Holz-Tulpen aus Amsterdam

Heiligenloher Weihnachtsmarkt-Premiere gelungen

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Wer für die Weihnachtsbäckerei noch Gewürze benötigte, war auf dem Heiligenloher Weihnachtsmarkt bei Kerstin Anner (l.) an der richtigen Adresse.

Heiligenloh - Von Heiner Büntemeyer. Eine Weihnachtsmarkt-Premiere mit einigen Alleinstellungsmerkmalen erlebten viele Besucher am Sonnabend auf dem Hof Kuhlmann in Heiligenloh.

Als besonders anziehend wirkte zunächst die alte Scheune, die die Organisatorin Tina Lehmkuhl und ihr Team zur Vorbereitung auf diesen Markt zunächst entkernt und dann für die zahlreichen Aussteller hergerichtet hatten. Das wunderschöne Fachwerk, der halb offene Giebel und die Lehmwände verströmten Beschaulichkeit und Ruhe, sorgten für eine entspannte Atmosphäre.

Hier gab es „Tulpen aus Amsterdam“ – aus Buchenholz, das in der Umgebung von Heiligenloh gewachsen war. Dieses Holz wurde von einem Sägewerk in Goldenstedt zu Kantholz verarbeitet und in die Niederlande verkauft. Dort wurden daraus Tulpen gedrechselt, die anschließend nach China geschickt und dort so kunstvoll lackiert wurden, dass sie, wenn man nicht genau hinschaute, verblüffende Ähnlichkeit mit echten Tulpen hatten.

Aber das war nicht die einzige Überraschung auf diesem Markt, denn für internationales Fluidum sorgten auch einige Damen aus Polen, die Brote mit polnischem Schmalz und sehr leckere Piroggen verkauften. Gleich nebenan räucherten Mitglieder des Angelvereins Twistringen Forellen auf Buchenholz und verkauften außerdem Aale, Matjes und Seelachs.

Textilien, Kunsthandwerk und Leckereien im Angebot

Elske Wandel aus Wildeshausen hatte Felle von Schafen aus Neuseeland, Island und dem Himalaya mitgebracht. Die weichen Felle eignen sich hervorragend zur wärmenden Auflage auf Sessel oder als Bettvorleger. „Wer sie reinigen will, muss sie zunächst entfusseln, dann mit Babyshampoo baden und anschließend kämmen“, gab Elske Wandel den Kundinnen als Tipp.

Tinas Nähgruppe, die von Tina Lehmkuhl geleitet wird, hatte fleißig gehandarbeitet und bot Kissen, Handschuhe, Decken und weitere textile Erzeugnisse an. Fußballfans fanden alte Weckgläser, die zu Leuchtgläsern umfunktioniert wurden. Die Motive, darunter auch die Embleme von Fußballklubs, hatte der Hobbykünstler mit einem Sandgebläse in das Glas gestrahlt.

Natürlich zählten auch Marmeladen, Liköre, Kekse, Tee, Honig und ätherische Öle zu den Angeboten, und die herrlichen Seifen von Sabine Bolduan verbreiteten einen angenehmen Duft in der Scheune.

Feuerschalen, Knipp und Räucherofen

Draußen qualmten Feuerschalen mit dem Räucherofen der Angler um die Wette, und der Qualm vermischte sich mit dem Duft von gebratenem Knipp, von Würstchen und Glühwein. An dem Glühweinstand, den der Ridderader Skiclub eingerichtet hatte, gab es neben Punsch „mit und ohne Umdrehungen“ auch Jagertee und „Lumumba“, die bei der Kälte für etwas innere Wärme sorgten.

Für Musik sorgten der Heiligenloher Posaunenchor und ein Projektchor der Grundschule. Mit dem Chor hatte Kristi Heins für den Weihnachtsmarkt Lieder eingeübt. Sie ist ausgebildete Opernsängerin und hofft, dass sie zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres auch offiziell einen Schulchor leiten darf.

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