„Unser Dorf hat Zukunft“

Heiligenloh putzt sich heraus: Einkaufen, wo einst der Maskenball gefeiert wurde

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Die Landesjury „Unser Dorf hat Zukunft“ wird an der Grundschule auch mit grünen Sträußen begrüßt.

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Im alten Spritzenhaus glänzt der polierte Opel Blitz von 1956. Vom Dach tönt die bei Sanierungsarbeiten entdeckte alte Feuersirene. Vor der Grundschule singen Jungen und Mädchen: „Da seid ihr ja, wir haben euch erwartet. Seid willkommen!“

Die Landesjury „Unser Dorf hat Zukunft“ steigt am Montag aus dem Bus und wird von Heiligenlohs Ortsbürgermeisterin Anke Borchers begrüßt. Das 600-Seelen-Dorf hat sich mächtig herausgeputzt für den Landesvorentscheid. In der Region Leine-Weser konkurrieren sieben Dörfer. Eine Entscheidung fällt Mitte der Woche.

Jury-Vorsitzender Carsten Hettwer vom niedersächsischen Städtetag zeigt sich wie alle Gäste beeindruckt. „Das Wetter haben wir bestellt“, so Anke Borchers im Beisein von Twistringens Bürgermeister-Vertreter Horst Wiesch, Jürgen Heitböhn (Verkehrs- und Verschönerungsverein) sowie weiteren Vereinsvertretern und Ortsrat. In der Schulaula betont Borchers zwischen Schautafeln das Heiligenloher Motto: „Nicht wo ich geboren wurde, sondern wo ich lebe, bin ich zuhause.“ Heiligenloh habe Zukunft, weil „wir alles bieten, was ein Mensch zum Wohlbefinden und Leben braucht“, so Borchers.

Die Jury erfährt unter anderem, dass das Dorf jetzt in die Flurbereinigung startet, ein Bebauungsplan „Gelände Spradau“ für weitere Wohnbebauung aufgelegt wird. 90 Minuten lang bekommen die Gäste geballte Informationen aus dem rührigen Dorfleben. Schulleiterin Elke Meyer erklärt, 90 Kinder würden in vier Klassen unterrichtet, auch inklusiv. Sie lobt die Kooperation mit der Kita Lollypop.

Der Turnverein hat laut Übungsleiterin Maria Thamm mehr Mitglieder (765) als Heiligenloh Einwohner. Neu sei die Kampfsportsparte. 2019 feiere der TVH sein 100-jähriges Bestehen. Als wichtige Einrichtung wird der Pflegedienst in der ehemaligen Apotheke vorgestellt.

Pastorin Anke Orths stellte der Jury die Kirchengemeindearbeit und die Neugestaltung am Friedhof (im Hintergrund) vor.

Im Bus durchs Dorf informiert Jürgen Heitböhn vom 135 Mitglieder starken VVV sehr anschaulich die Vorzüge Heiligenlohs. Vorbei am Reiterhof und Atelier Menk geht es zur von Tina Lehmkuhl wiederbelebten Henckemühle als Kurshaus. Die Beeke wird bald zum Teil renaturiert, hört die Jury. In der Ferne sehen die Gäste den 3,5 Kilometer langen Goldenstedter Damm, von vielen Heiligenlohern bepflanzt. Es ist die natürliche Grenze zu Natenstedt.

Am Kiekbusch stellt Laura Sander die beiden Feuerwehrfahrzeuge vor, erwähnt auch, dass jedes Jahr im September gegenüber am Göpel der Bauernmarkt die Massen lockt. Dann ein Kurzbesuch im einzigen Einkaufsmarkt. Robert Humpe erstaunt die Gäste: „Wir haben täglich rund 400 Kunden. Wir sichern die Grundversorgung. Unser Geschäft gibt es in dritter Generation. Wir haben 20 Mitarbeiter und 6000 Artikel, darunter viele regionale Produkte.“ Mit Lieferdienst für ältere Mitbürger. Humpes Laden sei die Infobörse des Dorfes, ergänzt Jürgen Heitböhn.

Die Busreise führt über die Alte Dorfstraße vorbei an der Galerie Veting und an Ferienzimmern im Beeketal.

Bausubstanz nicht mehr landwirtschaftlicher Betriebe haben Pferdeliebhaber inzwischen gekauft und aufwändig restauriert. In der früheren Molkerei sind drei Wohneinheiten vermietet, eine weitere Einheit sowie Praxisräume sind im Bau. Am Hochbuchenwald, vor Harms Holt, im Baugebiet der Volksbank sind nur noch drei Grundstücke frei.

Ilse Austerhof führt durch das reizvolle Beeketal. Der Besuch endet am Backhaus der Familie Bauermeister. „Wir arbeiten jedes Jahr daran, dass unser Dorf nicht stirbt und nicht zur reinen Schlafstadt wird“, betont Ortsbürgermeisterin Borchers.

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