Allein am Wochenende bereits 6 000 Euro gesammelt / Tüten können noch bis zum 2. Februar abgeholt werden

Große Akzeptanz für die etwas andere Sternsinger-Aktion

Mit seiner Tochter kam Christian Siemers, um sich die Segenstüte abzuholen.
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Mit seiner Tochter kam Christian Siemers, um sich die Segenstüte abzuholen.

Twistringen – So etwas gab es seit Beginn der Sternsingeraktion vor vielen Jahrzehnten in Twistringen und den Ortschaften noch nie. Keine Sternsinger, die den Segen ins Haus bringen und Spenden für Projekte weltweit sammeln. Stattdessen gab es in Twistringen den „Segen to go“ und in Marhorst der Besuch eines einzelnen Kindes. „Ich finde die Lösungen jedoch sehr gut“, sagt Hedwig Wiese, die am Wochenende für sich und ihre Kinder Segensprüche in der St.-Anna-Kirche abholte. „Wir bringen gleich alle gemeinsam den Haussegen an. Anders, aber so ist es nun einmal in diesem Jahr.“

Am Ende erreichte die Spendensumme allein am Wochenende die Höhe von 6 000 Euro.

So wie Hedwig Wiese dachten viele Gläubige. „Ich glaube in der Nachbetrachtung, dass es eine richtige Lösung war und die Akzeptanz in Twistringen sehr groß ist“, erklärt Pastor Joachim Kieslich, der um 14 Uhr die Segnung der Kreidestücke und der Aufkleber vornahm. Zu dem Zeitpunkt waren bereits einige Menschen in der Kirche.

Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln holten sich in den ersten zwei Stunden bereits mehr als 100 Personen die Segenstüten ab. Dabei fehlte auch der Gang zum Opferstock sowie zur Krippe nicht.

„Schade, unsere drei Kinder haben sich immer auf das Sternsingen gefreut“, erzählt Gitte Schuster. Von Kindesbeinen an seien sie als Casper, Melchior oder Balthasar mitgelaufen. An festen Standorten, wie zunächst geplant, wäre für sie und ihre Kinder nicht schön gewesen. „Das Schöne war doch, dass die Sternsinger ins Haus kommen, singen und ihre Texte aufsagen und zum Abschluss das Haus und die Bewohner segnen.“ Nun werde sie diesen Brauch mit ihrer Familie zuhause zelebrieren.

Für Sebastian Rickers, Anne Döpkens und Anke Lührsen, die sonst bei der Sternsingeraktion alle Hände voll zu tun haben, war es ein ruhiges Wochenende. Sie wechselten sich lediglich in der Kirche ab, um als Ansprechpartner zu fungieren und zwischendurch den Opferstock zu leeren. „Alleine am Sonnabend und Sonntag kamen 5 600 Euro zusammen, am Montag nochmals über 400 Euro“, so Lührsen. „Nicht mitgerechnet die Summen, die per Überweisung eingegangen sind.“

Bis zum 2. Februar habe man noch die Möglichkeit, sich die Segenstüten in der Kirche abzuholen. Zusätzliche Spendenboxen werden ab heute in der Volksbank sowie der Kreissparkasse stehen. Weitere folgen im Laufe der Woche in einigen Geschäften.

Für Angela Kunze, die die Sternsingeraktion in Marhorst leitet, war es ebenfalls ein ruhiger Sonntag. Dort habe man sich entschieden, dass jeweils ein Sternsinger alleine rund zehn Haushalte aufsucht. „Die ganz Kleinen in Begleitung eines Elternteils oder eines Geschwisterkindes.“

Es gab auch dort für jeden Haushalt eine Segenstüte. „Die Umschläge haben die Sternsinger bemalt, beklebt oder beschrieben“, freut sie sich über diese Aktion. In dem Umschlag waren sowohl ein Text für eine Segensfeier zu Hause wie auch ein Spendenumschlag.

Von Donnerstag bis Sonntag verteilten rund 30 Mädchen und Jungen an knapp 300 Haushalte, die Umschläge, die nun sowohl in der Marienkirche in den Kollektenkorb oder in den Briefkasten von Küster Albert Schwarze eingeworfen werden können. „Ich denke, dass es sehr gut gelaufen ist“, so Kunze weiter.

Alle Hygienemaßnahmen seien eingehalten worden und die Kinder waren froh, ihren Teil beitragen zu können. „Es war für Pandemie-Zeiten einfach eine gute Alternative.“ Ihr Dank geht an die Eltern und Geschwister, die die Sternsinger unterstützt haben.

Wie viel zusammengekommen ist, wird nach Ende der Aktion in Twistringen bekannt gegeben. 2020 kamen in Twistringen 30 130 Euro und in Marhorst 2810 Euro zusammen. „Gerade in diesen Zeiten ist die Not noch viel größer als sonst“, so Lührsen.

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