen Neubau an der Hauptstraße beginnen. Archivfoto: Schmidt © -

Um anderen zu helfen, riskieren Feuerwehrleute ihre eigene Gesundheit. Neben den offensichtlichen Gefahren, zum Beispiel den Flammen oder einstürzenden Gebäudeteilen, rückt eine weitere Bedrohung immer stärker in den Fokus: Gefahrenstoffe, die bei Bränden entstehen. Sie flirren durch die Luft, nisten sich in Kleidung ein und dringen über Poren oder Atemwege in den Körper. Dort können sie Krankheiten auslösen. Oft ist in dem Zusammenhang von Feuerwehrkrebs die Rede.

Twistringen – Ein neuer Hygieneanhänger soll den Feuerwehren in Twistringen helfen, sich zu schützen. Der Ausschuss für Feuerwehr, Ordnung und Zivilschutz sprach sich am Dienstagabend für die Anschaffung eines solchen Anhängers aus. Das Gremium traf sich im Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. An dem Abend ging es auch noch um andere Investitionen, etwa für das geplante neue Feuerwehrhaus in Heiligenloh.Dort will die Feuerwehr den Hygieneanhänger stationieren. Wenn benötigt, soll er mitalarmiert werden.

Je nach Einsatzgröße folgt für Kleidung Industriewaschmaschine oder zertifizierte Reinigungsfirma

Und dann? „Die kontaminierte Schutzkleidung wird an der Einsatzstelle abgelegt und ausgetauscht“, erklärt Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen. Sie werde grob vorgereinigt und in Säcke gepackt. Bei kleineren Einsätzen will die Feuerwehr sie anschließend selber in einer Industriewaschmaschine reinigen. Bei größeren soll das eine zertifizierte Reinigungsfirma übernehmen.

Rund 50 000 Euro sind eingeplant für den Anhänger, die Industriewaschmaschine, Faltpavillons zum Umziehen und Einwegmaterial wie FFP2-Masken oder Einweghandschuhe.

Ebenfalls vorgesehen ist die Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens. Ursprünglich war der mit 170 000 Euro veranschlagt. Heinrich Meyer-Hanschen bezweifelt aber, dass diese Summe ausreicht. „Jeder weiß, dass im vergangenen Jahr alles erheblich teuerer geworden ist“, sagt er. In so einem Fahrzeug stecke außerdem unheimlich viel elektronische Ausstattung. Er rechnet eher mit 190 000 Euro.

Jahr für Jahr soll in einer Ortschaftt ein Löschwasserbrunnen entstehen - als nächstes in Natenstedt

Weiteres Geld soll in den Bau neuer Löschwasserbrunnen fließen. In der Ortschaft Twistringen wollte die Stadt eigentlich schon im vergangenen Jahr einen solchen Brunnen errichten, in der Nähe des Sportplatzes. Angesichts der Pandemie und der Wahlen verzögerte sich die Sache jedoch.

Daher nun also dieses Jahr. Ein Konzept sieht vor, Jahr für Jahr jeweils in einer Ortschaft einen neuen Löschwasserbrunnen zu bauen – nach Twistringen ist laut Bauamtsleiter Carsten Werft Natenstedt an der Reihe.

Zum Stand des geplanten neuen Feuerwehrhauses in Heiligenloh führte Werft aus: „Wir sind dabei, das Bauleitverfahren auf den Weg zu bringen.“ Mitte Februar bis Mitte März soll es in die frühzeitige Beteiligung gehen. Ziel ist, mit dem Bau im Herbst zu beginnen. Läuft alles glatt, steht der Neubau ein Jahr später.

Stadtbrandmeister sieht beim Neubau des Heiligenloher Feuerwehrhauses kein Platzproblem

Verwaltung und Feuerwehr haben sich noch auf ein paar kleine Änderungen bezüglich des Feuerwehrhauses geeinigt. So sollen die Umkleidekabinen, anders als im ersten Entwurf, direkt an die Fahrzeughalle angedockt werden.

Ursprünglich sah der Architektenentwurf zudem sowohl links als auch rechts neben dem Feuerwehrhaus Parkplätze vor. Zwar soll es auch nach den aktuellen Planungen noch möglich sein, später einmal ums Gebäude drumherumzufahren, die Parkplätze sollen nun aber alle auf einer Seite (Richtung Heiligenloh Ortsmitte) liegen. Ein Grund dafür war auch, rund um die Fahrzeughalle etwas mehr Platz zum Rangieren zu schaffen. Diesbezüglich waren zuletzt Bedenken aufgetaucht, etwa im Heiligenloher Ortsrat.

Stadtbrandmeister Meyer-Hanschen sieht mit Blick auf den aktuellen Entwurf „überhaupt kein Platzproblem“. Und was ist mit den Bedenken, Heiligenloh könnte angesichts der geplanten Zentralklinik insgesamt ein größeres Feuerwehrhaus gebrauchen? Dahingehend waren sich sowohl Feuerwehr als auch Verwaltung am Dienstagabend einig, dass dem nicht so sei – zumal es angesichts des Krankenhauses vor allem auf gute Alarmpläne ankomme.

Sobald der Neubau fertig ist, geht es mit Sanierungen in anderen Feuerwehrhäusern weiter – ganz oben auf der Liste steht das in Natenstedt.

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