CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Töpffer informiert sich über die Nöte der Waldbesitzer

Holzpreis im Keller

Holzstapel im niedersächsischen Wald: Die Preise sind spätestens seit dem vergangenen Jahr am Boden. Foto: Imago/Blcikwinkel

Twistringen - Von Ulf Buschmann. Dirk Töpffer machte einen nachdenklichen Eindruck. „Ich fahre mit vielen neuen Einblicken zurück nach Hannover“, sagte der Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion. Für die Horizonterweiterung des Politikers hatte Klaus Goeken gesorgt. Der Besitzer des Waldgebiets Dehmse hatte Töpffer durch sein 110 Hektar umfassendes Areal geführt, um ihn über die Sorgen und Nöte der privaten Waldbesitzer aufzuklären. Davon hat Goeken in der Tat eine ganze Menge. Sein größtes Problem ist der übersättigte Markt. Durch die Stürme, die große Trockenheit im vergangenen Jahr und die dadurch bedingte Ausbreitung des Borkenkäfers haben staatliche Stellen wie die Niedersächsischen Landesforsten und private Besitzer ihr Holz günstig angeboten. Die Folge: Die Preise sind spätestens seit dem vergangenen Jahr am Boden.

Was das für Goeken bedeutet, machte er am Beispiel eines am Wegesrand aufgetürmten Stapels zugesägter Stämme klar: „Dafür bekomme ich den Gegenwert von zwei Portionen Pizza.“ In Zahlen: Für einen Kubikmeter Holz erlöst jeder Waldbesitzer derzeit zwei Euro – bei Fixkosten von monatlich 2 800 Euro für seine 110 Hektar Wald. Angesichts dieses Missverhältnisses dachte Töpffer nach dem Rundgang auch laut darüber nach, „wie wir diejenigen bei der Kohlendioxid-Bepreisung unterstützen können, die Kohlendioxid binden.“

Bei der Diskussion über das umfangreiche Klimapaket der Bundesregierung müsse es nach Töpffers Überzeugung möglich sein, das zur Verfügung stehende Geld „sinnvoll umzuleiten“. Im Raum stehe die grundsätzliche Frage, in welcher Weise der private Waldbesitzer vom System profitieren kann. Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann aus dem Südkreis und Volker Meyer aus dem Nordkreis nickten zustimmend.

Doch nicht nur in Sachen Vergütung bekam Töpffer für ihn völlig neuen Input. Goeken erklärte dem CDU-Fraktionschef auch noch, dass es in Niedersachsen regional sehr unterschiedliche Böden gibt. Dies müsse bei den im zuständigen Ministerium konzipierten Vorlagen und Vorschriften bedacht werden. Nach Überzeugung von Goeken wird in der öffentlichen Diskussion über den Schutz des Waldes „zu viel über Bäume und zu wenig über den Boden gesprochen“. Der Waldbesitzer hob gegenüber der Kreiszeitung hervor, dass sich im Waldboden „kein Dünger und kein Pestizid“ befinde. Dafür kann Goeken nach eigenen Angaben auf 118 Hektar mit mehr als 100 verschiedenen Pilzarten punkten. Ihren Lebensraum teilen sie sich mit jeweils 50 Prozent Laub- und Nadelbäumen. Den Bestand bilden 37 Prozent Fichte, elf Prozent Kiefer, vier bis fünf Prozent Douglasie sowie rund 40 Prozent Buche und Kiefer.

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