Spendenaktion: Twistringer Geflüchtete sammeln 128 Handys und 1520 Paar Schuhe

Hilfe für Menschen im Kongo

Mein Schuh tut gut: Geflüchtete in Twistringen sammeln mit Michael Thomes (l.) neben Schuhen auch gebrauchte Handys für einen guten Zweck. Foto: Kolping

Twistringen - Von Theo Wilke. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aktive Geflüchtete in Twistringen haben von Dezember bis Februar insgesamt 128   ausgediente Handys und 1520 noch tragbare Paar Schuhe gesammelt, organisiert von der Flüchtlingsinitiative (FiT), der Caritas und mit Unterstützung von Kolpingsfamilie und Missio. Es war bereits die zweite Aktion. „Es wird langsam zu einer Tradition. Wir wollen etwas Gutes tun, weil wir viel Leid gesehen und erfahren haben“, betont Organisator Michael Thomes für die Gruppe der Geflüchteten.

Kennengelernt haben sich die Aktiven beim wöchentlichen Treffen im Abendcafé in den Räumen der Lebenswege an der Bahnhofstraße, betreut von von der Caritas und der FiT.

Zwei Projekte setzten die Akteure um: „Mein Schuh tut gut“ und „Wir sind Gold wert – Mein altes Handy für einen guten Zweck“. Die Sammelboxen bauten die Geflüchteten selbst aus alten Kartons, schildert Michael Thomes. Twistringer Firmen stellten die Kartons zur Verfügung. Die Projekte-Anbieter sorgten für die Werbematerialien und die Infrastruktur.

Die Sammelboxen standen in den Eingängen der katholischen Kirchen in Twistringen mit Pfarrzentrum, in Marhorst und Bassum. Außerdem in der Martin-Luther-Kirche Twistringen an der Bahnhofstraße. „Ein tolles Zeichen der Ökumene“, sagt Thomes. Schließlich half auch die Firma MB Smart Repair Service.

Jeder Beteiligte war für eine Sammelbox verantwortlich. Die Behälter wurden wöchentlich geleert. Thomes: „Wir haben zeitweise nicht mit so großen Mengen gerechnet. Einige Kirchengemeindemitglieder vor Ort haben uns noch unterstützt.“ Und aus der Gruppe der Geflüchteten erfuhr Thomes: „Wir haben die Orte gemeinsam ausgesucht und besichtigt. Besonders die Kirchen mit den Krippen in der Weihnachtszeit haben uns beeindruckt.“

Was die Initiatoren an diesem ökumenischen Projekt ebenfalls beeindruckt: Die meisten Geflüchteten wurden nach ihrer Flucht und Ankunft evangelisch getauft. Sie fühlen sich aber laut Thomes beiden Kirchen verbunden. Zukünftig nehmen sie an einem ökumenischen Glaubenskurs beider Kirchengemeinden in Twistringen teil, den sie selbst angeregt haben.

1520 Paar Schuhe entsprechen etwa 40 großen Kisten bis maximal 30 Kilogramm Gewicht. Das Verschicken verlief unkompliziert vom Kolping-Recycling über die Post und Hermes. Wegen der großen Mengen stellte Jürgen Wilkens von der Hermesannahme spontan sein Büro als Zwischenlager zur Verfügung.

Bei der bundesweiten Aktion zum Kolping-Gedenktag zugunsten der Internationalen Adolph-Kolping-Stiftung wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 650 000 Paare Schuhe gesammelt. Sie werden in zertifizierten Sortierwerken der Kolping Recycling Gesellschaft sortiert und unter sozialen Gesichtspunkten vermarktet beziehungsweise in eigenen weltweiten Projekten gespendet. Der gesamte Erlös kommt der Adolph-Kolping-Stiftung zugute. Deren Ziel ist unter anderem die Förderung von Berufsbildungszentren, Jugendaustausch und internationalen Begegnungen, Sozialprojekten und religiöser Bildung.

Das Kolpingwerk unterstützt die Handyspendenaktion von Missio. Damit werde die Situation der Menschen im Kongo verbessert und ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen geleistet, heißt es beim Kolpingwerk.

In den Handys und Smartphones sind wertvolle Erze und Metalle verbaut – Rohstoffe, die oft unter menschenunwürdigen Bedingungen im Kongo abgebaut werden. Die Menschen, die diese Stoffe aus dem Boden holen, sind oft schlimmster Gewalt ausgesetzt. Viele Menschen sind deshalb auf der Flucht oder versuchen zu fliehen.

Die gespendeten Handys werden von zertifizierten Firmen fachgerecht aufbereitet und vermarktet oder recycelt, um die wertvollen Rohstoffe zu gewinnen. Ein Anteil des Erlöses geht an Missio und Kolpingwerk. Dies unterstützt damit die Bewusstseinsbildung für die Bekämpfung von Fluchtursachen; Missio finanziert Hilfsprojekte im Kongo.

Wer sein Handy noch nachträglich direkt an Missio / Kolping versenden möchte: Versandtaschen mit genaueren Informationen liegen in der katholischen Kirche in Twistringen aus.

„Es sind weitere Aktionen geplant. Dazu suchen wir noch mehr Helfer. Egal ob Twistringer Ureinwohner, Zugezoger oder Geflüchteter“, sagt Michael Thomes. Er gibt weitere Informationen unter 0160/ 97465074.

Twistringer Geflüchtete engagieren sich auch bei anderen örtlichen Aktionen. Um einige Beispiele zu nennen: Jalal aus Syrien, Yaschar und Davood aus dem Iran helfen regelmäßig im sozialen Kaufhaus (Fairkauf an der Bahnhofstraße), unterstützen zudem die Litauenhilfe. Yaschar ist auch im DRK aktiv. Zahir aus dem Iran hilft in der evangelischen Kirchengemeinde mit.

Übrigens: Auch Vereine, Einrichtungen und Gruppen können ihr Budget aufbessern, wenn sie sich an den den Projekten beteiligen.

Mehr Infos

www.kolping.de/ meinschuhtutgut

www.shuuz.de

www.kolping-textilrecycling.de

www.kolping.de/handyaktion

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