Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ spendiert Eintrittskarten

Hilfe für Kino und Kinder

Im Kinosaal: Holger Glandorf (v.l.), Bernhard Schubert und André Bartels.
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Im Kinosaal: Holger Glandorf (v.l.), Bernhard Schubert und André Bartels.

Es ist eine schöne Aktion, die sowohl dem Kino in Twistringen als auch Kindern hilft: Der Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ spendiert 30 Kindern des Kinderheims „Die kleinen Strolche“ über einen Zeitraum von zwei Jahren monatlich je einen Kinobesuch.

Twistringen - „Mein Herz hängt an diesem Kino“, sagt André Bartels. Er steht am Verkaufstresen des Cinema Twistringen und schwelgt in Erinnerungen. „Mein erster Film war ,Top Gun‘. Ich habe hier gesessen und die Schlange ging bis zum Friedhof.“ Als Gründer der Stiftung „Ein Tropfen Hoffnung“ will Bartels mit einer Hilfsaktion einen Beitrag dazu leisten, das kleine Kino zu erhalten. Das Beste dran: Nicht nur dem Kino ist mit dieser Aktion geholfen. Allen voran profitieren Kinder.

In den kommenden zwei Jahren spendiert der Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ pro Monat 30 Kindern des Kinderheims „Kleine Strolche“ einen Kinobesuch in Twistringen, samt einer Tüte Popcorn und einem Getränk.

Viele der Kinder haben von ihren eigenen Familien bisher nur Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigungen erlebt. Meistens sind sie traumatisiert. Umso wichtiger sind schöne Erlebnisse, wie eben ein Kinobesuch. Das macht Bernhard Schubert deutlich, der das Kinderheim zusammen mit seiner Frau Anja im Jahr 2008 gegründet hat. „Es ist ein ganz besonderes Erlebnis für Kinder, wenn sie ins Kino kommen. Alleine schon der Geruch des Popcorns ...“, sagt er. So regelmäßige Kinobesuche, wie sie dank der Hilfsaktion jetzt möglich sind, wären ihm zufolge normalerweise nicht im Budget.

Kinobetreiber: „Das ist eine riesengroße Chance“

Laut Kinobetreiber Holger Glandorf bereitet ein Kinofilm nicht nur Freude. In jedem Film stecke auch eine Botschaft, etwas, was die Kinder lernen können. Er ist begeistert von der Aktion. „Damit habe ich nicht gerechnet. Da fehlen mir manchmal immer noch die Worte.“ Zwar würden vereinzelt immer mal Klassen oder Gruppen kommen – aber eine Aktion über solch einen langen Zeitraum sei einmalig. Das Geld von den geschenkten Tickets helfe ihm, die Kosten für Pacht und Personal zu decken, schildert Glandorf. Aber er blickt noch weiter: Er sieht die Möglichkeit, Kindern das „Erlebnis Kino“ näherzubringen. „Das ist eine riesengroße Chance.“

Ein Tropfen Hoffnung

André Bartels, Geschäftsführer der Bassumer Firma Carl Cordes, hat „Ein Tropfen Hoffnung“ im November 2016 gegründet. Der gemeinnützige Verein unterstützt Familien mit beeinträchtigten Kindern, ihr Zuhause barrierefrei zu gestalten. Er hilft aber auch an anderen Stellen – so setzt er sich mit den gespendeten Kinotickets nicht zum ersten Mal für das Kinderheim „Kleine Strolche“ ein. Das Kinderheim Kleine Strolche ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe mit Standorten in Niedersachsen und Bremen.

www.hoffnungstropfen.de

Aktuell verspürt Glandorf in Twistringen eine gewisse Kinomüdigkeit. Ein Problem ist seiner Meinung nach, dass die Innenstadt wenig Anreize für Menschen von außerhalb biete. Zudem spricht er das Monopol der Filmverleiher an. Für jeden Streifen gebe es nur einen Verleiher, und der bestimme die Spielregeln. So müsste er Filme über mehrere Wochen spielen, auch in einem so kleinen Kino wie dem Twistringer Cinema. Folgen davon: Weniger Programmvielfalt und leere Kinositze bei Filmen, die schon eine Zeit lang laufen. Und dann ist da noch die Corona-Pandemie. Sie hat die ganze Kinobranche gebeutelt. Zwar dürfen Kinos inzwischen wieder öffnen, aber die bundesweit nicht einheitlichen Coronaregeln sorgen laut Holger Glandorf weiterhin für Verunsicherung bei Besuchern.

André Bartels findet: „Wir können froh und stolz sein, dass wir in Twistringen noch ein Kino haben.“ Er hofft, dass die Hilfsaktion Nachahmer findet, und sich Firmen engagieren. Und wer weiß – vielleicht schwelgt in einigen Jahren ein ehemaliger kleiner Strolch in Erinnerung und denkt daran zurück, wie er 2021 zum ersten Mal im Kino war.

Von Katharina Schmidt

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