Handwerk stärker im Trend

Berufsbörse im Schulzentrum hilft Jugendlichen und Firmen

Schauen bei Gemüse Meyer über die Schulter (stehend v.r.): Felix Karkowski, Ines Ozegowski und Andrea Formella, davor Sonja Schlake (r.) und Anna-Lena Meyer. - Fotos: Wilke
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Schauen bei Gemüse Meyer über die Schulter (stehend v.r.): Felix Karkowski, Ines Ozegowski und Andrea Formella, davor Sonja Schlake (r.) und Anna-Lena Meyer.

Twistringen - Von Theo Wilke. Ein moderner grüner Schlepper zum Anfassen von Landmaschinen Schröder steht vor der Aula. In der Haupt- und Realschule läuft seit gestern die zweitägige Berufsbörse mit 13 beteiligten Unternehmen für 67 Achtklässler. „Wir haben einen spannenden Beruf. Nach der Ausbildung stehen viele Wege offen“, wirbt Schröders Werkstattleiter Michael Döpkens um Nachwuchs. Noch gebe es keine Probleme, es werde aber schwieriger, junge Menschen zu begeistern – obwohl das Handwerk wieder stärker im Trend liege als Abitur und Studium.

Döpkens hat in den 1980er-Jahren selbst die Schule an der Feldstraße besucht. Ebenso, aber viel später, der 21-jährige Kevin Kunst, im dritten Lehrjahr zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei Landmaschinen Schröder. Als Achtklässler absolvierte Kunst im Firmenbüro ein Praktikum. Bei 13 Azubis ist der 21-Jährige der einzige im kaufmännischen Bereich.

Seinen beruflichen Weg und die Erfahrungen vermittelt er heute Vormittag noch den Jugendlichen in der Haupt- und Realschule. Neben den Achtklässlern haben auch Neunt- und Zehntklässler die Gelegenheit, sich zu informieren, sofern sie sich in ihrer Berufswahl noch nicht sicher sind.

Jonas Schütte (18), seit August 2017 in der Ausbildung zum Mechatroniker für Land- und Baumaschinen, erzählt den Schülern, dass er sich als Kind schon für Traktoren begeisterte, bis zur zehnten Klasse das Gymnasium besuchte und ein Praktikum bei Schröder nutzte. „Ich wollte nie Abitur machen.“

Kevin Kunst (r.) und Jonas Schütte (am Fahrerhaus) haben für die Berufsbörse einen Schlepper zum Anfassen mitgebracht.

Auf die Frage, ob sich auch junge Frauen bewerben, schüttelt Werkstatt-Chef Döpkens den Kopf. Bisher nicht. Wie andere Firmen macht Döpkens die Erfahrung: „Die Achtklässler fragen wenig. Sie machen sich noch keine konkreten Vorstellungen. Dabei müssen sie sich innerhalb der nächsten zwei Jahre bewerben.“ Für Michael Döpkens ist zudem ganz wichtig, dass Lehrstellenbewerber auch gute Kopfnoten im Bereich Sozial- und Arbeitsverhalten mitbringen.

Firmentochter Anna-Lena Meyer vom mittelständischen Unternehmer Gemüse Meyer in Binghausen fragt die Schüler nach ihren besonderen Berufswünschen, lässt am Lebensmittelbereich interessierte Jugendliche unter anderem gute von schlechten Möhrenwürfeln trennen. Azubi Sonja Schlake, ebenso wie Meyer Ex-Schülerin an der Feldstraße, testet ein bisschen das handwerkliche Können beim Zusammenschrauben eines kleinen Werkstücks. Neben Infos über den Binghauser Betrieb, der rund 70 000 Tonnen Gemüse und Obst im Jahr verarbeitet, erfahren die Achtklässler unter anderem, dass etwa 100 000 Tonnen pro Jahr verkauft werden. Das Familienunternehmen hat zurzeit 220 Beschäftigte.

Als Bindeglied zur GUT, Gemeinschaft der Unternehmen in Twistringen, freuen sich Andrea Formella und Ines Ozegowski von der Schulleitung über die Resonanz auf die Berufsbörse, die Kollege Felix Karkowski organisiert. Inzwischen habe sich die Kooperation mit den Firmen gut weiterentwickelt, heißt es. Schule und Betriebe würden sich unterstützen. David Nordmann von der Firma Funke möchte sich sogar im Förderkreis der Schule engagieren. Und die Schule möchte auf ihrer Internetseite Unternehmen Platz bieten, etwa für freie Praktikumsplätze. Das sei auch für Eltern sehr interessant, so Schulleiterin Formella.

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