Berufsorientierung am Schulzentrum

Von der Hand in den Kopf lernen

Die Schüler an der Haupt- und Realschule konnten auch das Handwerkszeug mal ausprobieren.

Twistringen - Von Sabine Nölker. „Was ist der richtige Beruf für mich? Welche Möglichkeiten habe ich?“ – Nur zwei von vielen Fragen, denen sich Schüler irgendwann stellen müssen. Eine Hilfe kann dabei das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) mit seiner praktischen Berufsweltorientierung sein.

Am Montag konnten sich die achten Klassen der Haupt- und die neunten Klassen der Realschule in Twistringen orientieren. 16 Firmen präsentieren zahlreiche Ausbildungsberufe im kaufmännischen, handwerklichen, gewerblichen und sozialen Bereich.

Nach der richtigen Berufwahl später kann Arbeiten nicht nur Spaß bereiten, sondern auch Leidenschaften wecken. Welche Türen ihnen offen stehen und welche Chancen sie haben, erfuhren die Jugendlichen unter anderem an in der Schulaula aufgebauten simulierten Arbeitsplätzen.

Durch die enge Zusammenarbeit von BNW, Schulsozialarbeiterin Andrea Chwialkowski von Bethel im Norden und der Gemeinschaft der Unternehmen in Twistringen (GUT) konnten vor allem ortsansässige Unternehmen für den Orientierungsvormittag gewonnen werden. So wie die Firma Weniger Dach- und Fassadenbau, die neben einem Gesellen auch einen Auszubildenden geschickt hatte. Sie demonstrierten, wie Dachpfannen verlegt werden und Schiefer bearbeitet wird.

Neben der Bundeswehr klärten auch die Kitas St. Marien und St. Josef sowie die Volksbank oder das Unternehmen Lubing aus Barnstorf auf. „Es handelt sich zum Teil um simulierte Arbeitsplätze, die von Fachleuten und Azubis betreut werden und handlungs- und praxisorientierte Arbeitaufträge dabei haben“, erläuterte Michael Kahlstorff vom Bildungswerk.

In Kleingruppen zogen die Schüler von Stand zu Stand und hatten jeweils 20 Minuten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und selbst Hand anzulegen. „Es ist enorm wichtig, dass die Schüler Ausbildungsbetriebe vor Ort kennenlernen“, betonte Kahlstorff und lobte die gute Zusammenarbeit mit der GUT. „Heute lernen die Kids sozusagen von der Hand in den Kopf.“ Ihnen bliebe dann ja noch über ein Jahr Zeit bis zu den Bewerbungen, um eventuell Berufspraktika zu absolvieren, fügte Schulsozialarbeiterin Chwialkowski hinzu.

Die kommissarische Schulleitung – Andrea Formella, Andreas Deters und Ines Ozegowski – sieht hier einen großen Nutzen für die Schüler. „Sie müssen nicht nur zuhören und gucken, sie können sich ausprobieren“, so Deters. Berufe vom Industriemechaniker über Groß- und Außenhandelskaufmann und Bäckereifachverkäuferin bis zur Erzieherin und sozialen Berufen reichte das Infoangebot am Montag.

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