Was ist mit dem Abwasser?

Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Auf einer Fläche an der B 51 in Borwede soll die Zentralklinik entstehen.
+
Auf einer Fläche an der B 51 in Borwede soll die Zentralklinik entstehen.

Das Bauleitverfahren für die geplante Zentralklinik in Borwede schreitet voran. Gleichzeitig läuft aktuell der Planungswettbewerb, bei dem es darum geht, einen Generalplaner für das Mammutprojekt auszuwählen. Über den aktuellen Stand in Sachen Zentralklinik berichtete Twistringens Bürgermeister Jens Bley am Donnerstagabend im Stadtrat. Dabei kam auch die Frage auf: Was ist eigentlich mit dem ganzen Abwasser, das bei so einem Krankenhaus anfällt?

Frühzeitige Beteiligung

Bei der frühzeitigen Beteiligung zum Bauleitverfahren hatte jeder die Möglichkeit, Bedenken loszuwerden und Hinweise zu geben. Laut Jens Bley gibt es insgesamt 43 Eingaben. 37 davon stammen laut dem Bürgermeister von Trägern öffentlicher Belange, also zum Beispiel von Behörden. Von denen haben wiederum 19 gar keine Hinweise oder Bedenken – oft ist eine kurze Äußerung Formsache.

„Bei den Eingaben geht es beispielsweise um eine Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs“, führte Bley aus. Weitere Themen, zu denen Hinweise eingegangen seien, sei die Anbindung an die Bundesstraße 51, die Entwässerung oder auch die Sicherstellung der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen. Bley: „Das sind alles Punkte, die nach und nach abgearbeitet werden.“ Maßgeblich dafür seien Gutachten.

Seitens der Öffentlichkeit gab es sechs Anmerkungen. „Aus Borwede, was natürlich auch verständlich und naheliegend ist, ist die Frage nach der Verkehrsbelastung aufgeworfen worden“, erzählte Bley. Und kündigte an: „Da werden wir ein Verkehrsgutachten erstellen.“ Auch das Thema Gerüche werde in dem Zusammenhang weiter untersucht.

Abwasser

Ulrich Helms (Freie Wählergemeinschaft) erkundigte sich, ob es eine Vereinbarung mit dem Landkreis gebe, wie es hinsichtlich der Auslastung der Twistringer Kläranlage weitergehe. „Der Wasserverbrauch ist in einer Klinik ja bekanntlich sehr hoch“, meinte er. Auch vor dem Hintergrund, weitere Baugebiete ausweise zu können, müsse man sich mit dem Thema beschäftigen.

Helms regte zudem an, sich darüber Gedanken zu machen, ob das Wasser aus dem Klärwerk weiterhin über die Delme und die Hunte in die Nordsee fließen sollte – oder ob man es nicht wie andernorts wieder dem Grundwasser zuführe. Das koste Geld, doch bei den heutigen Verhältnissen müsse man diese Option im Blick haben.

Bürgermeister Bley führte aus, dass die Stadt dem OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband) die Klärung und Entsorgung übertragen habe. „Der OOWV hat uns gesagt, dass wir durchaus an der Grenze der Kapazität der Kläranlage sind, hat aber auch signalisiert, dass eine Erweiterung Kraft der Vereinbarung, die wir geschlossen haben, möglich ist.“ An dem Thema sei der OOWV auch unabhängig vom Krankenhaus dran.

Abwasser aus Kliniken ist laut Bley aufgrund möglicher Medikamenten-Rückstände besonderes Abwasser. Es gebe daher zum einen die Idee, einen Filter direkt vor dem Klärwerk zu installieren. Das hätte den Nachteil, das dort dann auch das ganze Wasser aus den normalen Haushalten durch müsste. „Außerdem hat man noch die Alternative, das Wasser auf dem Gelände des Krankenhauses vorzuklären.“ Mit den verschiedenen Möglichkeiten setze sich dann ein Fachplaner auseinander.

Hermann Niederwestberg von den Grünen regte an, frühzeitig zusammen mit dem OOWV zu prüfen, ob angesichts der steigenden Abwassermengen eventuell eine zusätzliche Druckleitung zum Klärwerk nötig sei.

Von Katharina Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“

Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“

Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“
Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung
Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet

Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet

Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet
Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Kommentare