Op Hooch un Platt

Halleluja-Geschichten: Karin Hirndorf veröffentlicht Buch

Karin Hirndorf hält ihr Buch „Halleluja“ in der Hand
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Karin Hirndorf mit ihrem ersten Buch

Lerchenhausen – Karin Hirndorf aus Lerchenhausen hat ein Buch veröffentlicht. Freunde und Familie haben tatkräftig geholfen, unter anderem bei der Bebilderung. 

„So, wie man an jedes Gebet das Wörtchen Amen setzt, so kann man an viele meiner Geschichten am Ende ein Halleluja setzen“, sagt Karin Hirndorf aus Lerchenhausen. Sie hat eine Auswahl der Geschichten, die ihr das Leben diktiert hat, in einem Buch zusammengestellt. Es umfasst knapp 100 Seiten und trägt den Titel „Halleluja – Lebensgeschichten. Düt un Dat op Hooch un Platt.“

„Es war eine sehr, sehr schöne Arbeit“, schwärmt die 65-Jährige. „Schreiben war schon immer mein Ding.“ Im Laufe der Jahre brachte sie so manche Erinnerung zu Papier. Bevor sie sich an das Buch wagte, bedurfte es aber zunächst etwas Überredungskunst. „Mein Mann hat immer gesagt: Mach doch mal ein Buch!“, erinnert sie sich.

Zu seinen Lebzeiten kam es nicht mehr dazu. Ihre Kinder schenkten der Lerchenhauserin schließlich im vergangenen Mai einen Laptop, damit sie ihre Geschichten abtippen kann. Im Juli war sie damit so weit durch. Dann ging es an die Illustration. „Genau an dem Todestag von meinem Mann bin ich mit dem Buch fertig geworden. An dem Tag habe ich das Nachwort geschrieben“, erzählt Karin Hirndorf. Beim Gedanken daran huscht ihr ein Lächeln übers Gesicht.

Das Schwerste sei gewesen, die Geschichten für das Buch auszuwählen. Die älteste im Buch stammt aus dem Jahr 1979 und handelt vom Teddybären Berni, der in Hirndorfs Familie heiß umkämpft war. Irgendwann schlapperten die Ohren vom Kopf herunter und ihm fehlte ein Auge. Für mehr als adäquaten Ersatz sorgten dann Bernhard, Bernd und Bernadette, die in die Familie einheirateten.

An vielen Stellen lädt das Buch zum Schmunzeln ein, oft auch durch Anekdoten über Kinder und ihre unbekümmerte Art. Kein Wunder: Karin Hirndorf war Kindergärtnerin. Darüber hinaus arbeitete sie im kirchlichen Bereich viel mit Kindern zusammen, etwa in der Kinderkirche, im Malkreis oder Chor.

Ein paar Geschichten sind op Platt. Teils handelt es sich dabei um Übersetzungen von Karin Hirndorfs Lieblingstexten. Schreibt sie platt, dann unter dem Pseudonym Wilhelmine Retlow.

Kleine und große Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen, haben zu den Geschichten passende Bilder gemalt. „Das Titelbild ist ein ganz besonderes“, betont Hirndorf. Ein Neffe, damals acht Jahre alt, habe es gemalt. Es zeigt eine Grillparty, wie es sie bei Karin und ihrem Bernhard immer gegeben hat. Von diesen Grillpartys handelt auch die letzte Geschichte im Buch. Deren Autorin ist Enkelin Hannah (13). „Sie rundet das Buch ab“, findet Karin Hirndorf.

Zwei weitere Namen, die an dieser Stelle nicht fehlen dürfen: Über die plattdeutschen Texte hat Traute Dittmann aus Syke noch einmal drüber geguckt. Karin Hirndorfs Tochter Corinna Auferkamp half beim Buchdesign.

Karin Hirndorf hat zunächst 200 Exemplare drucken lassen. Um die Unkosten wieder reinzukriegen, nimmt sie pro Buch 15 Euro.

Sie scheint auf den Geschmack gekommen zu sein: Ein weiteres Werk ist in Planung. Das soll plattdeutsche Geschichten beinhalten, jeweils übersetzt auf Hochdeutsch und Englisch. Engländerin Terri Vassell-Fernau, die jahrelang ihre Nachbarin war, hilft ihr dabei. Was Karin Hirndorf außerdem vorschwebt: ein Buch mit Kindergeschichten.

Verkaufsstellen: Twistringen: Dauelsberg Heiligenloh: Volksbank, Humpe, Ländlicher Pflege- und Sozialberatungsdienst Goldenstedt: Peschke und Physiotherapiepraxis Kroh Barnstorf: Gerding.

Auszug aus dem Buch: Hallo Julia!

„Fast 40 Jahre ist das jetzt her. Ich frage im Kindergottesdienst: Was wollen wir denn heute singen?“ Ein kleines Mädchen hatte eine Idee. „Das Lied von Julia.“ Ich überlege kurz und sage dann: „Das Lied kenne ich nicht.“ „Doch“, meinte die Kleine, „das haben wir letzten Sonntag mit dem Pastor in der Kirche gesungen und du hast Gitarre dazu gespielt!“ Immer wusste ich noch nicht, welches Lied sie meinte, bis sie mir helfend erklärte: „Da haben wir immer ,Hallo Julia‘ gerufen und ein Mann hat Preise bekommen.“ So allmählich wurde mir klar, um welches Lied es sich handeln könnte und ich spielte und sang: „Halleluja – Preiset den Herrn!“ Die Kleine strahlte und meinte begeistert: „Ja, das ,Hallo-Julia-Lied‘ meinte ich.“ Aus „Halleluja“, K. Hirndorf

Von Katharina Schmidt

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